Europaparlament: Plastiksackerl sollen ab 2019 sukzessive verschwinden

29. April 2015 Drucken
Europaparlament: Plastiksackerl sollen ab 2019 sukzessive verschwinden
Die Bepreisung von Sackerln mit 50 Cent führte in Irland zu einer Reduktion von 90 Prozent in nur fünf Monaten. | © APA © APA

Weltweit werden 100 Milliarden Plastiksackerl pro Jahr ausgegeben. Eine EU-Richtlinie, die deren Verbrauch mindern soll, ist am Dienstag vom Europaparlament angenommen worden. Für die EU-Staaten bedeutet dies, die kostenlose Abgabe der Sackerl bis Ende 2018 zu verbieten oder bis 2019 den Verbrauch auf 90 Sackerl pro Person durch andere Maßnahmen zu reduzieren. 2025 sollen es dann nur mehr 40 Plastiktüten sein. Beim Verbrauch ist Österreich mit 51 Plastiktaschen schon jetzt fast auf Kurs. Obst- und Gemüsesackerl sind ausgenommen. 

Endlos-Zahl

100 Milliarden Stück beträgt der jährliche Verbrauch an Tragetaschen aus Plastik in den EU-Staaten, so die Zahlen der EU-Kommission aus dem Jahr 2010 – und die große Mehrheit davon, nämlich 89 Prozent, wird nur einmal verwendet. „Die Sackerln werden dann zum Problem, wenn sie weggeworfen werden“, sagte Margrete Auken, zuständige Chefunterhändlerin des Parlaments und Abgeordnete bei den dänische Grünen, am Tag vor der Abstimmung gegenüber Journalisten.

Obst- und Gemüsesackerl werden nicht verbannt

Die kleinen Sackerln, die etwa für das Einpacken von Obst und Gemüse in den Supermärkten verwendet werden, sind von der Richtlinie jedoch ausgenommen, wie auch jene mit einer Dicke von unter 15 Mikron. Hier soll die EU-Kommission aber zwei Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie einen Bericht präsentieren, mit welchen Mitteln man auch die Nutzung dieser Produkte eindämmen kann.

90 Sackerl pro Person

Bereits die jetzige Reduktion sei zum Vorteil für Umwelt und Verkäufer, kommentierte Auken den Kompromiss. Bei der Wahlfreiheit, entweder ab Ende 2018 die Sackerln nicht mehr gratis abzugeben oder mit anderen Optionen den Verbrauch bis 2019 auf 90 Sackerln pro Person und bis 2025 auf 40 zu reduzieren, empfahl Auken die erstere Variante. „Die Bepreisung von Sackerln mit 50 Cent führte in Irland zu einer Reduktion von 90 Prozent in nur fünf Monaten“, argumentierte die Chefunterhändlerin.

Österreich verbraucht 51 Sackerl pro Kopf

In Österreich betrug der Pro-Kopf-Verbrauch jedenfalls laut den EU-Kommissionszahlen schon 2010 bereits 51, womit man beim Gesamtverbrauch den drittbesten Wert unter den EU-Staaten erreichen konnte. Jedoch wurden von diesen 51 Sackerln 45 nur einmal verwendet. (APA)

 

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