Heimischer Immobilienmarkt mit gemischter Halbjahresbilanz

06. Oktober 2015 Drucken

Als „durchwachsen“ bezeichnet Colliers International die heurige Entwicklung der österreichischen Immobilienlandschaft. Der Investmentmarkt boomt. Retail bremst.  Was den Immobilienmarkt in Österreich 2015 bewegt ist eine erhebliche Nachfrage an Investmentobjekten und eine sehr reduzierte Neuvermietung. Dies geht aus dem aktuellen von Colliers International veröffentlichten Marktbericht für Österreich hervor. Während die Preise vorerst stabil bleiben, hat die […]

Die Anforderungen an Gewerbeliegenschaften werden immer höher. |© ATP Architekten und Ingenieure

Die Anforderungen an Gewerbeliegenschaften werden immer höher. |© ATP Architekten und Ingenieure

Als „durchwachsen“ bezeichnet Colliers International die heurige Entwicklung der österreichischen Immobilienlandschaft. Der Investmentmarkt boomt. Retail bremst.  Was den Immobilienmarkt in Österreich 2015 bewegt ist eine erhebliche Nachfrage an Investmentobjekten und eine sehr reduzierte Neuvermietung. Dies geht aus dem aktuellen von Colliers International veröffentlichten Marktbericht für Österreich hervor. Während die Preise vorerst stabil bleiben, hat die Krise in der Ukraine und die Unsicherheit über die Zukunft Europas am Wiener Immobilienmarkt voll eingeschlagen und zu einem spürbaren Rückgang der Nachfragen vor allem bei Wohnungen und Geschäftsflächen geführt.

Retail Markt im Wandel

Nachdem 2014 noch das Jahr der Shoppingcentereröffnung war, ist die Nachfrage 2015 – vor allem im Luxussegment – nicht zuletzt durch die Ukrainekrise deutlich zurückgegangen. Auch der Umschwung vom stationären Handel in Richtung Onlineplattformen hat sich bereits bemerkbar gemacht. Die Zahlen des 2. Quartals 2015 lassen keine signifikanten Verbesserungen erkennen, es bleibt somit abzuwarten ob die Preise auf hohem Niveau bleiben oder leicht sinken werden.

Wenig verfügbare Neuflächen am Büromarkt

Die mit Ende 2015 erwartete Fertigstellung von knapp 200.000 m² an neuen Büroflächen ist zwar die höchste Fertigstellungsleistung der vergangenen Jahre, wenn gleich diese bereits zu 100 Prozent durch Vorvermietungen vergeben sind. Echte Neuflächen haben keinen Weg auf den Büromarkt gefunden. An dem knappen Angebot hat nicht zuletzt die Umwidmung von Flächen in Eigentumswohnungen innerhalb der letzten Jahre beigetragen.

Am Hotelmarkt wird es eng

Wien ist nach wie vor eine der attraktivsten Destinationen im europäischen Städtetourismus, was sich auch in den Hotelnächtigungen deutlich nieder schlägt. In den vergangenen zehn Jahren steigerte sich die Zahl der Gästeübernachtungen in Wien um 60,4 Prozent auf 13,5 Millionen im Jahr 2014. Gleichzeitig vermehrte sich auch die Anzahl der Betten um etwa 20.000. Alleine 2015 eröffneten 7 neue Hotels mit rund 2.900 Betten, 3 davon rund um den Hauptbahnhof. Bis Ende 2016 soll man alleine in Wien aus rund 446 Hotels auswählen können.

Hohe Ansprüche im Industrie- und Logistikbereich

Die Anforderungen an Gewerbeliegenschaften werden immer höher, jedoch auch dementsprechend bezahlt. Neben modernen Flächen mit Flexibilität und hohen Räumen sind vor allem die Nähe zu den Absatzmärkten und die zentrale und verkehrsgünstige Lage der Liegenschaft von großer Bedeutung. Die Mietpreise für moderne Liegenschaften sind weiterhin stabil, wohingegen mit einer deutlichen Mietreduktion bei älteren Betriebsobjekten zu rechnen ist.

Österreichischer Investmentmarkt nach wie vor gefragt

Obwohl das Investmentvolumen im ersten Quartal 2015 deutlich geringer ausfällt als das des Vorjahres, bleibt das Interesse an österreichischen Immobilien ungebrochen hoch. Für 2015 wird von einem Gesamtvolumen zwischen 3,2 Mrd und 3,5 Mrd Euro ausgegangen (+19% im Vergleich 2014). Vor allem der Verkauf von Hotels gewinnt immer mehr an Attraktivität. So wurde z.B. im Herbst 2015 eine Hotelliegenschaft auf der Mariahilferstraße mit einem Volumen von € 53 Mio. durch uns erfolgreich vermittelt.