Ölpreisverfall drückt Produktion der Fracking-Firmen

09. März 2016 Drucken
Ölpreisverfall drückt Produktion der Fracking-Firmen
Von einst 1600 Förderstellen mit Fracking-Technologie sind derzeit rund 400 in Betrieb. |© APA © APA

Die führenden Fracking-Firmen in den USA wollen wegen des Preisverfalls im laufenden Jahr weniger Öl und Gas fördern. Die Produktion dürfte um 5,6 Prozent zurückgehen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Analyse der Pläne von 18 Branchengrößen ergab. 2015 hatten diese Firmen ihre Förderung aus Schiefergestein noch um etwa zehn Prozent in die Höhe geschraubt. Effekt […]

Die führenden Fracking-Firmen in den USA wollen wegen des Preisverfalls im laufenden Jahr weniger Öl und Gas fördern. Die Produktion dürfte um 5,6 Prozent zurückgehen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Analyse der Pläne von 18 Branchengrößen ergab. 2015 hatten diese Firmen ihre Förderung aus Schiefergestein noch um etwa zehn Prozent in die Höhe geschraubt.

Effekt unbestimmt

Fachleute bezweifeln jedoch, ob der nun geplante Rückgang der Produktion ausreicht, um den Ölpreis zu stützen. „Das Angebot von Produzenten außerhalb der OPEC muss noch weiter schrumpfen, bevor der Markt sich stabilisiert und sich der Preis erholt“, sagte Pavel Molchanov, Analyst beim Beratungshaus Raymond James.

Von 1600 sind 400 Fracking-Förderstätten in Betrieb

Frackingfirmen leiden verstärkt unter dem niedrigen Ölpreis, weil ihre Förder-Technik kostspieliger ist. Viele Unternehmen der Branche hatten deswegen zuletzt ihre Investitionen gedrosselt und lassen die Arbeit an neuen Förderstätten ruhen. So werden derzeit nach Angaben des Öl-Dienstleisters Baker Hughes nur 400 Förderstätten genutzt, 2014 waren es noch viermal so viele. Doch zugleich erlaubt den Unternehmen der technologische Fortschritt, mehr Öl aus bekannten Vorräten zu pumpen. Branchenexperte Neil Atkinson von der Internationalen Energieagentur (IEA) rechnet damit, dass die Förderung in den USA binnen weniger Jahre wieder ein Rekordhoch erreicht. „Jeder, der glaubt, die Fracking-Revolution in den USA ist ins Stocken geraten, sollte diese Ansicht überdenken.“

Preisrückgang um 70 Prozent

Der Ölpreis ist wegen des weltweiten Überangebots in den vergangenen 20 Monaten um 70 Prozent eingebrochen. Viele Förderländer kämpfen deswegen zunehmend mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, besonders schlimm ist die Lage in Venezuela. Saudi-Arabien, Katar, Venezuela und Russland hatten sich zuletzt im Kampf gegen den Preisverfall darauf geeinigt, die Förderung auf dem Niveau vom Jänner einzufrieren. Voraussetzung soll aber sein, dass andere große Förderländer mitmachen. (APA)