Arbeitszeit: Der Druck wird immer stärker

16. November 2016 Drucken
Arbeitszeit: Der Druck wird immer stärker
EU-weit gehen 340 Mrd. Euro durch Zahlungsverzug verloren. | © Rainer Sturm/pixelio.de Am letzten Faden © Rainer Sturm/pixelio.de

Fast 40 Prozent der Erwerbstätigen leiden „häufig“ (28,2 Prozent) oder „immer“ (11,1 Prozent) unter zeitlich bedingtem Stress. Das geht aus einer Befragung von 10.761 Österreichern der Statistik Austria hervor. Hektische Gastronomie Gut ein Drittel der Befragten (35,7 Prozent) stehen „manchmal“ unter Zeitdruck. Nur bei jedem Vierten ist das „selten“ bzw. „nie“ der Fall. Am engsten […]

Fast 40 Prozent der Erwerbstätigen leiden „häufig“ (28,2 Prozent) oder „immer“ (11,1 Prozent) unter zeitlich bedingtem Stress. Das geht aus einer Befragung von 10.761 Österreichern der Statistik Austria hervor.

Hektische Gastronomie

Gut ein Drittel der Befragten (35,7 Prozent) stehen „manchmal“ unter Zeitdruck. Nur bei jedem Vierten ist das „selten“ bzw. „nie“ der Fall. Am engsten ist das zeitliche Korsett für Beschäftigte in der Beherbergungs- und Gastronomiebranche. Dort haben 54 Prozent der Befragten ständig bzw. häufig Stress. In den Bereichen „Verkehr und Lagerei“ sowie „Gesundheits- und Sozialwesen“ steht rund jeder Zweite (45,4 Prozent bzw. 43,5 Prozent) fast immer unter Zeitdruck, zeigt die Erhebung zu Arbeitsorganisation und Arbeitszeitgestaltung 2015 der Statistik Austria.

Wenig Flexibilität

Wer in einem Restaurant oder in einem Hotel arbeitet, kann sich auch nur schwer kurzfristig einige Stunden oder auch Tage freinehmen. Von diesem Mangel an Flexibilität sind auch die Beschäftigten in den Bereichen „Erziehung und Unterricht“, „Verkehr und Lagerei“ sowie „Gesundheits- und Sozialwesen“ massiv betroffen. Generell gilt das auch für alle Erwerbstätigen, die Hilfs- oder angelernte Tätigkeiten ausüben.

Urlaubstage längerfristig planen

Insgesamt betrachtet kann sich die Hälfte aller Arbeitnehmer (49,9 Prozent) ganz einfach ein bis zwei Stunden freinehmen. Bei kurzfristig ein bis zwei Tagen wird es schon schwieriger – das geht nur bei knapp einem Drittel (32,6 Prozent). In der Freizeit wird fast die Hälfte der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich dienstlich kontaktiert – 44,9 Prozent mindestens einmal in zwei Monaten.

Zeitweise längere Arbeitszeiten

Gut jeder Vierte (25,7 Prozent) muss mindestens einmal wöchentlich früher kommen bzw. länger bleiben; bei fast jedem siebenten Arbeitnehmer (14,8 Prozent) kommt das seltener, aber mindestens einmal monatlich vor.

Freiberufler müssen besonders flexibel sein

Besonders stark davon betroffen sind Führungskräfte (51,3 Prozent) sowie Arbeitnehmer in akademischen und vergleichbaren Berufen (33,1 Prozent). Am häufigsten werden flexible Arbeitszeiten von Erwerbstätigen erwartet, die freiberufliche, wissenschaftliche oder technische Dienstleistungen erbringen (34,5 Prozent), aber auch von den Arbeitnehmern in der Beherbergungs- und Gastronomiebranche (32,3 Prozent). (APA) Mehr zum Thema