Mit 1. April ist die Kennzeichnungspflicht für Frischfleisch verpflichtend

25. März 2015 Drucken
Mit 1. April ist die Kennzeichnungspflicht für Frischfleisch verpflichtend
Ab 1. April im Handel sind auch Lamm-, Schweine- oder Ziegenfleisch kennzeichnungspflichtig. Bisher galt dies nur für Rinder. | © BMLBMLFUW/AMA-Bioarchiv/Pichler © BMLBMLFUW/AMA-Bioarchiv/Pichler

Ab 1. April gilt in der EU eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für frisches Schweine-, Geflügel-, Schaf- und Ziegenfleisch. Was bei Rindfleisch seit mehr als einem Jahrzehnt Usus ist, wird dann auch für diese Fleischarten gelten. Das Etikett muss Informationen über das Land der Aufzucht und das Land der Schlachtung enthalten. Anders als beim Rind- und Kalbfleisch […]

Ab 1. April gilt in der EU eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für frisches Schweine-, Geflügel-, Schaf- und Ziegenfleisch. Was bei Rindfleisch seit mehr als einem Jahrzehnt Usus ist, wird dann auch für diese Fleischarten gelten. Das Etikett muss Informationen über das Land der Aufzucht und das Land der Schlachtung enthalten. Anders als beim Rind- und Kalbfleisch muss das Geburtsland des Tieres nicht genannt werden.

Kein Geburtsland

Im Unterschied zum Rindfleischmodell muss das Geburtsland in der neuen EU-Kennzeichnungspflicht nicht deklariert werden muss – gegen den Wunsch der Agrarvertreter Österreichs. In diesem Punkt haben sich Länder wie Holland, Dänemark und Deutschland durchgesetzt, die einen regen zwischenstaatlichen Handel mit Jungschweinen aufweisen und „diese Botschaft dem Verbraucher vorenthalten wollen“, wie die  Landwirtschaftskammer Oberösterreich in einem Informationsschreiben betont. .

Die Regeln

Demnach werden ab 1. April in der Regel am Etikett zwei Angaben erforderlich sein:

  • das Land in dem das Tier aufgezogen bzw. gemästet und
  • das Land, in dem das Tier geschlachtet wurde.

Für den Fall, dass Geburt, Mast und Schlachtung nachweislich in ein und demselben Land erfolgten, kann das mit einer einzigen Angabe wie zum Beispiel „Ursprung Österreich“ oder „Herkunft Österreich“ zusammengefasst werden. Nicht einbezogen in die neue Kennzeichnungsverordnung sind vorerst Verarbeitungsprodukte. Hier sind noch Verhandlungen auf EU-Ebene zu führen.

Auswirkungen für den heimischen Fleischmarkt

Bei Frischfleisch werden im Bereich der Handelsketten und Metzger wenig bis keine Veränderungen spürbar sein. Hier sind auch heute bereits fast 100 Prozent des an Endverbraucher abgegebenen Frischfleisches nachweislich von Geburt weg österreichisch. Für diese Warengruppe wird es, wenn nicht schon vorhanden, einen zusätzlichen Hinweis mit Ursprung oder Herkunft Österreich geben.

Handlungsbedarf bei Großhandel: Unterscheidung zwischen Lieferant und Hersteller

Stärker betroffen von der neuen Kennzeichnung wird der Fleischgroßhandel sein. Denn jedes verpackte Schweinefleisch, ob frisch, gekühlt oder gefroren, muss in der beschriebenen Form gekennzeichnet sein. Bisher war es in diesem Geschäftssegment nicht verpflichtend, nach der Zerlegung bzw. Verpackung von ausländischem Frischfleisch die ursprüngliche Herkunft anzugeben. Ab April kann man zwischen heimischen Lieferanten und tatsächlicher heimischer oder ausländischer Herkunft der Ware unterscheiden.

Mehr Transparenz in heimischer Gastronomie

Etwa ein Drittel der heimischen Gastronomie wird vom Gastrogroßhandel versorgt, Tendenz steigend. Gründe dafür sind Preise, das Zustellservice und das große Sortiment, das diese Firmen anbieten. Bei Rindfleisch stammen bis zu 50 Prozent des Gastro-Angebotes aus nicht heimischer Herkunft.. Bei Schweinefleisch vermutet die Landwirtschaftskammer „ähnliches“. Ab April muss auch für Schweinefleisch, das von Gastronomiebetrieben verarbeitet wird, die Herkunft klar sichtbar sein.

Mehr zum Thema: