Deutscher Profifußball hält 110.000 Menschen in Lohn und Brot

17. August 2015 Drucken
Deutscher Profifußball hält 110.000 Menschen in Lohn und Brot
Drei Jobs, die durch die Bundesliga ermöglicht werden: Alaba, Boateng freuen sich, Götze überlegt noch. |© facebook © facebook

Die Anzahl der Vollzeitarbeitsplätze im deutschen Fußball ist seit 2008 um 57 Prozent gestiegen. Die Wertschöpfung beträgt dabei laut einer McKinsey-Studie fast 8 Milliarden Euro. Das Wachstumstempo sei nur durch stärkere Internationalisierung zu halten, schreibt das Beratungsunternehmen. Blühender Wirtschaftszweig Die wirtschaftliche Bedeutung des professionellen Fußballs in Deutschland nimmt weiter zu. Umgerechnet 110.000 Vollzeitarbeitsplätze werden vom […]

Die Anzahl der Vollzeitarbeitsplätze im deutschen Fußball ist seit 2008 um 57 Prozent gestiegen. Die Wertschöpfung beträgt dabei laut einer McKinsey-Studie fast 8 Milliarden Euro. Das Wachstumstempo sei nur durch stärkere Internationalisierung zu halten, schreibt das Beratungsunternehmen.

Blühender Wirtschaftszweig

Die wirtschaftliche Bedeutung des professionellen Fußballs in Deutschland nimmt weiter zu. Umgerechnet 110.000 Vollzeitarbeitsplätze werden vom Spielbetrieb angestoßen. Die Wertschöpfung betrug im vergangenen Jahr 7,9 Milliarden Euro. Der Staat profitiert durch die wirtschaftlichen Aktivitäten rund um den Profifußball abzüglich der Kosten mit jährlich 2,3 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben. Dies sind die wesentlichen Ergebnisse einer Analyse von McKinsey & Company mit dem Titel „Wachstumsmotor Bundesliga“. Die Studie hat McKinsey auf eigene Initiative erstellt.

40.000 neue Jobs

Seit 2008 ist die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze um 40.000 Stellen gewachsen. Die Beschäftigungsintensität des Profifußballs ist damit so stark gestiegen wie zuletzt in nur wenigen anderen Wirtschaftszweigen in Deutschland. Die Wertschöpfung stieg im gleichen Zeitraum um 55 Prozent. Damit ist der Beitrag des Profifußballs zehn Mal so schnell gewachsen wie die deutsche Gesamtwirtschaft. Um 53 Prozent gestiegen ist die Netto-Summe an Steuern und Abgaben, die der öffentlichen Hand jährlich durch die Wirtschaftstätigkeit rund um den Profifußball zufließt. Die Branche hat sich damit als echter Wachstumsmotor etabliert. Jeder 350. in Deutschland erwirtschaftete Euro steht im Zusammenhang mit dem Profifußball. Die Branche stehe allerdings vor der Herausforderung, dieses Tempo auch in Zukunft zu halten“, heißt es in der Untersuchung.

Weiteres Wachstum durch Internationalisierung

Der professionelle Fußball in Deutschland steht nach den McKinsey-Analysen auf einem sehr stabilen wirtschaftlichen Fundament. Alle wichtigen Einnahmequellen sind in den vergangenen sechs Jahren gewachsen:

  • Sponsoring (plus 56 Prozent),
  • Medienrechten (plus 47 Prozent)
  • Ticketverkäufe (plus 40 ProzentMerchandising (plus 52 Prozent).

„Um Zusatzerlöse nicht aus einer Erweiterung der Ligen, einer stärkeren Aufteilung des Spieltags oder massiv höheren Ticketpreisen zu erzielen, muss der Profifußball das Augenmerk auf eine stärkere Internationalisierung richten“, so McKinsey.  Schon jetzt generiert jeder Euro Wertschöpfung bei den Vereinen 2,60 Euro bei anderen Beteiligten – vom Infrastruktur- und Baugewerbe über Gastronomie, Hotels und Transportwesen, Sicherheitsdienste bis hin zu Lizenznehmern und Ausrüstern. Ein ähnlicher Effekt zeigt sich bei der Beschäftigung. Für jeden geschaffenen Job in den Vereinen entstehen mehr als zwölf Arbeitsplätze in zumeist personalintensiven Serviceindustrien. Dies ergibt 165.000 Stellen (umgerechnet 110.000 Vollzeitarbeitsplätze).

Mehr zum Thema:

Deutscher Profifußball schafft 110.000 Vollzeitarbeitsplätze