Versicherungen: Einmalerläge lassen Prämienvolumen deutlich wachsen

02. Oktober 2015 Drucken

Eine starke Zunahme der Einmalerläge von fast 50 Prozent beendete die drei Jahre dauernde Schrumpfungsphase der Lebensversicherung. Das gesamte Prämienvolumen der privaten Versicherungswirtschaft nahm 2014 trotz Rückgängen bei Sachversicherungen deutlich zu (+4,5%), wie das WIFO in einer Aussendungen berichtet. Einbussen bei Sachversicherungen, Zunahme bei privater Krankenversicherung Während die private Krankenversicherung auf ihrem Wachstumspfad blieb, wirkte […]

Die Verkürzung der Mindestlaufzeit für Einmalerläge bescherte den  Lebensversicherungen wieder enormen Zulauf. |© Lupo/pixelio.de

Die Verkürzung der Mindestlaufzeit für Einmalerläge bescherte den Lebensversicherungen enormen Zulauf. |© Lupo/pixelio.de

Eine starke Zunahme der Einmalerläge von fast 50 Prozent beendete die drei Jahre dauernde Schrumpfungsphase der Lebensversicherung. Das gesamte Prämienvolumen der privaten Versicherungswirtschaft nahm 2014 trotz Rückgängen bei Sachversicherungen deutlich zu (+4,5%), wie das WIFO in einer Aussendungen berichtet.

Einbussen bei Sachversicherungen, Zunahme bei privater Krankenversicherung

Während die private Krankenversicherung auf ihrem Wachstumspfad blieb, wirkte sich in der Schaden-Unfallversicherung das schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld des Jahres 2014 merklich negativ aus. Trotz dieser gegenläufigen Bewegungen verzeichnete die österreichische Privatversicherungswirtschaft im Jahr 2014 unter dem Strich stabile Prämieneinnahmen.

Neue gesetzliche Rahmenbedingungen für Einmalerläge

Trotz ungünstiger Rahmenbedingungen expandierten Kapital- (+33,6%) und Kreditrestschuldversicherungen (+43,6%) deutlich (dabei handelt es sich um eine klassische Ablebensversicherung im Todesfall der versicherten Person, die der Kreditbesicherung dient).. Diese Entwicklung kam nicht ganz unerwartet, weil die gesetzliche Mindestlaufzeit für Einmalerläge in der Lebensversicherung mit 1. März 2014 von 15 auf 10 Jahre verkürzt wurde (sofern die Begünstigten beim Vertragsabschluss das 50. Lebensjahr vollendet haben). Abreifende Polizzen wurden 2014 von Privathaushalten vorwiegend in risikoarme Lebensversicherungsprodukte reinvestiert. Dieser Effekt verstärkte den erhöhten Anreiz aus der verkürzten Mindestlaufzeit von Einmalerlägen und führte dort zu einem sprunghaften Anstieg der Prämien (+41,7%).

Restschuldversicherungen für Immo-Deals

Die dynamische Entwicklung des Neugeschäftes in der Kreditrestschuldversicherung ist eine Konsequenz der aktuellen Niedrigzinsphase. Niedrige Veranlagungsrenditen und Finanzierungskosten schlugen sich in Österreich in einer stürmischen Nachfrage nach Immobilien nieder. Zwischen dem Beginn der Finanzmarktkrise im Februar 2007 und dem I. Quartal 2015 stiegen die Immobilienpreise österreichweit um 47,1% (Wien +75,3%), während sich die Verbraucherpreise um nur 17,4% erhöhten. Getrieben durch günstige Finanzierungsbedingungen wurden Immobilien im Jahr 2014 vermehrt kreditfinanziert. Die Neuvergabe von Krediten für die Wohnraumbeschaffung belebte sich 2014 spürbar (+13,7%), und die ausstehenden Verpflichtungen wurden mit einer Kreditrestschuldversicherung abgesichert. Eine merkliche Ausweitung der Lieferforderungen nichtfinanzieller Unternehmen (+33,4%) verlieh der Kreditrestschuldversicherung einen zusätzlichen kräftigen Impuls.

 

Mehr zum Thema: