Altersbericht 2015: Europa ergraut

18. Mai 2015 Drucken
Altersbericht 2015: Europa ergraut
Der Anteil der über 80jährigen wird sich bis 2060 mehr als verdoppeln. |© Lupo/pixelio.de © Lupo/pixelio.de

Europas Bevölkerung wird ergrauen und das hat erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Sozialsysteme in der EU. Zu diesem Ergebnis kommt der kürzlich von der EU-Kommission veröffentlichte Altersbericht. Dieser zeigt, wie sich die EU bis 2060 demographisch entwickeln und wie die Ausgaben für Renten, Gesundheit und Pflege in den EU-Mitgliedstaaten steigen werden. Er gibt […]

Europas Bevölkerung wird ergrauen und das hat erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Sozialsysteme in der EU. Zu diesem Ergebnis kommt der kürzlich von der EU-Kommission veröffentlichte Altersbericht. Dieser zeigt, wie sich die EU bis 2060 demographisch entwickeln und wie die Ausgaben für Renten, Gesundheit und Pflege in den EU-Mitgliedstaaten steigen werden. Er gibt Aufschluss über die wirtschaftlichen, budgetären und gesellschaftlichen Herausforderungen, denen sich die Gesellschaft in Zukunft stellen muss. 

Anteil der über 65jährigen steigt stark

Der Anteil der über 65jährigen an der EU-Bevölkerung wird von 18,4 Prozent in 2013 auf 25,8 Prozent in 2035 und 28,4 Prozent in 2060 steigen, in Deutschland sogar auf 30,6 Prozent. Der Anteil der über 80jährigen wird sich mehr als verdoppeln: von 5,1 Prozent auf 11,8 Prozent in 2060, in Deutschland sogar auf 13,4 Prozent. Die Alterung wirkt sich auch auf die Entwicklung der Ausgaben für Gesundheit, Rente und Pflege aus. Laut Bericht soll der Anteil der Ausgaben für die Renten in Deutschland von derzeit 10 Prozent des BIP auf 12,1 Prozent bis 2035 steigen, während die Ausgaben EU-weit nahezu konstant knapp über 11 Prozent liegen. Die Gesundheitsausgaben in Deutschland steigen von 7,6 Prozent auf 8,2 Prozent des BIP in 2035, EU-weit auf 7,6 Prozent von derzeit 6,9 Prozent. Noch größer ist die Zunahme bei den Ausgaben der Langzeitpflege: im EU-Durchschnitt von 1,1 Prozent auf 2,7 Prozent des BIP in 2060 und in Deutschland von 1,4 Prozent auf 2,9 Prozent.

Wie alt Frauen in Europa bei ihrer ersten Geburt sind, zeigen u.a. die von der europäischen Statistikbehörde (Eurostat) veröffentlichten Zahlen anlässlich des Internationalen Tags der Familie am kommenden Freitag. Deutsche Frauen waren 2013 bei der Geburt ihres ersten Kindes durchschnittlich 29 Jahre alt (EU-Durchschnitt: 28,7 Jahren). Dabei lag der Anteil an Teenagermüttern in Deutschland mit 4,1 Prozent unter dem EU-weiten Durchschnitt (5,4 Prozent). Deutlich mehr junge Frauen (jünger als 20 Jahre) bekamen ihr erstes Kind in Rumänien (15,6 Prozent aller Geburten des ersten Kindes im Jahr 2013), Bulgarien (14,7 Prozent) und Ungarn (11 Prozent). Jedes vierzigste erstgeborene Kind hatte 2013 in Deutschland eine 40-jährige oder ältere Mutter (2,5 Prozent). EU-weit liegt der Schnitt mit 2,8 Prozent knapp darüber. Am anderen Ende der Altersskala fanden sich 2013 die Erstgebärenden im Alter von 40 Jahren und älter mit den höchsten Anteilen in Italien (6,1% aller Geburten des ersten Kindes im Jahr 2013), Spanien (5,1%), Griechenland (4,1%), Luxemburg (3,8%) und Irland (3,4%). Dagegen wurden Anteile von weniger als 1% in Polen und der Slowakei (jeweils 0,7%) sowie in Litauen (0,9%) gemeldet. Deutschlandweit handelte es sich 2013 bei fast 85 Prozent (84,8 Prozent) der Geburten um das erste oder zweite Kind, während es sich bei 11,2 Prozent um das dritte und bei 5 Prozent um das vierte oder folgende Kind handelte. Von den EU-Mitgliedstaaten verzeichnete Finnland (10,4 Prozent) den höchsten Anteil vierter oder folgender Geburten an den Geburten insgesamt, gefolgt vom Vereinigten Königreich (9,5 Prozent), von Rumänien (9,4 Prozent) und Irland (9,0 Prozent).