Geschäftsführer-Klima Index: 2015 macht den Bossen Sorgen

22. Juni 2015 Drucken
Geschäftsführer-Klima Index: 2015 macht den Bossen Sorgen
© pixabay

Die österreichischen Unternehmen ziehen eine positive Bilanz ihrer Geschäfte für 2014: Gut die Hälfte der Firmen konnte 2014 Umsatz und Profitabilität steigern, ergab eine aktuelle Kienbaum-Studie. Die Aussichten für 2015 sind hingegen durchwachsen: Die Erwartungen in die österreichische Wirtschaftsentwicklung sind mehr als verhalten. Im Export werden die Auswirkungen  der Russland-Ukraine-Krise deutlich spürbar. Vertriebsmanagement wird immer wichtiger. […]

Die österreichischen Unternehmen ziehen eine positive Bilanz ihrer Geschäfte für 2014: Gut die Hälfte der Firmen konnte 2014 Umsatz und Profitabilität steigern, ergab eine aktuelle Kienbaum-Studie. Die Aussichten für 2015 sind hingegen durchwachsen: Die Erwartungen in die österreichische Wirtschaftsentwicklung sind mehr als verhalten. Im Export werden die Auswirkungen  der Russland-Ukraine-Krise deutlich spürbar. Vertriebsmanagement wird immer wichtiger.

Exportunternehmen zeigen mehr Optimismus

77 Prozent der österreichischen Unternehmen erwarten eine positive Marktentwicklung im außereuropäischen Raum und zwei Drittel ebenso für den europäischen Markt. Für Österreich selbst sind die Prognosen jedoch weniger optimistisch: 54 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sich der inländische Markt negativ entwickelt. Zugleich sehen zwei Drittel der Firmen die Binnenkonjunktur als größtes Gefahrenpotenzial für ihren geschäftlichen Erfolg. Die exportorientierten Unternehmen sind hingegen optimistischer: 39 Prozent planen, in den kommenden beiden Jahren ihre Investitionen zu erhöhen, während nur ein Viertel aller befragten Firmen dies plant. Das sind Ergebnisse der Studie Geschäftsführer-Klima Index 2015 der Beratungsgesellschaft Kienbaum in Wien. Dazu haben die Berater die Geschäftsführer von 114 Unternehmen aus dem produzierenden Sektor, der Dienstleistungsbranche und dem Handel befragt.

Unternehmen setzen in Zukunft verstärkt auf Verkauf und Vertrieb

Die Bedeutung von Verkauf und Vertrieb wird in den österreichischen Unternehmen auf lange Sicht am stärksten steigen: In den Augen von 76 Prozent der befragten Geschäftsführer wird dieser Organisationsbereich künftig deutlich wichtiger für den geschäftlichen Erfolg. Trotz der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung und Trends wie Industrie 4.0 spielt die IT eine untergeordnete Rolle in den strategischen Planungen der Manager: Nur 21 Prozent der Firmen erwartet, dass der IT-Bereich künftig erheblich an Bedeutung gewinnt.

Firmen wollen mit Vertriebsmitarbeiter besser qualifizieren

Der steigenden Bedeutung von Verkauf und Vertrieb tragen die meisten Unternehmen mit einer Qualifizierungsoffensive Rechnung: Zwei Drittel der Firmen wollen ihre Vertriebsmitarbeiter besser qualifizieren, weil sie dies als besonders wichtig für eine langfristige Entwicklung der Kundenbeziehungen einschätzen.

Unternehmen nutzen strategische Vergütungselemente noch nicht richtig

Einige Unternehmen setzen noch auf die falschen strategischen Vergütungselemente: 13 Prozent der Firmen nutzen derzeit Vergütungselemente, von deren Wichtigkeit sie nicht überzeugt sind. Und 30 Prozent schätzen Vergütungselemente als wichtig ein, haben sie aber noch nicht eingeführt. Gerade bei der Vertriebsvergütung haben viele Unternehmen Nachholbedarf: Obwohl die Bedeutung des Vertriebs künftig mehr und mehr steigt, bewerten nur 30 Prozent der Firmen ein separates Incentives-System für den Vertrieb als maßgeblich für ihren künftigen Geschäftserfolg – und lediglich ein Drittel hat ein solches Anreizsystem derzeit bereits eingeführt.

Mehr zum Thema: