Nur mehr schwache Zuwächse bei Österreichs Kaufkraft

30. März 2015 Drucken
Nur mehr schwache Zuwächse bei Österreichs Kaufkraft
Österreicher über eine durchschnittliche Kaufkraft von € 20.369 pro Kopf im Jahr und damit um nominell € 399 mehr als im Jahr zuvor. Damit liegt Österreich unter den Top 6 Europas. |© APA © APA

2014 verfügten die Österreicher über eine durchschnittliche Kaufkraft von € 20.369 pro Kopf im Jahr und damit um nominell € 399 mehr als im Jahr zuvor.  Damit liegt Österreich unter den Top 6 Europas. Niederösterreich hält auch weiterhin die Vormachtstellung im Kaufkraftranking der Bundesländer Österreichs, heißt es in einer Analyse des Handels-Consulters RegioData.  Österreich auf […]

2014 verfügten die Österreicher über eine durchschnittliche Kaufkraft von € 20.369 pro Kopf im Jahr und damit um nominell € 399 mehr als im Jahr zuvor.  Damit liegt Österreich unter den Top 6 Europas. Niederösterreich hält auch weiterhin die Vormachtstellung im Kaufkraftranking der Bundesländer Österreichs, heißt es in einer Analyse des Handels-Consulters RegioData.

 Österreich auf Platz 6

Österreich hat im europäischen Vergleich aufgeholt und ist um einen Platz aufgerückt. Somit befindet sich Österreich momentan auf dem sechsten Platz. Die Luxemburger sind wie erwartet auch weiterhin die Spitzenreiter Europas mit 62 % (!) mehr Kaufkraft als die Österreicher. An zweiter Stelle befinden sich wie zuvor die Schweiz, gefolgt von Norwegen. Dänemark wurde von Österreich auf Platz acht verwiesen und hat eine um 0,8 % schwächere Kaufkraft als Öster­reich. Frankreich bildet das Schlusslicht der Top 10 in Europa mit einer absoluten Kaufkraft von € 19.513 pro Kopf im Jahr und ist um 4,4% schwächer als Österreich.

Regio Data (c) Absolute_KK_pro_Kopf

Kärnten bleibt Schlusslicht – Niederösterreich unverändert Nummer 1

Die durchschnittliche nominelle Kaufkraft in Österreich ist seit dem letzten Jahr um rund 2 % gestiegen, die Kaufkraft beträgt im Moment € 20.369 pro Kopf. Letztes Jahr waren es um fast € 400 weniger. Betrachtet man die absolute Kaufkraft je Einwohner in Österreichs Bundesländern, so hat sich nicht allzuviel verändert. Niederösterreich ist auch weiterhin knapp an der Spitze mit einer 3,3 % größeren Kaufkraft als der österreichische Durchschnitt, und ist seit 2009 um 14,4 % gestiegen. Dieser Anstieg und Niederösterreichs Position lassen sich am besten durch die Kaufkraftzuflüsse aus Wien erklären. Kaufkraftstarke Wiener ziehen weiterhin verstärkt in die Nachbarsgemeinden der Bundesstadt nach Niederösterreich.

Wechselwirkung Wien und Niederösterreich

Wien liegt nach dem Bundesland Salzburg an dritter Stelle mit einer absoluten Kaufkraft von € 20.870 je Einwohner, somit ver­zeichnete Wiens absolute Kaufkraft einen Anstieg von nominell 1,6 % seit letztem Jahr. Diese Entwicklung liegt teilweise an der auch durch Zuzug veränderten sozio-demografischen Zusam­mensetzung Wiens, denn die Bundeshauptstadt zieht auch Personen mit unterschiedlichen Qua­lifikationen und niedrigeren Einkommensaussichten an. Dennoch haben Wiener zurzeit rund 2,5 % mehr Geld zur Verfügung als der österreichische Durchschnitt.

Kärnten hat Probleme

Das kaufkraftschwächste Bundesland Österreichs bleibt nach wie vor Kärnten mit einer absoluten Kaufkraft von € 19.017 pro Kopf im Jahr. Die Kärntner haben derzeit sogar 6,6 % weniger Geld zur Verfügung als der österreichische Durchschnitt. Ein Grund für die anhaltend negative Entwicklung ist, dass Kärnten einerseits über keine großstädtische Agglomeration – mit gut bezahlten Jobs – verfügt, andererseits auch der Tourismus nicht mehr in dem Maße früherer Jahre zum Wohlstand beitra­gen kann. Außerdem zieht es viele Kärntner nach Wien, besonders die junge Population, die sich für ein Studium in der Bundeshauptstadt entscheidet. Betrachtet man jedoch die absoluten Kaufkraftveränderungen in Kärnten seit 2009, so gibt es doch bis heute einen Anstieg um no­minell 12,8 % pro Einwohner.

Bundesland Pro-Kopf ­Kaufkraft 2014 Pro-Kopf­ Kaufkraft 2013 Veränderung nominell
1. Niederösterreich 21.048 20.629 2,03%
2. Salzburg 21.022 20.594 2,08%
3. Wien 20.870 20.536 1,63%
4. Vorarlberg 20.507 19.922 2,94%
5. Oberösterreich 20.406 19.962 2,22%
6. Tirol 20.020 19.588 2,21%
7. Burgenland 19.613 19.166 2,33%
8. Steiermark 19.364 19.001 1,91%
9.Kärnten 19.017 18.752 1,41%
Gesamt Österreich 20.369 19.970 2,00%

Speckgürtel wächst

Die 5 kaufkräftigsten Bezirke Österreichs blieben gleich wie letztes Jahr. Wien I ist zwar auch weiterhin der kaufkräftigste Bezirk, jedoch nur mit einem nominellen Anstieg von 6 % im Ver­gleich zu 2009. Im Vergleich zum letzten Jahr nahm die Kaufkraft sogar nominell um 2% ab! Im Verhältnis zu 2009 stieg die absolute Kaufkraft je Einwohner unter den Top 5 Österreich in Ei­senstadt am meisten, und zwar um insgesamt 17 %. Insgesamt haben die Randbezirke um die großen Städte und insbesondere Wien-nahe Ortschaften den größten Zuwachs in den letzten fünf Jahren erfahren, im Gegensatz zu Wiener Bezirken. Bei den kaufkraftschwächsten Bezirken hat sich seit dem letztem Jahr hingegen einiges verändert – und zwar zum Positiven: Praktisch alle kaufraftschwachen Regionen in Österreich haben sich aus mittelfristiger Sicht überdurch­schnittlich entwickelt. An allerletzter Stelle des Kaufkraftrankings liegt der 15. Wiener Gemein­debezirk, gefolgt von Lienz in Osttirol. An fünfter Stelle der kaufkraftärmsten Bezirke Öster­reichs liegt heuer Hermagor statt bisher Hartberg. Hermagors Kaufkraft stieg seit 2009 um 11 %. Die Kaufkraft der Südoststeiermark (Umgerechnet auf Grund der Bezirkszusammenlegun­gen) hat sich seit dem letzten Jahr verbessert und stieg um 17 %.

 

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