Lebensmittelhandel: Mehr Aktionen, Handelsmarken und Bio

17. März 2016 Drucken
Lebensmittelhandel: Mehr Aktionen, Handelsmarken und Bio
Der Absatz von Eigenmarken sorgt für stabile Umsätze. Supermärlte sind dabei die gesuchteste Filialform. |© APA © APA

Der Anteil an Aktionen, Eigenmarken und Bioprodukten ist im heimischen Lebensmittelhandel im vergangenen Jahr weiter angestiegen. 2015 wurden bereits ein Viertel der Frischeprodukte wie Obst, Gemüse, Milch, Fleisch oder Eier zum Aktionspreis verkauft. Etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) aller Frischwaren waren Handelsmarken von Billa, Spar & Co. Bio bleibt im Trend Auch der […]

Der Anteil an Aktionen, Eigenmarken und Bioprodukten ist im heimischen Lebensmittelhandel im vergangenen Jahr weiter angestiegen. 2015 wurden bereits ein Viertel der Frischeprodukte wie Obst, Gemüse, Milch, Fleisch oder Eier zum Aktionspreis verkauft. Etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) aller Frischwaren waren Handelsmarken von Billa, Spar & Co.

Bio bleibt im Trend

Auch der Biotrend hielt an: Etwa 8 Prozent aller Frischeprodukte waren im Vorjahr bio. Das geht aus der sogenannten RollAMA-Befragung von AMA-Marketing und GfK unter 2.800 österreichischen Haushalten hervor, die vor Journalisten präsentiert wurde.

140 Euro für Lebensmittel

Im Schnitt gab ein Haushalt im Monat 140 Euro für Wurst, Milch, Butter, Fleisch, Käse, Gemüse, Obst, Eier und Fertiggerichte aus. Brot und Gebäck werden in der Erhebung nicht mitberücksichtigt. Durchschnittlich ging ein Haushalt im vergangenen Jahr 130 Mal einkaufen. 2010 waren es noch fast 140 Mal. „Die Einkaufsfrequenz sinkt, weil Produkte länger haltbar sind, die Menschen weniger Zeit haben und auch öfter auswärts essen“, sagte AMA-Marktforscherin Micaela Schantl.

Hitze hemmt Hunger

„Auch der heiße Sommer im Vorjahr machte sich im Kaufverhalten bemerkbar“, so Schantl. Einen regelrechten Boom gab es etwa bei Melonen (+41 Prozent), Eiskaffee (+25 Prozent), Gurken (+14 Prozent) und Grillfleisch (6,8 Prozent). Die Nachfrage nach Produkten, die man verkochen muss, brach hingegen im Zeitraum Juli bis September ein. So verzeichneten die Supermärkte bei Eiern, Fleisch, Wurzelgemüse, Kartoffeln oder Fertiggerichten starke Rückgänge.

Weniger Umsatz mit Eiern und Milch

Die Umsätze mit Frischeprodukten stiegen 2015 in Summe um 1,3 Prozent auf 4,8 Mrd. Euro. Während es bei Obst, Gemüse und Erdäpfeln preisbedingt ein Umsatzplus von 8 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro gab, verzeichnete der Lebensmittelhandel bei Eiern (-1,5 Prozent auf 140 Mio. Euro) und bei Milch sowie Milchprodukten (-2 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro) Umsatzeinbußen. Hier machten sich Preisrückgänge bemerkbar, so Schantl. Die Umsätze mit Fleisch und Wurst bleiben mit 1,8 Mrd. Euro auf dem Niveau des Jahres 2014.

Fleisch, Wurst und Äpfel als Aktionsrenner

Am meisten gaben die österreichischen Haushalte im Vorjahr für Schweinefleisch, Schnittkäse und Rindfleisch aus. Mengenmäßig unter den Top-Produkten waren allerdings die länger frische ESL-Milch, Frischmilch, Erdäpfel sowie Äpfel. Fleisch und Wurst sowie Milch und Milchprodukte wurden am häufigsten zum Aktionspreis gekauft. Der Eigenmarken-Anteil war bei Eiern (77 Prozent), Wurst und Schinken (55 Prozent) sowie Obst und Gemüse (51 Prozent) besonders hoch.

Eier gelten als Bio-Trendsetter

Laut Befragung kauft inzwischen fast jeder Haushalt Bioprodukte. Die höchsten Bio-Anteile gab es bei Eiern (18,5 Prozent), Milch (17,3 Prozent), Gemüse (13,4 Prozent), Fruchtjoghurt (11,4 Prozent) und Obst (10,7 Prozent). Bei Fleisch und Geflügel (4,1 Prozent) sowie Wurst und Schinken (2,7 Prozent) war der Bio-Anteil weiter gering. Die Preisunterschiede zwischen Bio-Fleisch und herkömmlichen Fleisch sind nach wie vor groß, was Konsumenten abschreckt.

Anteil der ESL-Milch gestiegen

Einige Gewohnheiten der Konsumenten haben sich auch im Vorjahr nicht geändert. Die Österreicher griffen deutlich häufiger zur länger frischen ESL-Milch als zur Frischmilch. Betrug der Anteil der ESL-Milch vor zehn Jahren noch 13 Prozent, so lag er im Vorjahr bereits bei 48 Prozent. Der Anteil an Haltbarmilch wird hingegen immer geringer. Frischmilch hielt sich relativ konstant bei einem Anteil von um die 20 Prozent.

Nachfrage nach Schnittkäse steigt, Schmelzkäse ist out

Im Käsebereich gehen die Vorlieben der Verbraucher Richtung Frischkäse und Schnittkäse, während Schmelzkäse kaum mehr nachgefragt wird. Die Nachfrage nach Butter steigt jährlich, die nach Margarine nimmt ab. Einen kontinuierlichen Zuwachs gibt es bei besser streichfähiger Butter. Sowohl Käse als auch Wurst werden immer häufiger fertig abgepackt statt frisch an der Theke gekauft. Bei Joghurts griffen die Österreicher im Vorjahr lieber zum Naturjoghurt als zum Fruchtjoghurt.

Gemüse und Obst

Die Lieblinge unter den Gemüsesorten waren Tomaten, Zwiebel und Karotten, unter den Obstsorten Äpfel, Bananen und Orangen. (APA)