Oberösterreich: Dürreschäden sollen durch Hilfspaket für Bauern abgefedert werden

07. September 2015 Drucken
Oberösterreich: Dürreschäden sollen durch Hilfspaket für Bauern abgefedert werden
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Der oberösterreichische Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP) berichtete, sein Bundesland habe angesichts der Schäden erst diese Woche ein agrarisches Maßnahmenpaket fixiert, das zwei Soforthilfe-Maßnahmen beinhaltet: eine umfassende Ernteversicherung – Fördervolumen von 2,5 Mio. Euro – und eine Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von 10 Mio. Euro. Die Hagelversicherung schätzt die gesamten Dürreschäden für Österreich auf […]

Der oberösterreichische Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP) berichtete, sein Bundesland habe angesichts der Schäden erst diese Woche ein agrarisches Maßnahmenpaket fixiert, das zwei Soforthilfe-Maßnahmen beinhaltet: eine umfassende Ernteversicherung – Fördervolumen von 2,5 Mio. Euro – und eine Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von 10 Mio. Euro. Die Hagelversicherung schätzt die gesamten Dürreschäden für Österreich auf 170 Mio. Euro.

Klimawandel zeigt Folgen

Hiegelsberger, der aktuell auch Vorsitzender der Landesagrarreferentenkonferenz ist, stellte fest, die vergangenen Wochen hätten eines ganz eindeutig gezeigt: „Hauptbetroffener des Klimawandels ist die Landwirtschaft – sei es Dürre, Hochwasser, Frost oder Sturm.“ Diese Risiken würden aus volkswirtschaftlichen Gründen abgefedert.

170 Mio. Euro Gesamtschäden

Die aktuellste Schadenseinschätzung in der heimischen Landwirtschaft wegen Trockenheit und Hitze vor allem in (Süd-)Ostösterreich seitens der Hagelversicherung beläuft sich auf 170 Mio. Euro, hieß es auf APA-Anfrage. Flächen- und summenmäßig ist Niederösterreich am ärgsten betroffen. Alleine hier belaufen sich die Schäden auf etwas mehr als 100 Mio. Euro.

Mehr Risikomanagement

Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes (ÖVP) forderte im Hinblick auf „den Klimawandel, der gerade im Osten Österreich immer deutlicher spürbar“ werde, die Bundesregierung in einer Aussendung auf, „wie im Regierungsprogramm vereinbart, einen Zuschuss zu Ertragsentgangsversicherungen umgehend umzusetzen“.Es geht den Bauernvertretern darum, dass es künftig mehr versicherbare Kulturen gibt. Die bezuschussten Versicherungsmöglichkeiten gehörten über Hagel und Frost hinaus – vor allem auf Acker- und Grünland – verbessert; auch wenn es „keine Vollkasko-Landwirtschaft“ gebe und ein Restrisiko beim Bauern verbleibe. Im Regierungsprogramm ist ein Pilotprojekt für eine öffentliche bezuschusste Ertrags- und Erlösentgangsversicherung in der Landwirtschaft geplant. Das ist auch ausgearbeitet und soll 2016 starten, um einmal Erfahrungen mit dem Modell zu sammeln. Schultes sprach in seiner Aussendung gar von einer geschätzten österreichweiten Schadenssumme von 200 Mio. Euro heuer.

Dürre-Index in Niederösterreich

Vor allem aber forderte er, dass es bundesweit wie in Niederösterreich zu einer 25-Prozent-Bezuschussung von Dürre- und Ernteentgangsversicherungen für Grün- und Ackerland kommen solle. Aus der heuer in Niederösterreich erstmals angebotenen „Dürre-Index Versicherung“ im Grünland beliefen sich die Entschädigungen in weiten Teilen des Landes auf 200 bis 400 Euro je Hektar – vor allem aufgrund der Berücksichtigung von Hitzetagen. Aus Sicht der Landwirtschaftskammer ist es „höchste Zeit, dass der Bund dem Beispiel der Länder Nieder- und Oberösterreich folgt und in Zukunft einen Prämienzuschuss für Dürre-Ereignisse auf Acker- und Grünland gewährt. (APA)