Energieeffizienz-Förderung: So will Deutschland die Energiewende herbeiführen

13. Mai 2016 Drucken
Energieeffizienz-Förderung: So will Deutschland die Energiewende herbeiführen
Zur Sanierung von Häusern und zum Stromsparen in Unternehmen stehen bis 2020 insgesamt 17 Mrd. Euro zur Verfügung,|© Bernd Kasper/pixelio.de © Bernd Kasper/pixelio.de

Der beste Emissionsschutz gegen den Klimawandel ist jene Energie, die nicht verbraucht wird. Die deutsche Regierung legt nun eine milliardenschweres Förderungsprogramm für Private und Unternehmen auf, die landesweit die Energieeffizienz auf einen neuen Level holen soll. Neue Qualität der Wende Die deutsche Regierung steckt in den kommenden Jahren Milliarden in die Förderung der Energieeffizenz. Für Programme etwa zur […]

Der beste Emissionsschutz gegen den Klimawandel ist jene Energie, die nicht verbraucht wird. Die deutsche Regierung legt nun eine milliardenschweres Förderungsprogramm für Private und Unternehmen auf, die landesweit die Energieeffizienz auf einen neuen Level holen soll.

Neue Qualität der Wende

Die deutsche Regierung steckt in den kommenden Jahren Milliarden in die Förderung der Energieeffizenz. Für Programme etwa zur Sanierung von Häusern und zum Stromsparen in Unternehmen stehen bis 2020 insgesamt 17 Mrd. Euro zur Verfügung, wie Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Donnerstag in Berlin sagte. Das sei mehr Geld für dieses Thema als je zuvor.

Kampagne

Gabriel betonte, beim effizienten Umgang mit Energie seien „alle gefragt“ – die Wirtschaft ebenso wie die Bürger und die Politik. Nötig sei ein „Bewusstseinswandel“. Deshalb werde die Informationskampagne „Deutschland macht’s effizient“ gestartet. „Alle Verbrauchergruppen“ sollten motiviert werden, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Kampagne kostet laut Gabriel 15 Mio. Euro.

Rückwirkend

Aus dem Milliarden-Budget werden den Angaben zufolge sowohl schon ältere als auch neue Projekt bezahlt. Neu ist etwa ein Förderprogramm zur Abwärmevermeidung und Abwärmenutzung. Außerdem werden seit dem 10. Mai besonders effiziente „Querschnittstechnologien“ gefördert.

12 Mrd. für Bürgerprogramme

Zudem sollen besonders gute Maßnahmen zur Stromeffizienz in einem Wettbewerbsverfahren ermittelt werden. Schließlich gibt es noch das Programm „Einsparzähler“, bei dem Energieunternehmen ihren Kunden demonstrieren sollen, wie sie Energie sparen können. Laut dem Abteilungsleiter für Energiepolitik im Bundeswirtschaftsministerium, Thorsten Herdan, sind vom Gesamtbudget etwa zehn bis 12 Mrd. Euro für Programme vorgesehen, die direkt von den Bürgern, also zum Beispiel von Hausbesitzern, genutzt werden können.

Sparanreiz durch Niedrigpreise gemindert

Zwischen 2008 und 2014 sei der Primärenergieverbrauch in Deutschland bereits um 8,3 Prozent gesunken – das seien „ganz gute Nachrichten“, befand Wirtschaftsminister Gabriel.Er räumte zugleich ein, dass die derzeit sehr niedrigen Energiepreise möglicherweise keinen großen Anreiz zum Sparen geben. Allerdings würden die Preise nicht auf Dauer so bleiben. Wenn die Konjunktur in China und Lateinamerika wieder anspringe, werde sich dies auch bei den Energiepreisen bemerkbar machen. (APA)