Arbeitskosten Metall- und Elektrobranche: Österreichs Unternehmen zahlen europaweit am meisten für arbeitsfreie Zeit

25. August 2015 Drucken
Arbeitskosten Metall- und Elektrobranche: Österreichs Unternehmen zahlen europaweit am meisten für arbeitsfreie Zeit
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Österreichs Metall -und Elektroindustrie hat europaweit mit den höchsten Personalzusatzkosten zu kämpfen. Mit 95,5 Prozent des Entgelts für geleistete Arbeitszeit zahlen Österreichs Arbeitgeber für arbeitsfreie Tage, Urlaubsgeld oder Kosten für Aus- und Weiterbildung am meisten. Das geht aus einer am Montag publizierten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber hervor. Arbeitskosten […]

Österreichs Metall -und Elektroindustrie hat europaweit mit den höchsten Personalzusatzkosten zu kämpfen. Mit 95,5 Prozent des Entgelts für geleistete Arbeitszeit zahlen Österreichs Arbeitgeber für arbeitsfreie Tage, Urlaubsgeld oder Kosten für Aus- und Weiterbildung am meisten. Das geht aus einer am Montag publizierten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber hervor.

Arbeitskosten pro Stunde bei 36 Euro in Österreich

Die Arbeiter in Österreichs Metall- und Elektroindustrie haben nach Deutschland (40 Tage), Dänemark (39 Tage) und Italien (37 Tage) die meisten Urlaubs- und Feiertage im europäischen Vergleich, nämlich 36. Laut dem Papier wenden die österreichischen Industrieunternehmen knapp 14 Prozent des Jahreslohns für Urlaubs- und Feiertage auf. Am meisten müssen dafür Unternehmen in Deutschland aufbringen (16 Prozent). Dennoch sind die Arbeitskosten in der österreichischen Industrie, die durch die zu bezahlenden freien Tagen höher ausfallen, mit rund 36 Euro pro Stunde (Rang neun) vergleichsweise niedrig. Am höchsten sind die Arbeitskosten in Norwegen (59 Euro pro Stunde) und in der Schweiz (50 Euro pro Stunde).

Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände Arbeitskosten im Vergleich

Höchsten Zusatzkosten

Spitzenreiter ist Österreichs Elektro- und Metallindustrie bei der Personalzusatzkostenquote, die Auskunft gibt über im Verhältnis zum Einkommen erbrachte Sozial- oder betriebliche Vorsorgeleistungen. Diese beträgt in Österreich rund 96 Prozent des Entgelts für geleistete Arbeit. Auch bei der Steuer- und Abgabenquote ist Österreich im Vorderfeld zu finden. Mehr als 49 Prozent des Bruttoeinkommens müssen demnach abgeführt werden – damit rangiert Österreich hinter Belgien (56 Prozent) auf Platz zwei.

Metall- und Elektro-Arbeitgeber Personalzusatzkostenquote

KV-Verhandlungen vor der Tür

In gut einem Monat beginnt die Herbstlohnrunde, traditionell eingeleitet von den Metallern. Die Elektro- und Elektronikindustrie hat im Frühjahr mit einem Plus von zwei Prozent abgeschlossen. Ein wichtiger Bestandteil der Kollektivvertragsvereinbarung in der Elektroindustrie ist die Freizeitoption – sprich: Verzichtet der Arbeitnehmer auf die Kollektivvertragserhöhung erhält er mehr Freizeit. Die Gewerkschaften wollen diese Regelung auch für die Maschinen- und Metallwarenindustrie, dies lehnt jedoch der größte der sechs Teilverbände der Metaller ab. (APA/red)

|© Metall- und Elektro-Arbeitgeberverband Bayern/IW Köln

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