Konsumerhebung: So viel Geld benötigen Österreichs Haushalte pro Monat

18. Oktober 2016 Drucken
Konsumerhebung: So viel Geld benötigen Österreichs Haushalte pro Monat
Restaurantbesuche haben sich seit 2009 am stärksten verteuert. |© Stefanie Salzer-Deckert/pixelio.de © Stefanie Salzer-Deckert/pixelio.de

Statistik Austria hat soeben die durchschnittlichen monatlichen Haushalts- und Verbrauchsausgaben erhoben. Der Vergleich mit dem Nettojahreseinkommen der ÖsterreicherInnen zeigt, dass es ohne ein zweites Haushaltseinkommen für Herrn und Frau Österreicher knapp wird.

Rund 3000 Euro Ausgaben pro Kopf und Monat

Die durchschnittlichen monatlichen Verbrauchsausgaben privater Haushalte in Österreich liegen laut der von Statistik Austria durchgeführten Konsumerhebung 2014/15 bei rund 2.990 Euro. Die Äquivalenzausgaben, also die bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Ausgaben eines Haushalts, betragen etwa 1.970 Euro pro Monat.

Nettojahreseinkommen 2014

Laut Statistiuk Austria beliefen sich die mittleren Nettojahreseinkommen auf 19.344 Euro (Frauen: 15.733 Euro, Männer: 23.003 Euro). Die rund 4 Mio. unselbständig Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) erzielten 2014 ein mittleres Bruttojahreseinkommen von26.273 Euro. Die Einkommen der Frauen erreichten mit 19.894 Euro im Mittel nur 61,1% des Einkommens der Männer(32.564 Euro), wobei Frauen viel häufiger teilzeitbeschäftigt sind.

|© Statistik Austria

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Ein Viertel für Wohnen und Heizen

Mit mehr als einem Viertel (26,1%) entfällt der größte Anteil der Haushaltsausgaben auf den Bereich „Wohnen, Energie“, davon 4,7% auf Energie. An zweiter Stelle stehen die Ausgaben für „Verkehr“ mit 14,2%; davon sind 13,5% auf den Bereich des privaten Verkehrs zurückzuführen.

Ernährung und Hobbies

11,8% der Haushaltsausgaben entfallen auf die Gruppe „Ernährung, alkoholfreie Getränke“. Für „Freizeit, Sport, Hobbys“ werden 11,5% der Ausgaben aufgewendet, davon 4,5% für Urlaub.

Was man sonst noch so braucht

Für die Ausstattung der Wohnung werden 7,0% ausgegeben, für die Konsumation in Restaurants oder Cafés 6,9%, für „Bekleidung, Schuhe“ 4,9%, für Versicherungen 4,2% und für den Gesundheitsbereich 3,8%. Im Schnitt am geringsten schlagen Ausgaben für „Körper- und Schönheitspflege“ (2,4%), „alkoholische Getränke, Tabakwaren“ (2,3%), „Kommunikation“ (1,5%) sowie private Ausgaben für Bildung (1,1%) zu Buche.

Unterschied zwischen reich und arm

Mit der Höhe des Einkommens verändert sich auch die Ausgabenstruktur der Haushalte: So verschieben sich die Anteile der Ausgaben bei Haushalten mit geringem Einkommen verstärkt zu den Grundbedürfnissen Ernährung und Wohnen, während einkommensstarke Haushalte mehr für Verkehr und Freizeit ausgeben.

Ausgaben 2014/15 gegenüber Konsumerhebung 2009/10 um 3,1% gestiegen

Verglichen mit den Ergebnissen der Erhebung 2009/10 sind die durchschnittlichen monatlichen Haushaltsausgaben nominell um 3,1% gestiegen, die Äquivalenzausgaben um 4,7%. Die größte Ausgabenkategorie „Wohnen, Energie“ weist bei den Haushaltsausgaben ein Plus von 13,1% gegenüber 2009/10 auf, die Ausgaben für Energie stiegen dabei nur um 1,9%, was vor allem auf den milden Winter 2014/15 zurückzuführen ist. Verkehrsausgaben sind um 3,2% gesunken, was auch mit den Preisreduktionen bei Treibstoffen in Zusammenhang steht. Die Ausgaben für „Ernährung, alkoholfreie Getränke“ zeigen ein moderates Plus von 1,9%, während die viertstärkste Ausgabengruppe „Freizeit, Sport, Hobby“ ein Minus von 6,6% aufweist, was vorwiegend mit dem Preisverfall bei elektronischen Geräten zusammenhängt.

Was wir immer schon wussten: Essen gehen verteuert sich

Das stärkste Plus findet sich bei den Ausgaben für „Café, Restaurant“ mit 19,7%, am deutlichsten zurückgegangen sind die Ausgaben für „Bekleidung, Schuhe“ (-11,4%) sowie für „Kommunikation“ (-8,7%). Zwar sind im Vergleich zur Konsumerhebung 2009/10 die Ausgaben für die Anschaffung von Telefonen mehr als doppelt so hoch, allerdings sind die Ausgaben für Post- und Telefongebühren (-15,0%; -24,0%) gesunken.

 

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