Kräftiges Plus bei Unternehmensgründungen 2015

26. Januar 2016 Drucken
Kräftiges Plus bei Unternehmensgründungen 2015
Zarte Pflänzchen: Inkubatoren sollen die idealen Biotope für Start ups bereitstellen. |© Rainer Sturm/pixelio.de © Rainer Sturm/pixelio.de

Die Zahl der Unternehmensgründungen ist 2015 im Vergleich zum Jahr davor um 4,8 Prozent auf 29.561 gestiegen. Inklusive der Sparte selbstständige Personenbetreuer, die Pflegekräfte umfasst, waren es 39.738 Neugründungen, was einem Zuwachs von 7,2 Prozent entspricht. Crowdfunding zeige positive Wirkungen. Überraschende Zahlen Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl zeigte sich hocherfreut, in einem „Land in kollektivem Depressionszustand“ positive […]

Die Zahl der Unternehmensgründungen ist 2015 im Vergleich zum Jahr davor um 4,8 Prozent auf 29.561 gestiegen. Inklusive der Sparte selbstständige Personenbetreuer, die Pflegekräfte umfasst, waren es 39.738 Neugründungen, was einem Zuwachs von 7,2 Prozent entspricht. Crowdfunding zeige positive Wirkungen.

Überraschende Zahlen

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl zeigte sich hocherfreut, in einem „Land in kollektivem Depressionszustand“ positive Zahlen präsentieren zu können. Niemanden hätte überrascht, hätte er statt des Plus ein Minus von 10 Prozent verkündet, sagte er am Dienstagvormittag vor Journalisten. Laut WKO gab es eine positive Entwicklung auch bei Unternehmensinsolvenzen: Hier kam es gegenüber dem Vorjahr zu einem Rückgang von 5,0 Prozent auf 5.150, 2012 waren noch 6.041 Jungunternehmen von der Insolvenz betroffen. Zufrieden zeigte sich Leitl auch angesichts der „Geburten-“ und „Sterbezahlen“. Das Verhältnis von Neugründungen und Unternehmensinsolvenzen hat sich im Vorjahr verbessert, „auf einen Sterbefall folgten sechs Geburten“.

Nach fünf Jahren existieren noch 7 von 10

„Ein europäischer Rekordwert“ sei die Lebensdauer der österreichischen Jungunternehmen. Nach drei Jahren bestehen noch 8 von 10 von ihnen, nach fünf Jahren 7 von 10. Beachtlich sei auch der Frauenanteil, der im Vorjahr 43,1 Prozent betrug; zehn Jahre davor hat er sich noch auf 35,7 Prozent belaufen.

Handwerk sucht den Goldenen Boden

Mit einem Anteil von 41,6 Prozent gab es die meisten Neugründungen in der Sparte Gewerbe und Handwerk, gefolgt von Handel (26,6 Prozent), Information und Consulting (18,3 Prozent), Tourismus und Freizeitwirtschaft (9,1 Prozent), Transport und Verkehr (4,2 Prozent) und Industrie (0,2 Prozent). „Die ganze Breite der österreichischen Wirtschaft ist von der positiven Dynamik erfasst“, sagte der WKO-Präsident.

Crowdfunding zeigt positive Wirkungen

Auch Herbert Rohrmair-Lewis, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW), unterstrich die positive Vorjahresbilanz, und führte das Ergebnis auf die verbesserten Rahmenbedingungen zurück. Dazu wesentlich beigetragen habe das im Vorjahr beschlossene Crowdfundinggesetz sowie die 2014 geschaffene GmbH neu. Die Investitionszuwächse infolge der Möglichkeit, Schwarmfinanzierung nutzen zu können, haben im Vorjahr 333 Prozent ausgemacht, sagte der JW-Vorsitzende. (APA)