OeNB: Deckungslücke beträgt bei Franken-Krediten 6 Mrd. Euro

08. Juli 2015 Drucken
OeNB: Deckungslücke beträgt bei Franken-Krediten 6 Mrd. Euro
Das Volumen an Krediten in Schweizer Franken, die den weitaus größten Teil der Fremdwährungskredite in Österreich ausmachen, hat sich seit Ende 2008 halbiert. |© APA © APA

Die europäischen Finanzmärkte standen in der ersten Jahreshälfte 2015 unter dem Einfluss der offensiven Geldpolitik des Eurosystems. Bei der Kreditvergabe der Banken an den Unternehmenssektor im Euroraum zeichnete sich in den ersten Monaten 2015 eine Erholung ab, gleichzeitig verminderten sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern des Euroraums. Schweizer Fremdwährungskredite sorgen in Österreich bei Tilgungsträgern […]

Die europäischen Finanzmärkte standen in der ersten Jahreshälfte 2015 unter dem Einfluss der offensiven Geldpolitik des Eurosystems. Bei der Kreditvergabe der Banken an den Unternehmenssektor im Euroraum zeichnete sich in den ersten Monaten 2015 eine Erholung ab, gleichzeitig verminderten sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern des Euroraums. Schweizer Fremdwährungskredite sorgen in Österreich bei Tilgungsträgern immer noch für eine Deckungslücke von 6 Mrd. Euro. 

Kreditnachfrage bleibt moderat

Die Kredite der österreichischen Banken an Unternehmen und private Haushalte verzeichneten bis Mai 2015 positive Wachstumsraten, wenngleich ihre Dynamik verhalten blieb. Die Kreditpolitik der Banken gegenüber Unternehmen war im ersten Quartal 2015 weiterhin vorsichtig, gleichzeitig war jedoch auch die Kreditnachfrage der Unternehmen sehr moderat, sodass das Investitionswachstum nicht durch etwaige Kreditangebotsbeschränkungen gedämpft wurde.

Schweizer Frankenkredite haben sich um 6 Mrd. Euro verteuert

Nach wie vor stellen die Fremdwährungs- und Tilgungsträgerkredite ein Risiko dar. Das Volumen an Krediten in Schweizer Franken, die den weitaus größten Teil der Fremdwährungskredite in Österreich ausmachen, hat sich seit Ende 2008 halbiert. Allerdings brachte die Aufwertung des Schweizer Franken zu Jahresbeginn bei Tilgungsträgerkrediten einen Anstieg der Deckungslücken zwischen dem erwarteten Erlös des Tilgungsträgers und dem zurückzuzahlenden Kreditbetrag. Ende April 2015 betrug diese Deckungslücke rund 6 Mrd EUR.

Ertragsstärke der heimischen Banken unter europäischem Schnitt

Das Jahr 2014 war für die österreichischen Banken von strukturellen Änderungen gekennzeichnet. Obwohl das konsolidierte Jahresergebnis – nach Verlusten im Vorjahr – mit rund 1,4 Mrd EUR wieder positiv ausfiel, blieb die Profitabilität weiter unter Druck. Die strukturelle Ertragsschwäche der österreichischen Banken im Inland hielt weiter an. Der beginnende Konsolidierungsprozess sollte sich aber positiv auf die künftige Ertragsentwicklung auswirken. Die Gewinne der österreichischen Tochterbanken in CESEE gingen im Jahr 2014 signifikant zurück, verursacht unter anderem durch die anhaltend schlechte Kreditqualität und die Verluste aus Fremdwährungskreditgeschäften sowie als Folge der Spannungen zwischen Russland und der Ukraine. Die Profitabilität der österreichischen Banken lag damit unter jener von vergleichbaren europäischen Instituten.

 

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