Mieten in Österreich: So macht die Befristung Wohnen teuer

30. Mai 2016 Drucken
Mieten in Österreich: So macht die Befristung Wohnen teuer
Die steigenden Miet- und Kaufkosten zwingen Wohnungssuchende, mit weniger Quadratmeter das Auslangen zu finden. |© Uli Carthäuser/pixelio.de © Uli Carthäuser/pixelio.de

In den vergangenen vier Jahren sind die Nettomietpreise in Österreich um rund 15 Prozent gestiegen. Statistik Austria hat erhoben, wieso befristete Mietverträge zu wahren Kostentreibern werden und die Energiekosten bereits ein Viertel der Gesamtwohnkosten ausmachen.  Moderate Durchschnittberechnungen Die durchschnittliche Höhe der Mieten inklusive Betriebskosten lag laut Statistik Austria im Jahr 2015 bei 7,1 Euro monatlich pro […]

In den vergangenen vier Jahren sind die Nettomietpreise in Österreich um rund 15 Prozent gestiegen. Statistik Austria hat erhoben, wieso befristete Mietverträge zu wahren Kostentreibern werden und die Energiekosten bereits ein Viertel der Gesamtwohnkosten ausmachen. 

Moderate Durchschnittberechnungen

Die durchschnittliche Höhe der Mieten inklusive Betriebskosten lag laut Statistik Austria im Jahr 2015 bei 7,1 Euro monatlich pro Quadratmeter. Zwischen 2011 und 2015 stiegen die Mieten um durchschnittlich 14,9%; noch höher fiel der Anstieg der Nettomiete mit 15,8% aus. Für in den letzten beiden Jahren neu vermietete, private Hauptmietwohnungen zahlen die Haushalte im österreichweiten Durchschnitt 9,7 Euro pro Quadratmeter im Monat. Im Gesamtdurchschnitt (inkl. Eigentum) wenden die Privathaushalte in Österreich 16% ihres Haushaltseinkommens für das Wohnen auf; 27% der Wohnkosten entfallen auf Ausgaben für Energie.

Mieten stiegen im privaten Mietsegment überdurchschnittlich

Die Mieten für Hauptmietwohnungen stiegen in den vergangenen fünf Jahren in den einzelnen Mietsegmenten unterschiedlich stark. Lag die Kostensteigerung zwischen 2011 und 2015 insgesamt bei 14,9%, stiegen die Wohnungsmieten inklusive Betriebskosten im privaten Mietsektor um 16,5%. Deutlich geringer waren die Steigerungen bei Genossenschaftswohnungen mit +12,9% und bei Gemeindewohnungen mit +12,7% im selben Vergleichszeitraum.

Wohndauer bedeutend für Miethöhe

Die Höhe der bezahlten Wohnungsmieten hängt nicht nur vom Mietsegment ab, sie weist auch deutliche Unterschiede nach der Wohndauer auf. Bei Neuverträgen (bis unter zwei Jahren bisheriger Mietdauer) wird im Durchschnitt 8,7 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Haushalte, die langfristige Mietverträge mit mehr als 30-jähriger Vertragsdauer haben, wenden im Durchschnitt 4,9 Euro inklusive Betriebskosten auf. Die Unterschiede zwischen Neu- und Altverträgen bestehen in allen Teilsegmenten des Mietwohnungsmarktes, jedoch zeigen die Mietpreise für private Mietwohnungen deutlich größere Unterschiede nach der bisherigen Wohndauer als jene für Genossenschafts- und Gemeindewohnungen. Im privaten Mietsektor liegen die Mietkosten inkl. Betriebskosten bei Neuvermietungen österreichweit bei 9,7 Euro.

Gesamte Wohnkosten bei Mietwohnungen doppelt so hoch wie bei Eigentum

Insgesamt geben österreichische Privathaushalte monatlich 460 Euro (Median) und damit etwa 16% ihres Haushaltseinkommens für das Wohnen aus. Der Wohnkostenanteil ist für Haushalte in Mietwohnungen etwa doppelt so hoch (25%) wie für Haushalte in Haus- oder Wohnungseigentum (12%). Armutsgefährdete Haushalte müssen mehr als ein Drittel (36%) ihres Einkommens für Wohnen aufwenden, Haushalte mit hohem Einkommen nur rund 8%.

Energiekosten machen rund 27% der gesamten Wohnkosten aus

Die Kosten für Energie im Haushalt (Strom, Warmwasser, Heizung etc.) betragen für österreichische Privathaushalte im Durchschnitt monatlich 122 Euro (Median). Das sind rund 27% der gesamten Wohnkosten bzw. etwa 4% des Haushaltseinkommens. Armutsgefährdete Haushalte geben 100 Euro monatlich für Energie aus (Median); mit rund 9% ist der Anteil am Haushaltseinkommen etwa doppelt so hoch. Die Energiekosten von Haushalten mit hohem Einkommen betragen im Median 152 Euro; der Anteil am Haushaltseinkommen ist jedoch mit etwa 2% nur halb so groß wie der Gesamtdurchschnitt.

 

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