Steuerrecht: Worauf es bei Vereinbarungen zwischen Angehörigen ankommt

18. August 2016 Drucken
Steuerrecht: Worauf es bei Vereinbarungen zwischen Angehörigen ankommt
Erbringt der Kleinunternehmer Dienstleistungen an ausländische Privatkunden, unterliegt der Umsatz grundsätzlich der österreichischen Umsatzsteuer. |© flown/pixelio.de © flown/pixelio.de

Verträge zwischen Angehörigen sind in der unternehmerischen Praxis keine Seltenheit. Die Steuerbehörden begegnen diesen Vereinbarung stets mit Skepsis. Die Kontrakte müssen jeden Vergleich zwischen Familienfremden unter denselben Bedingungen standhalten (Fremdvergleich). Die Rechtsabteilung der Wirtschaftskammer zeigt, worauf es ankommt.  Strenge Maßstäbe bei Bewertung In der Unternehmerpraxis kommt es immer wieder vor, dass Verträge (wie zum Beispiel Dienst-, Darlehens-, Bestands- […]

Verträge zwischen Angehörigen sind in der unternehmerischen Praxis keine Seltenheit. Die Steuerbehörden begegnen diesen Vereinbarung stets mit Skepsis. Die Kontrakte müssen jeden Vergleich zwischen Familienfremden unter denselben Bedingungen standhalten (Fremdvergleich). Die Rechtsabteilung der Wirtschaftskammer zeigt, worauf es ankommt. 

Strenge Maßstäbe bei Bewertung

In der Unternehmerpraxis kommt es immer wieder vor, dass Verträge (wie zum Beispiel Dienst-, Darlehens-, Bestands- oder Gesellschaftsverträge) zwischen Angehörigen abgeschlossen werden. Die Finanzverwaltung legt bei Vereinbarungen zwischen Angehörigen einen sehr strengen Maßstab an. Solche Vereinbarungen werden steuerlich nur dann anerkannt, wenn sie nach außen ausreichend zum Ausdruck kommen, einen eindeutigen, klaren und jeden Zweifel ausschließenden Inhalt haben und auch zwischen Familienfremden unter denselben Bedingungen abgeschlossen worden wären (Fremdvergleich).Die Finanzverwaltung prüft beim Fremdvergleich, ob der Vertrag auch zwischen nicht Verwandten in der konkreten äußeren Form abgeschlossen worden wäre und ob auch der Vertragsinhalt dem Verhalten einander fremd gegenüberstehender Personen Stand hält.

Kein sprunghaftes Ansteigen der Lohnbezüge

Bei einem Dienstvertrag ist für die steuerliche Anerkennung erforderlich, dass der nahe Angehörige eine sonst notwendige fremde Arbeitskraft ersetzt und die Entlohnung angemessen ist. Diese Voraussetzung ist dann erfüllt, wenn sich die Bezüge an den Kriterien Qualität und Quantität der Arbeitsleistung orientieren, wobei eine gewisse Bandbreite akzeptiert wird. Wird ein Bezug vereinbart, der wesentlich über dem zwischen Familienfremden Üblichen liegt, ist der darüber liegende Betrag nicht abzugsfähig. Ein sprunghaftes Ansteigen der Lohnbezüge ohne entsprechende Veränderung der Arbeitszeit deutet ebenfalls auf eine Unangemessenheit hin. Bei Dienstverträgen ist dem für die Berufsgruppe anzuwendenden Kollektivvertrag entscheidende Bedeutung beizumessen. Es ist die Einstufung in die richtige Verwendungsgruppe zu prüfen und darauf Bedacht zu nehmen, inwieweit sich die Entlohnung fremder Dienstnehmer daran orientiert. Der Kollektivvertrag stellt üblicherweise die Untergrenze für die Entlohnung dar. Werden sämtliche Angestellte über dem Kollektivvertrag entlohnt, ist auch das in gleicher Höhe darüber liegende Gehalt des Angehörigen anzuerkennen. Mehr über Darlehensverträge und Mitarbeit im Büro findet sich auf der WKl-Homepage.

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