Weihnachtseinkäufe: So stark macht sich das Online-Geschäft bemerkbar

21. November 2016 Drucken
Weihnachtseinkäufe: So stark macht sich das Online-Geschäft bemerkbar
Laut Experten geht der Höhenflug des Onlinehandels ungebremst weiter. |© Tim Reckmann / pixelio.de © Tim Reckmann / pixelio.de

Laut einer Analyse von RegioData soll das Christkind heuer in Österreich um 1,95 Milliarden Euro einkaufen. Im Vergleich zum Vorjahr werden durch wachsende Online-Käufe deutliche Steigerungen erwartet. 44% der Onlineausgaben fließen ins Ausland. Weihnachten wird dem Handel dank Online-Käufen solide Umsätze bescheren Der Weihnachtsumsatz wird 2016 1,95 Milliarden Euro ausmachen. So hoch werden jene De­zember-Umsätze […]

Laut einer Analyse von RegioData soll das Christkind heuer in Österreich um 1,95 Milliarden Euro einkaufen. Im Vergleich zum Vorjahr werden durch wachsende Online-Käufe deutliche Steigerungen erwartet. 44% der Onlineausgaben fließen ins Ausland.

Weihnachten wird dem Handel dank Online-Käufen solide Umsätze bescheren

Der Weihnachtsumsatz wird 2016 1,95 Milliarden Euro ausmachen. So hoch werden jene De­zember-Umsätze sein, die der Einzelhandel zusätzlich zu einem Durchschnittsmonat erzielen wird. Das bedeutet eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr! “ Leider fließt jedoch ein großer Teil dieser Ausgaben ins Ausland“, wie RegioData festhält.

In den Top-Lagen Frequenzrückgang befürchtet

Die Top-Einkaufsstraßen sind auch dieses Jahr wieder ganz vorne im Rennen. Ihre Einkäufe er­ledigt die österreichische Bevölkerung primär in den beliebtesten Handelszonen wie der Mariahilferstraße, der Kärntnerstraße und den Innenstädten von Graz, Innsbruck, Linz, etc. Die Klassi­ker unter den Shopping Centern bleiben nach wie vor die SCS in Vösendorf, das Donauzentrum in Wien, der Europark in Salzburg, die SCS in Seiersberg und die Plus City in Linz. Die Frequenz­rückgänge in den Handelszonen sind bereits seit längerem zu verzeichnen. Bleibt abzuwarten, ob die Umsatzrückgänge auf der Fläche dieses Jahr erstmalig auch in der Frequenz im Weih­nachtsgeschäft sichtbar sein werden.

Fast 20% des Weihnachtsumsatzes entfallen auf  wenige Einkaufslagen

Shopping City Süd, Donauzentrum, Shopping Center Seiersberg, Plus City und die Mariahilferstraße machen gemeinsam den gleichen Weihnachtsumsatz wie der Online-Kanal

Das Weihnachtsgeschäft sorgt für Umsatzspitzen

Die Weihnachtsumsätze für die stärksten Handelszonen und Center in Österreich sind vergleichbar mit dem Weihnachtsgeld für den Konsumenten. Fast das Doppelte an Umsatz wird im Dezember in den Top Centern und den Top-Einkaufsstraßen generiert. Fast 20% des Weihnachtsumsatzes entfallen auf einige wenige Player.

Umsatzerwartungen der EinkaufszentrenWeihnachtsumsatz * in Mio. €
Shopping City Süd, Vösendorf 50-55
Innere Mariahilfer Strasse 45-50
Donauzentrum, Wien 30-35
Plus City, Pasching 30-35
Shopping City Seiersberg 20-25
Summe 175-200
Ausgaben Online 185-195

Quelle: RegioPlan, eigene Hochrechnungen, 2016 *Mit Weihnachtsumsatz ist jener Umsatz gemeint, der vom 01.12.-31.12. zusätzlich zum durchschnittlichen Monat generiert wird.

Weihnachten wird für den Handel eine von mehreren Umsatzturbos

War Weihnachten neben Ostern und dem Muttertag vor 40 Jahren noch eines von wenigen Ereignissen, das der Handel für sich nutzen konnte, reiht es sich mittlerweile nach dem Womansday, Halloween, Black Friday, Valentinstag, Schulbeginn, Schulende, Schlussverkauf, Midsale, etc. in eine lange Reihe von Shopping Highlights ein. Da die Ausgaben der Konsumenten für den Handel nicht in dem Ausmaß stei­gen wie die Anzahl der Angebote, verteilt sich der fast gleiche Umsatz auf mehrere Anlässe.

Online-Geschäfte werden zu Weihnachten immer wichtiger

Im Vergleich zum Vorjahr wird es laut einer im November durchgeführten RegioPlan Umfrage zu einer leichten Steigerung der Ausgaben gegenüber dem Vorjahr kommen, profitieren wird davon jedoch vor allem der Onlinehandel.

Österreich : Land der Online-Käufer

Die Österreicher sind direkt nach Großbritannien die fleißigsten Online-Shopper in Europa, mit einem Ausgabenanteil von 11,5%. Auch ein wesentlicher Teil der Weihnachtsumsätze fließt dieses Jahr in den Onlinekanal. Einer RegioPlan Befragung zu Folge gaben 82% aller Befragten an, Weihnachtseinkäufe auch online zu tätigen. 48% der Befragten planen sogar mehr als die Hälfte des Budgets online auszuge­ben.

44% der Onlineausgaben fließen ins Ausland und am österreichischen Handel vorbei

Nach Angaben der Befragten (26-35 Jahre) profitiert vor allem Amazon.de von den Onlinekäufen. Somit wird ein Großteil der Ausgaben die Grenzen Österreichs verlassen. Laut Eurostat befindet sich Öster­reich, mit 44% der gesamten Onlineausgaben die ins Ausland fließen, momentan sogar auf Platz eins im Cross-Boarder E-Commerce Ranking.

Abhängigkeit der Handelsbranchen von Weihnachten

Absolut gesehen geben die Österreicher das meiste Geld im Handel zu Weihnachten für Lebensmittel aus, gefolgt von Bekleidung und Unterhaltungselektronik. Die Bedeutung des Dezember-Umsatzes ist für den Spielwarenhandel und die Uhren- und Schmuckbranche mit Abstand am höchstem. Der letzte Monat entscheidet füßr diese Branchen über den Erfolg oder Misser­folg des ganzen Jahres.

Viele Geschenke gehen am klassischen Handel vorbei

Die Art der Geschenke unterliegt einer sichtbaren Veränderung. Jene Konsumgüter, die rein der Be­darfsdeckung dienen werden tendenziell eher übers Jahr gekauft und dann vor allem im Rahmen einer Aktion. An Weihnachten wünschen sich Frau und Herr Österreicher laut Umfrage Geschenke, die von Herzen kommen, individuell sind und einen größeren emotionalen Wert haben. Weiterhin hoch im Ren­nen sind deshalb Gutscheine für gemeinsame Aktivitäten, Wellness, Genuss, Ego und Freizeit. Geschen­ke, über die sich die österreichische Bevölkerung weniger freut, sind vorverpackte Produktsets ohne persönlichen Bezug.