Rückzieher: Roaming-Gebühren in der EU sollen bestehen bleiben

15. Mai 2015 Drucken
Rückzieher: Roaming-Gebühren in der EU sollen bestehen bleiben
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Die Roaming-Gebühren, die die EU ursprünglich bis Juli 2016 ersatzlos abschaffen wollen, sollen laut „Bild“-Zeitung noch jahrelang weiter bestehen. Das Blatt beruft sich auf ein Geheimpapier aus dem Europäischen Rat vom 27. April 2015, wonach sich der EU-Ministerrat darauf beschränkte, ab 2016 nur sogenannte „Roam like at home“-Tarife für EU-Bürger einzuführen, die ihr Handy im […]

Die Roaming-Gebühren, die die EU ursprünglich bis Juli 2016 ersatzlos abschaffen wollen, sollen laut „Bild“-Zeitung noch jahrelang weiter bestehen. Das Blatt beruft sich auf ein Geheimpapier aus dem Europäischen Rat vom 27. April 2015, wonach sich der EU-Ministerrat darauf beschränkte, ab 2016 nur sogenannte „Roam like at home“-Tarife für EU-Bürger einzuführen, die ihr Handy im EU-Ausland nutzen. Es sollen pro Jahr nur begrenzte Telefon- und Datenpakete zum Inlandstarif verfügbar werden.

Konkret sei geplant, bei Anrufen aus dem Ausland nur 50 Minuten pro Jahr zu den jeweiligen Inlandskonditionen zu gestatten, berichtete die „Bild“-Zeitung. Nach Überschreiten dieses Grenzwertes sollten weiterhin Roaming-Gebühren fällig werden, die aktuell 0,19 Euro pro Minute für Anrufe sowie 0,05 Euro pro Minute für angenommene Anrufe betragen. Ebenso sei vorgesehen, dass EU-Bürger im Ausland nur 50 SMS pro Jahr zu den jeweiligen Inlandsbedingungen abschicken könnten. Ab dem 51. SMS würden wiederum Roaming-Gebühren fällig (aktuell 0,06 Euro pro SMS).

100 MB/Jahr zum Inlandstarif

Bei der Nutzung des mobilen Internets sehen die EU-Minister dem Bericht zufolge eine Obergrenze von 100 Megabyte pro Jahr vor. Wer diesen Wert bei Auslandsreisen überschreite, müsse ebenfalls weiter Aufschläge zahlen (aktuell 0,20 Euro pro MB verbrauchtes Datenvolumen). Die EU-Parlamentarierin und frühere EU-Kommissarin Viviane Reding bezeichnete die Pläne laut „Bild“ als „Schande“. „Eigentlich müsste es einen Volksaufstand geben!“, sagte Reding. „In geheimen Brüsseler Ministerialrunden wird beschlossen, den Leuten weiter das Geld aus der Tasche zu ziehen. (APA)

 

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