Wien: So sollen Airbnb-Vermieter zu Steuerzahlern werden

22. August 2016 Drucken
Wien: So sollen Airbnb-Vermieter zu Steuerzahlern werden
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Das heimische Steuer- und Gebührensystem steht der Sharing Economy am Tourismussektor (Airbnb, wimdu,9flats) noch hilflos gegenüber. Eine Novelle zum Wiener Tourismusförderungsgesetz will dies ab Herbst ändern. Plattformen sollen Vermieter bekanntgeben In Wien gibt es auf Airbnb ein Angebot von 6.000 Zimmern und Wohnungen, auf wimdu etwa 1.000 und bei und 9flats etwa 700 Unterkünfte. Mit […]

Das heimische Steuer- und Gebührensystem steht der Sharing Economy am Tourismussektor (Airbnb, wimdu,9flats) noch hilflos gegenüber. Eine Novelle zum Wiener Tourismusförderungsgesetz will dies ab Herbst ändern.

Plattformen sollen Vermieter bekanntgeben

In Wien gibt es auf Airbnb ein Angebot von 6.000 Zimmern und Wohnungen, auf wimdu etwa 1.000 und bei und 9flats etwa 700 Unterkünfte. Mit 7. Juli endete das Begutachtungsverfahren für eine Novelle des Wiener Tourismusförderunggesetzes, das im Herbst beschlossen und mit Anfang des kommenden Jahres in Kraft treten soll. Insbesondere wird die Mitwirkungspflicht der Plattformen bei der Erhebung der Ortstaxe fixiert. Es soll eine Anzeigenpflicht für die Plattformanbieter eingeführt werden.  Zudem wird der Strafrahmen bei der Verletzung von Anzeigepflichten von 420 auf 2.100 Euro erhöht. Ferner werden Regelungen für Vermieterinnen und Vermieter präzisiert. So müssen die Adressen aller vermieteten Objekte angegeben werden.

2.300 Euro Jahresumsatz pro Vermieter

398.560 Euro Ortstaxe würde die Stadt bekommen, wie die „Wiener Zeitung“ auf Grund von Airbnb-Daten errechnet hat. So sollen 2015 über das ganze Jahr verteilt 5300 Gastgeber aktiv gewesen sein und durchschnittlich jeweils 2350 Euro eingenommen haben. Ein Gastgeber hätte somit 75 Euro Ortstaxe (3,2 Prozent) abführen müssen. Hochgerechnet auf 5300 Vermieter kommt man auf den Betrag von knapp 400.000 Euro.

Bereits Daten erhalten

Die Stadt hat bereits im Vorfeld mit den Sharing Economy-Plattformen Kontakt aufgenommen und die Übermittlung von Daten angefordert. Mehrere Plattformen haben daraufhin die Daten der Vermieterinnen und Vermieter zur Verfügung gestellt. Die Daten wurden und werden überprüft. Teilweise gibt es keine Ortstaxekonten. Zahlreiche Unterkunftgeberinnen und -geber wurden daher über ihre Pflichten belehrt. Die Überprüfungen gehen laufend weiter. Wer sich selbst bei der zuständigen Abteilung Rechnungs- und Abgabenwesen (MA 6) meldet, bleibt straffrei. Die Einnahmen aus der Ortstaxe gehen zu 100 Prozent an den Tourismusverband.

Informationskampagne ausgeweitet

Die Stadt Wien hat bereits im Februar 2016 eine Übersicht über die geltenden Regeln sowie einen Ortstaxerechner online gestellt. Ein Video erklärt zudem die wesentlichen Regeln.