Hitzefrei: Der Arbeitgeber entscheidet

06. August 2015 Drucken
Hitzefrei: Der Arbeitgeber entscheidet
Der Arbeitgeber entscheidet, ob bei Schlechtwetter gearbeitet wird oder nicht. |© Ingo Rosenthal/pixelio.de © Ingo Rosenthal/pixelio.de

Weder Arbeiter noch Angestellte haben einen gesetzlichen Anspruch auf Hitzefrei. Der Betrieb entscheidet, ob die Arbeit wegen Kälte oder Hitze eingestellt wird. Am Bau werden die Arbeiter mit 60 Prozent des Stundenlohns entschädigt. Bei Temperaturen ab 35,1 Grad besteht für den Arbeitgeber die Möglichkeit, die Rückerstattung der ausbezahlten Schlechtwetterentschädigung bei der BUAK (Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse) […]

Weder Arbeiter noch Angestellte haben einen gesetzlichen Anspruch auf Hitzefrei. Der Betrieb entscheidet, ob die Arbeit wegen Kälte oder Hitze eingestellt wird. Am Bau werden die Arbeiter mit 60 Prozent des Stundenlohns entschädigt. Bei Temperaturen ab 35,1 Grad besteht für den Arbeitgeber die Möglichkeit, die Rückerstattung der ausbezahlten Schlechtwetterentschädigung bei der BUAK (Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse) geltend zu machen. 

Am Bau zählt Hitze nun als Schlechtwetter
Dienstgeber oder dessen Beauftragte am Bau entscheiden, ob bei Schlechtwetter gearbeitet wird oder nicht. Dies gilt auch für Baustellen. Derzeit gelten Temperaturen ab 35 Grad am Bau als Schlechtwetter (Messung in 2 m Höhe, Schattentemperatur).  Die Arbeiter werden mit 60 Prozent des Stundenlohns entschädigt. Dies regelt das Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz. Die BUAK (Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse) entscheidet auf Basis von Daten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, ob ein gestellter Schlechtwetterantrag verrechnet wird.

Bei Hitze keine Wartezeit

Grundsätzlich besteht zwar die Verpflichtung, eine Wartezeit von 3 Stunden auf der Baustelle einzuhalten (um abzuwarten, ob sich die Witterungsbedingungen ändern), dies ist aber bei Hitze laut BUAK nicht zielführend, da die Temperatur bis ca. 21 Uhr eher ansteigt bzw. gleich bleibt, als absinkt.

Antrag Betrieb

Der Betrieb hat die Möglichkeit, die Rückerstattung ausbezahlter Schlechtwetterentschädigung (60% vom Ist-Lohn) bei der BUAK geltend zu machen.

  • Der Antrag auf Rückerstattung der in einem Abrechnungszeitraum ausbezahlten Beträge kann innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Abrechnungszeitraumes gestellt werden.
  • Die Refundierung an den Betrieb erfolgt nach der Prüfung des Antrages (Wetterkriterien) durch die BUAK.
  • Der Betrieb erhält den Refundierungsbetrag plus einen Pauschbetrag in Höhe von 30 % (als Abgeltung für die in der Zeit des Arbeitsausfalles geleisteten Sozialabgaben).
  • Geringes Unterschreiten (Beispiele 34,5°C, 34,9°C) führt zu einer Ablehnung der Rückerstattung von Schlechtwetterentschädigungen

Ersatzarbeit

Die/der Arbeitnehmer/in ist verpflichtet, eine andere, zumutbare Arbeit im Betrieb zu verrichten (ohne Schmälerung des Entgeltes).
Auf Anordnung des Betriebes muss die/der Arbeitnehmer/in drei Stunden auf der Baustelle verbleiben, um eine Witterungsbesserung abzuwarten. Allerdings muss eine entsprechende Unterkunft vorhanden sein 

Klimaanlage keine Pflicht

Im Allgemeinen müssen Dienstgeber dafür sorgen, dass die Temperaturen am Arbeitsort sinken. So ist die Installation von Jalousien dem Arbeitgeber zumutbar. Gelüftet sollte vor allem am Abend oder in der Früh werden. Eine Klimaanlage muss der Arbeitgeber wegen Hitze nicht installieren. Verfügt der Arbeitsplatz über eine Klimaanlage, sollte eine Raumtemperatur von 25 Grad bei geringer körperlicher Belastung, etwa bei sitzenden Tätigkeiten, nicht überschritten werden. Bei Arbeiten mit häufigem Stehen sollte es höchstens 24 Grad warm sein.

 

Mehr zum Thema: