Deutschland: Förderung von Wind- und Solaranlagen ab 2017 im Ausschreibungsverfahren

03. August 2015 Drucken
Deutschland: Förderung von Wind- und Solaranlagen ab 2017 im Ausschreibungsverfahren
Deutschland vergibt ab 2017 Ökoenergie-Projekte an Bieter mit geringstem Förderbedarf. |© APA © APA

Die Ökostrom-Förderung in Deutschland wird im Zuge der Energiewende umgebaut und soll damit günstiger für die Kunden werden. Ab 2017 sollen die Hilfen für den Großteil der neuen Wind- oder Solaranlagen per Ausschreibung festgelegt werden, heißt es in am Freitag veröffentlichten Eckpunkten des Wirtschaftsministeriums. Wer die geringsten Förderkosten für ein Projekt verlangt, bekommt den Zuschlag. […]

Die Ökostrom-Förderung in Deutschland wird im Zuge der Energiewende umgebaut und soll damit günstiger für die Kunden werden. Ab 2017 sollen die Hilfen für den Großteil der neuen Wind- oder Solaranlagen per Ausschreibung festgelegt werden, heißt es in am Freitag veröffentlichten Eckpunkten des Wirtschaftsministeriums. Wer die geringsten Förderkosten für ein Projekt verlangt, bekommt den Zuschlag.

Annäherung an Marktkosten

„Aus unserer Sicht sind Ausschreibungen ein objektives, ein transparentes und auch ein diskriminierungsfreies Verfahren, um die Vergütungshöhe zu bestimmen“, sagte Staatssekretär Rainer Baake. Die Kosten des Solar- und Windkraft-Stroms sollen damit auf ein „erforderliches Maß“ beschränkt werden, ergänzte er. Die „großen Kostensenkungen“ wollte er aber ausdrücklich nicht versprechen.

Bis jetzt 20 Jahre Preisgarantie

Bis jetzt bekommen die Betreiber von Solar- oder Windkraftanlagen einen auf 20 Jahre garantierten Abnahmepreis für ihren Strom. Dies war auch auf Widerstand der EU-Kommission gestoßen, die Änderungen verlangt hatte. Nun sollen 80 Prozent der neuen Anlagen per Ausschreibung gefördert werden.

Ausnahmen für kleine Anlagen

Konkret schlägt das Wirtschaftsministerium vor, Ausschreibungen für die drei wichtigsten Bereiche Windkraft an Land, Windkraft auf See und Photovoltaik vorzunehmen. Nicht betroffen sein sollen davon kleine und mittlere Solarstrom-Anlagen auf Dächern und Windräder mit einer installierten Leistung von bis zu einem Megawatt, für die es beim bisherigen Vergütungsmodell bleiben soll. Ebenfalls keine Ausschreibungen sind zunächst für die Biomasse sowie die Wasserkraft und die Geothermie vorgesehen. Einen entsprechenden Beschluss soll das Kabinett im März nächsten Jahres fassen. (APA)