NEWSROOM-Wissen: Feiertagsarbeit zu Weihnachten

24. Dezember 2015 Drucken
NEWSROOM-Wissen:  Feiertagsarbeit zu Weihnachten
@ Helene Souza/pixelio.de

Unternehmer müssen bei den Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter an Feiertagen auf die Gesetzeslage achten. An Feiertagen dürfen Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer nur beschäftigt werden, wenn dies unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen zulässig ist. Lesen Sie hier über die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen. Gesetzliche Feiertage Der Arbeitnehmer behält für die infolge eines Feiertages ausfallende Arbeit seinen Anspruch auf Entgelt (= Feiertagsentgelt). Fällt ein Feiertag auf einen freien Tag […]

Unternehmer müssen bei den Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter an Feiertagen auf die Gesetzeslage achten. An Feiertagen dürfen Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer nur beschäftigt werden, wenn dies unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen zulässig ist. Lesen Sie hier über die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen.

Gesetzliche Feiertage

Der Arbeitnehmer behält für die infolge eines Feiertages ausfallende Arbeit seinen Anspruch auf Entgelt (= Feiertagsentgelt). Fällt ein Feiertag auf einen freien Tag des Arbeitnehmers, gebührt hingegen kein Entgelt für diesen Tag. Die Feiertage sind im Feiertagsruhegesetz aufgezählt: 1. Jänner, 6. Jänner, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, 15. August, 26. Oktober, 1. November, 8. Dezember, 25. Dezember, 26. Dezember. Der 24.12. und der 31.12. sowie der Ostersonntag sind keine Feiertage im Sinne des Feiertagsruhegesetzes. Für Angehörige der evangelischen Kirchen AB und HB, der Altkatholischen Kirche und der Methodistenkirche ist auch der Karfreitag ein Feiertag. Der Reformationstag gilt hingegen nicht als Feiertag. Für Arbeitnehmer, die der israelitischen Glaubensgemeinschaft in Österreich angehören, gilt gemäß einem Kollektivvertrag aus dem Jahr 1953 der Versöhnungstag als arbeitsfreier Tag, soweit der Anspruch auf Freistellung spätestens eine Woche vorher begehrt wird und der Freistellung nicht betriebliche Gründe entgegenstehen. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich gibt Auskunft.

Ausnahmen von der Feiertagsruhe

Während der Feiertagsruhe dürfen Arbeitnehmer nur dann beschäftigt werden, wenn dies durch

  • das Arbeitsruhegesetz (z.B.: Abschluss-, Reinigungs-, Instandhaltungsarbeiten),
  • eine Verordnung des zuständigen Ministers (z.B.: Tourismus),
  • eine Verordnung des Landeshauptmannes (z.B.: Fremdenverkehrsregionen) oder
  • einen Kollektivvertrag

erlaubt ist. Bei einer Beschäftigung am Feiertag muss dem Arbeitnehmer kein Ersatz für die am Feiertag nicht eingehaltene Feiertagsruhe gewährt werden.

Entgelt für Feiertagsarbeit

Jeder Mitarbeiter, gleichgültig ob er an einem Feiertag beschäftigt wird oder nicht, erhält das Monatsentgelt in voller Höhe. Darin ist auch das Feiertagsentgelt enthalten. Wer an einem Feiertag tatsächlich beschäftigt wird, erhält zusätzlich zum Monatsentgelt für jede von ihm am Feiertag geleistete Stunde eine Abgeltung in der Höhe des normalen Stundensatzes, also das Feiertagsarbeitsentgelt. Arbeitet der Arbeitnehmer allerdings mehr als die normalerweise für diesen Wochentag vorgesehene Arbeitszeit, liegt Überstundenarbeit vor. Es kann vereinbart werden, dass der Arbeitnehmer anstelle des Feiertagsarbeitsentgelts die an einem Feiertag geleisteten Stunden in Zeitausgleich konsumiert. In einzelnen Kollektivverträgen ist eine besondere Abgeltung der Arbeit an Feiertagen wie Überstundenentlohnung, auch wenn keine Überstundenarbeit vorliegen würde,  oder besondere Zuschläge vorgesehen.

Beispiel

Ein Mietwagenlenker arbeitet regelmäßig von Montag bis Donnerstag. Er ist am Ostermontag 5 Stunden im Dienst. Neben dem Feiertagsentgelt (= ungekürzter Monatsbezug) erhält er die am Ostermontag geleisteten 5 Stunden mit dem Normalstundensatz abgegolten.