Einkommen und Wohlstand: Österreicher verdienen immer weniger

01. April 2016 Drucken
Einkommen und Wohlstand: Österreicher verdienen immer weniger
Falsche Entscheidung: Seit 1.1.16 konkretisiert die "Business Judgment Rule" die Sorgfaltspflicht des Managers. |© Dr. Klaus-Uwe Gerhardt/pixelio.de © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt/pixelio.de

Die Kaufkraft der Österreicher geht sukzessive zurück, teilte die Statistik Austria mit. Trotz dieser Tatsache haben die Österreicher ihre Konsumausgaben erhöht. Dies bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Sparquote: Die österreichischen Haushalte haben 2015 nur noch 6,9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens beiseite gelegt. Ebenfalls im Rückwärtsgang: Das Einkommen der Selbstständigen.  Schwindender Wohlstand Den Österreichern stand im Vorjahr weniger […]

Die Kaufkraft der Österreicher geht sukzessive zurück, teilte die Statistik Austria mit. Trotz dieser Tatsache haben die Österreicher ihre Konsumausgaben erhöht. Dies bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Sparquote: Die österreichischen Haushalte haben 2015 nur noch 6,9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens beiseite gelegt. Ebenfalls im Rückwärtsgang: Das Einkommen der Selbstständigen. 

Schwindender Wohlstand

Den Österreichern stand im Vorjahr weniger Kaufkraft zur Verfügung als 2014. Denn das verfügbare Einkommen ist zwar 2015 nominell um 0,4 Prozent gestiegen, nach Berücksichtigung der Inflation von einem Prozent entsprach das aber einem realen Rückgang, erinnert die Statistik Austria. Die Konsumausgaben legten hingegen um 1,4 Prozent zu – also etwas stärker als die Inflationsrate. In absoluten Zahlen lag das verfügbare Einkommen bei 191,4 Mrd. Euro, nach 190,7 Mrd. Euro im Jahr 2014.
Einen Trost hat die Statistik Austria: Wenn man staatliche Sachleistungen etwa für Bildung und Gesundheit dazurechnet, dann ist das so definierte „verfügbare Einkommen nach dem Verbrauchskonzept“ gegenüber 2014 um 0,9 Prozent auf 233,8 Mrd. Euro gestiegen – damit wurde die Inflationsrate also fast wettgemacht.

Selbstständigeneinkommen gehen zurück

Löhne und Gehälter („Arbeitnehmerentgelt“) und Sozialleistungen (insbesondere Pensionen) stiegen im Vorjahr mit jeweils nominell 2,7 Prozent deutlich stärker als die Inflationsrate. Selbstständigeneinkommen, Betriebsüberschuss und Vermögenseinkommen gingen um 0,5 Prozent leicht zurück. Der Anstieg der Steuern auf Einkommen (plus 6,6 Prozent) und Sozialbeiträge (plus 3,2 Prozent) dämpfte aber den Anstieg des verfügbaren Einkommens.

Sparquote gibt nach

Die Sparquote in Österreich war schon in den Vorjahren bei 7,8 Prozent (2014) bzw. 7,3 Prozent (2013) gelegen – auch das sei schon „ein verhältnismäßig niedriges Niveau“ gewesen, so die Statistik Austria. Vor 20 Jahren lag die Rate noch bei fast 15 Prozent, bis zur Finanzkrise waren es laufend über 10 Prozent. Trotzdem waren die Österreicher auch 2015 immer noch sparsamer als die Bürger des Euroraumes, die (2014) im Schnitt 6,0 Prozent ihres Einkommens auf die hohe Kante legten. (Zahlen für 2015 werden erst am 11. April veröffentlicht). In der gesamten EU lag die Sparquote 2014 sogar bei nur 3,8 Prozent. (APA)

 

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