Die Auswirkungen der Steuerreform auf Familienunternehmen

01. April 2015 Drucken
Die Auswirkungen der Steuerreform auf Familienunternehmen
Familienunternehmen profitieren von der Steuerreform durch die Tarifsenkung. Allerdings gibt es auch Konstellationen, in denen der Zugewinn wieder abgesaugt wird (Dividenden-Kest). |© Peter Smola/pixelio.de © Peter Smola/pixelio.de

Einzelunternehmen, Freiberufler und Familiengesellschafter von Personengesellschaften (OG, KG) profitieren tendenziell von den niedrigeren Eingangssteuersätzen (25 % Einkommensteuertarif statt bisher 36,5 %). Dies gilt auch bei höheren Einkommen, weil durch den progressiven Einkommensteuer-Stufentarif die nun „billiger“ gewordenen unteren Tarifstufen insgesamt zu einer geringeren Steuerlast führen. Die Wiener Steuerberatungskanzlei LBG Österreich hat die Entwürfe der Bundesregoierung analysiert. […]

Einzelunternehmen, Freiberufler und Familiengesellschafter von Personengesellschaften (OG, KG) profitieren tendenziell von den niedrigeren Eingangssteuersätzen (25 % Einkommensteuertarif statt bisher 36,5 %). Dies gilt auch bei höheren Einkommen, weil durch den progressiven Einkommensteuer-Stufentarif die nun „billiger“ gewordenen unteren Tarifstufen insgesamt zu einer geringeren Steuerlast führen. Die Wiener Steuerberatungskanzlei LBG Österreich hat die Entwürfe der Bundesregoierung analysiert.

Angemessenheit und Üblichkeit der GF-Gehälter

Im steuerlichen Dienstverhältnis (bei einer Gesellschaftsbeteiligung von bis zu 25 % am Stammkapital möglich) oder auch im Werkvertrag als Selbstständige tätige Geschäftsführer einer Familien-GmbH profitieren ebenso von den künftig niedrigeren Einkommensteuer. Bei rein steuerlich motivierten Anpassungsreaktionen, beispielsweise einer Erhöhung der Geschäftsführungsvergütung des GmbH-Gesellschafters muss allerdings mit Bedacht vorgegangen werden. Die Finanzverwaltung hinterfragt die Angemessenheit und Fremdüblichkeit. Daher werden gerade für eine Vergütungsveränderung außersteuerliche, beispielsweise betriebswirtschaftlich gut begründete Veränderungen erforderlich sein. Zu beachten ist weiters, dass durch die außerordentliche Erhöhung der Höchstbemessungsgrundlage in der Sozialversicherung (bisher: € 4.650 pro Monat, hinzu kommen die Jahressteigerung von € 90 pro Monat und nochmals € 100 pro Monat, als künftig € 4.840 pro Monat) künftig höhere Sozialversicherungsbeiträge in der Kranken-, Unfall-, Arbeitslosen- und Pensionsversicherung anfallen.

Pensionsbeiträge steigen, Ansprüche ungewiß

Ob die Erhöhung der Höchstbemessungsgrundlage auch zu einer im gleichen Verhältnis höheren Pensionsleistung führt, darf in Hinblick auf die anstehenden Pensionsreformen sehr skeptisch betrachtet werden. Laut LBG ist nicht auszuschließen, dass „Besserverdiener“ zwar mehr Beiträge leisten müssen, im Pensionsfall aber dann einen allfällig künftigen „Solidaritätsabschlag“ bei ihrer Pension hinzunehmen haben. Ebenso zu beachten ist, dass die Lohnnebenkosten (Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (4,5 %), Dienstgeberzuschlag, Kommunalsteuer (3 %), Beitrag zur Mitarbeitervorsorgekasse (1,53 %)) derzeit nicht gesenkt wurden und im Falle eines Geschäftsführer-Dienstverhältnisses auch die Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung erheblich sind, und bei steigendem GF-Entgelt mitsteigen. Dies erhöht die Personalkosten in der Familien-GmbH erhöhen.

Höhere Steuerlast durch Anhebung der Dividenden-Kest

Familien-GmbHs haben auf den ersten Blick künftig höhere Steuerlasten in Kauf zu nehmen. Zwar bleibt die für die Familien-GmbH geltende Körperschaftsteuer mit 25 % unverändert. Die für Dividendenausschüttungen fällig werdende Dividenden-KEST soll allerdings von 25 % auf 27,5 % erhöht werden. Dies bedeutet im Ergebnis, dass ausgeschüttete Dividenden aus Familien-GmbHs statt bisher mit 43,75 % künftig mit 45,625 % besteuert werden. Laut LBG kann es überlegenswert sein, den Jahresabschluss für 2014 rasch fertigzustellen und ausschüttbare laufende Gewinne und vorgetragene Bilanzgewinne noch vor Inkrafttreten der Steuerreform mit 25 % Dividenden-KEST an die Gesellschafter auszuschütten. Allerdings ist bei GSVG-versicherten Gesellschafter-Geschäftsführern (Beteiligung von über 50 % oder über 25 % und beherrschenden Einfluss) einer Familien-GmbH zu beachten, dass die Dividendenausschüttungen auch der GSVG-Beitragspflicht unterliegt.

Mehr zum Thema: