Zwölf Prozent aller promovierten Absolventen verlassen Österreich

22. April 2015 Drucken
Zwölf Prozent aller promovierten Absolventen verlassen Österreich
Ein hoher Anteil der frisch promovierten Uni-Absolventen kehrt Österreich rasch den Rücken. |© Uni Wien © Uni Wien

Mit der Höhe des Bildungsabschlusses steigt die Wahrscheinlichkeit, ins Ausland abzuwandern. Statistik Austria hat den beruflichen Verbleib der Absolventinnen und Absolventen 2008/09 bis 2010/11 analysiert. . Während nach einem Schulabschluss nur rund 1% der Personen das Land verließen, lag der Anteil der Wegziehenden bei Hochschulabsolventinnen und -absolventen bei etwa 4,5% (Master- oder Diplomabschluss). Als Beobachtungszeitraum wurden […]

Mit der Höhe des Bildungsabschlusses steigt die Wahrscheinlichkeit, ins Ausland abzuwandern. Statistik Austria hat den beruflichen Verbleib der Absolventinnen und Absolventen 2008/09 bis 2010/11 analysiert. . Während nach einem Schulabschluss nur rund 1% der Personen das Land verließen, lag der Anteil der Wegziehenden bei Hochschulabsolventinnen und -absolventen bei etwa 4,5% (Master- oder Diplomabschluss). Als Beobachtungszeitraum wurden drei Jahren nach Studienabschluss angesetzt.. Nach Abschluss eines Doktoratsstudiums waren es sogar 11,8%.

Hoher Rückkehreranteil

Unter den Doktoratsabsolventen waren jedoch ausländische Staatsangehörige. Viele von ihnen kehren nach ihrem Abschluss Österreich den Rücken: Mehr als die Hälfte (53,8%) der Personen aus Nicht-EU-Staaten, ein Drittel der Deutschen und ein Viertel der Personen aus anderen EU-Ländern zog nach dem Doktorat ins Ausland.

Nach Abschluss eines Doktorats ist die Motivation, ins Ausland zu ziehen, am höchsten

Etwa 0,5 bis 0,8% der Personen mit einem Abschluss im berufsbildenden Sekundarbereich II (Lehre, berufsbildende mittlere Schule, berufsbildende höhere Schule) verließen innerhalb von drei Jahren das Land, bei den allgemeinbildenden höheren Schulen waren es 1,2% der Absolventen und 0,9% der Absolventinnen und beiKollegs und Akademien 1,9% der Absolventen und 1,4% der Absolventinnen. Deutlich höher lagen die Anteile bei Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Nach einem Bachelorabschluss zogen 3,6% der Männer und 3,1% der Frauen innerhalb von drei Jahren ins Ausland. Für Männer und Frauen mit einem Master- oder Diplomabschluss lag der Anteil bei jeweils 4,5%. Unter den Personen mit einem Doktoratsabschluss zog es bereits im ersten Jahr nach dem Abschluss besonders viele ins Ausland (8,4% der Männer und 5,5% der Frauen), im zweiten Jahr folgten weitere 3,0% der Absolventen und 2,6% der Absolventinnen und im dritten Jahr jeweils 1,8%. Innerhalb von drei Jahren waren insgesamt 13,2% der Männer und 9,9% der Frauen nach Abschluss des Doktorats ins Ausland abgewandert.

Statistik Autria - Wegzüge nch Abschlussart und Staatsbürgerschaft

5 Prozent der Mediziner verlassen Österreich im ersten Jahr

Betrachtet nach Ausbildungsfeld zog es am stärksten Absolventinnen und Absolventen der „Geisteswissenschaften und Künste“, zu denen beispielsweise auch Religion und Sprachstudien zählen, ins Ausland. Nach einem Hochschulabschluss in diesem Ausbildungsfeld verließen 8,9% der Männer und 7,4% der Frauen innerhalb von drei Jahren Österreich. Besonders rasch erfolgte die Abwanderung bei Männern mit einem Hochschulabschluss im „Gesundheits- und Sozialwesen“. Bereits im ersten Jahr hatten 4,9% ihren Hauptwohnsitz nicht mehr in Österreich. Innerhalb von drei Jahren waren es bei den Männern 7,2% und bei den Frauen 5,0%. Neben Medizin fallen in dieses Ausbildungsfeld auch Pharmazie, Sozialarbeit sowie zahlreiche weitere Ausbildungen im Gesundheitsbereich wie beispielsweise Physiotherapie oder die Ausbildung für Hebammen. Am niedrigsten waren die Wegzugsquoten mit 1,5% bei den Frauen und 1,4% bei den Männern nach einem Studium an einer Pädagogischen Hochschule oder Universität im Ausbildungsfeld „Erziehung“.

Personen aus Nicht-EU Staaten mit Doktoratsabschluss wandern am häufigsten ab

Seit 2005 ist die Zahl der deutschen Staatsangehörigen, die in Österreich studieren, stark angestiegen. Im Wintersemester 2003/04 belegten Deutsche rund 7.100 ordentliche Studien an öffentlichen Universitäten in Österreich, 2013/14 waren es rund 31.200. Mehr als ein Viertel der Personen, die von 2008/09 bis 2010/11 ihren Abschluss erwarben, wanderten innerhalb von drei Jahren nach einem Bachelor-, Master- oder Diplom-Abschluss aus Österreich weg, nach einem Doktorat war es ein Drittel.

6 Prozent der neu promovierten Österreicherinnen gehen ins Ausland

Mit Erreichen des höchstmöglichen Bildungsniveaus, dem Abschluss eines Doktorats, zieht es besonders viele Menschen ins Ausland. Mehr als die Hälfte der Personen aus einem Nicht-EU-Staat, die in Österreich zwischen 2008/09 und 2010/11 ein Doktorat erfolgreich abschließen konnten, verließen innerhalb von drei Jahren das Land. Unter den EU-Bürgerinnen und -Bürgern (ohne Österreich und Deutschland) war es ein Viertel und von den deutschen Doktoratsabsolventinnen und -absolventen gab ein Drittel den Hauptwohnsitz in Österreich innerhalb von drei Jahren nach dem Abschluss auf. Unter den Österreicherinnen und Österreichern wanderten nach dem Abschluss des Doktorats 5,9% ins Ausland ab.

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