Drogerien und Parfumerien: Der Duft der Marge

14. Oktober 2016 Drucken
Drogerien und Parfumerien: Der Duft der Marge
© Gabi Schoenemann/pixelio.de

Der Handel mit Drogerie- und Parfumeriewaren in Österreich wächst deutlich stärker als alle andere Handelsbranchen. Branchenprimus: dm Drogeriemarkt Eine Studie der RegioData Research GmbH beziffert das Wachstum mit + 30 % in den letzten 10 Jahren. Der Grund liege vor allem in einem gestiegenen Körper- und Gesundheitsbewusstsein. Branchenprimus nach Umsätzen in Österreich, ist mit geringem Vorsprung dm Drogeriemarkt, gefolgt […]

Der Handel mit Drogerie- und Parfumeriewaren in Österreich wächst deutlich stärker als alle andere Handelsbranchen.

Branchenprimus: dm Drogeriemarkt

Eine Studie der RegioData Research GmbH beziffert das Wachstum mit + 30 % in den letzten 10 Jahren. Der Grund liege vor allem in einem gestiegenen Körper- und Gesundheitsbewusstsein. Branchenprimus nach Umsätzen in Österreich, ist mit geringem Vorsprung dm Drogeriemarkt, gefolgt von Bipa. Gemeinsam erzielen die beiden Unternehmen über 60 % des gesamten Marktvolumens. Betrachtet man den Parfumeriebereich getrennt, ist der Marktführer klar Marionnaud, der dem Verfolger Douglas in den letzten Jahren davongezogen ist. Am expansivsten zeigt sich derzeit Müller Drogerie, mit jährlichen Umsatzsteigerungen von mehr als 10 %.

Jährlich werden 4,7 Milliarden € umgesetzt

Für Drogerie- und Parfumerieartikel gibt jeder Österreicher im Schnitt 570 €/Jahr aus, das sind immerhin 9 % aller Konsumausgaben einer Person. Drogerien und Parfümerien können davon allerdings nur etwa 56 % binden, der Rest fließt in andere Vertriebskanäle, wie etwa dem Lebensmittelhandel, Baumärkte oder Apotheken.

Konsolidierung nach dem „Schlecker-Erdbeben“

Die etwa 3 Jahre zurückliegende Pleite von Schlecker bzw. des Nachfolgeunternehmens dayli hat die Branche durcheinandergewirbelt. Immerhin hatte das Unternehmen in Österreich mehr als 1.000 Standorte – mehr als dm und Bipa zusammen. Das freiwerdende Umsatzpotenzial ist kurzfristig in den Lebensmittelhandel abgewandert, wurde jedoch seitdem wieder von dm, Bipa und Müller nahezu komplett zurückerobert.

Das freiwerdende Schlecker-Marktposition wurde zuletzt von wurde jedoch seitdem wieder von dm, Bipa und Müller nahezu komplett zurückerobert. |© RegioData

Das freiwerdende Schlecker-Marktposition wurde zuletzt von dm, Bipa und Müller zurückerobert. |© RegioData

Der Wunsch nach Gesundheit und Wohlbefinden läßt die Kassen klingeln

Die Ausgaben für Körperpflege-, Wellness- und Schönheitsprodukte zählen in Österreich seit Jahren zu der am stärksten steigenden Warengruppe (übrigens neben Gastronomieausgaben und Urlaubsreisen). Und immer neue Produkte erschließen neue Zielgruppen (z.B. vegane Kosmetik oder Hautpflege für Männer)

Online spielt noch wenig Rolle

Nur etwa 6 % es Umsatzes werden derzeit online getätigt. Im Vergleich etwa zu Büchern, Elektronik oder Bekleidung mit bis zu 30 % ein sehr bescheidener Anteil. Vor allem die Körperpflege- und Haushaltsprodukte werden derzeit noch kaum online bestellt. Allerdings sind in der letzten Zeit massive Internetaktivitäten der Drogeriemärkte und des Lebensmittelhandels zu beobachten, so dass dieses Angebot auch das Kaufverhalten stark verändern wird. In den nächsten 3 Jahren ist daher mit einer Verdoppelung des Onlineanteils auf 12 – 13 % zu rechnen.

Drogeriemärkte werden allmählich zu Parfumerien

Die Sortimentsbereiche Düfte und Dekorative Kosmetik sind auf Grund der aus Händlersicht hohen Gewinnspannen in der Branche heiß umkämpft: Drogeriemärkte erweitern ihr Angebot kontinuierlich in diese Richtung und andererseits entstehen auch in Österreich filialisierte Spezialisten wie MÄC oder Kiko Milano.

 

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