Krankenhausgehälter: Was Chefärzte in Deutschland verdienen

27. Juli 2015 Drucken
Krankenhausgehälter: Was Chefärzte in Deutschland verdienen
Gehaltsstrukturen in deutschen Krankenhäusern: Der Chefarzt verdient im schnitt das doppelte des medizinischen Direktors. |© Rainer Sturm/pixelio.de © Rainer Sturm/pixelio.de

Die Krankenhäuser in Deutschland haben im vergangenen Jahr die Saläre ihrer nichtärztlichen Führungskräfte um durchschnittlich 2,8 Prozent und die der Ärzte um 2,9 Prozent angehoben. Das ergab der Vergütungsreport „Ärzte, Führungskräfte & Spezialisten in Krankenhäusern“ der Managementberatung Kienbaum, das dadurch einen interessanten Vergleich zu österreichischen Gehaltsstrukturen im Krankenhausbereich erlaubt. Die Gehälter von Krankenhaus-Geschäftsführern steigen um 2,3 […]

Die Krankenhäuser in Deutschland haben im vergangenen Jahr die Saläre ihrer nichtärztlichen Führungskräfte um durchschnittlich 2,8 Prozent und die der Ärzte um 2,9 Prozent angehoben. Das ergab der Vergütungsreport „Ärzte, Führungskräfte & Spezialisten in Krankenhäusern“ der Managementberatung Kienbaum, das dadurch einen interessanten Vergleich zu österreichischen Gehaltsstrukturen im Krankenhausbereich erlaubt. Die Gehälter von Krankenhaus-Geschäftsführern steigen um 2,3 Prozent, während im Vergleich dazu beispielsweise die Chef-Saläre in der IT-Branche in diesem Jahr um 3,7 Prozent angehoben wurden.

Management verdient die Hälfte der Chefärzte

Ein ärztlicher Direktor verdient im Schnitt 133.000 Euro und damit nur knapp halb so viel wie ein Chefarzt. Dieser erhält Jahresgesamtbezüge von durchschnittlich 280.000 Euro. Die Vergütung eines Krankenhaus-Geschäftsführers liegt bei 190.000 Euro im Jahr, während ein Facharzt im Schnitt 84.000 Euro erhält. In die Untersuchung sind Daten von 2.627 Mitarbeitern aus 100 Krankenhäusern in Deutschland eingeflossen . 

Spannbreite der Gehälter steigt mit der Hierarchieebene
Je höher die Mitarbeiter in der Krankenhaushierarchie angesiedelt sind, desto stärker streuen die Gehälter: Die Bandbreite der Gehälter der nichtärztlichen Führungskräfte und Spezialisten reicht von weniger als 40.000 Euro bis 200.000 Euro jährlich. Doch 42 Prozent der Spezialisten und Führungskräfte verdienen zwischen 60.000 und 80.000 Euro im Jahr. Noch größer ist die Gehaltsspanne bei den Chefärzten: Hier realisieren die Positionsinhaber Jahresgesamteinkommen von 80.000 Euro bis über 750.000 Euro, wobei der Chefarzt mit der höchsten Vergütung fast das Zehnfache erhält wie der Chefarzt mit dem geringsten Einkommen. 37 Prozent der Chefärzte verdienen durchschnittlich zwischen 125.000 Euro und 200.000 Euro im Jahr.

Immer mehr Krankenhäuser zahlen ihren Mitarbeitern einen Bonus
Obwohl die leistungsorientierte Vergütung bei Weitem nicht solch eine große Bedeutung wie in anderen Branchen hat, ist das Gehalt der Führungskräfte in Krankenhäusern mittlerweile ebenfalls häufig an Leistung und Erfolg gekoppelt: Drei Viertel der Geschäftsführer in Krankenhäusern werden zum Teil variabel entlohnt. Bei den nichtärztlichen Führungskräften sind es rund 31 Prozent und bei den Spezialisten erhalten immerhin noch 22 Prozent der Studienteilnehmer einen Bonus.
Fast alle Chefärzte (97 Prozent) erhalten eine variable Vergütungskomponente, wobei das sogenannte Liquidationsrecht mit 54 Prozent die überwiegende Gestaltungsform ist. Auch 82 Prozent der Oberärzte, 51 Prozent der Fachärzte und 30 Prozent der Ärzte in Weiterbildung wird eine variable Vergütung gewährt. Hier ist die Beteiligung an den Privatliquidationen des Chefarztes ebenfalls die vorherrschende Gestaltungsform. Eine Bonusvereinbarung kommt dagegen nur bei 17 Prozent der Chefärzte und 19 Prozent der Oberärzte vor.

Berufserfahrung wirkt sich stark auf die Vergütung aus
Ein Geschäftsführer mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung verdient durchschnittlich 136.000 Euro im Jahr, während eine Führungskraft in gleicher Position mit mehr als 20 Jahren im Beruf 215.000 Euro erhält. Ähnlich verhält es sich auf der Chefarztebene: Die Gesamtbezüge der Chefärzte mit bis zu dreijähriger Berufserfahrung belaufen sich auf 248.000 Euro und steigen bei Chefärzten, die über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung verfügen, sogar auf durchschnittlich 393.000 Euro. 

Mehr zum Thema: