OPEC kürzt Förderung – Ölpreis steigt

01. Dezember 2016 Drucken
OPEC kürzt Förderung – Ölpreis steigt
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Die OPEC hat erstmals seit 2008 eine Förderkürzung beschlossen und damit den Ölpreis über die Marke von 50 Dollar getrieben. Die Ölpreise stiegen bis Donnerstagmorgen auf 52,60 US-Dollar (49,46 Euro) für die Nordseesorte Brent. Das waren um 76 Cent mehr als am Mittwoch. Einigung in Wien Die 14 Mitglieder des Öl-Kartells stimmten bei ihrer Sitzung […]

Die OPEC hat erstmals seit 2008 eine Förderkürzung beschlossen und damit den Ölpreis über die Marke von 50 Dollar getrieben. Die Ölpreise stiegen bis Donnerstagmorgen auf 52,60 US-Dollar (49,46 Euro) für die Nordseesorte Brent. Das waren um 76 Cent mehr als am Mittwoch.

Einigung in Wien

Die 14 Mitglieder des Öl-Kartells stimmten bei ihrer Sitzung am Mittwoch in Wien der Grundsatzvereinbarung vom September zu.Der Ölpreis steht seit 2014 wegen eines Überangebots unter Druck. Die OPEC-Länder stehen für rund ein Drittel der weltweiten Ölförderung. Russland, das nicht Mitglied der OPEC ist, erklärte sich umgehend bereit, seine Förderung in der ersten Jahreshälfte 2017 um bis zu 300.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag zu reduzieren.

Saudischer Vorschlag

Der Einigung vorausgegangen war ein Vorstoß Saudi-Arabiens, in dem sich das OPEC-Schwergewicht zu Kürzungen bereit erklärte. Der Golf-Staat stimmte schließlich einer Drosselung von rund 500.000 Barrel pro Tag zu und trägt damit den Löwenanteil der Förderbremse. Energieminister Chalid al-Falih erklärte, die sei ein guter Tag für die Ölmärkte. „Die Entscheidung wird der globalen Wirtschaft Auftrieb geben.“

Iran erhält Ausnahmeregelung

Zudem zeigte Saudi-Arabien sich offen für ein Entgegenkommen an den Erzrivalen Iran, der eine Ausnahmeregelung durchsetzte und seine Förderung sogar leicht erhöhen kann. Saudi-Arabien ringt mit dem Iran um die Vorherrschaft am Golf. Der Iran will Marktanteile zurückgewinnen, nachdem jahrelange Sanktionen gegen das Land im Zuge des Atomstreits weitgehend aufgehoben wurden.

Indonesien zieht nicht mit

Der Irak wollte geltend machen, seine Einnahmen aus dem Ölgeschäft seien nötig, um den Kampf gegen die Islamisten-Miliz IS zu finanzieren. Allerdings sieht die jetzt erzielte Einigung auch für den Irak eine Förder-Kürzung vor. Indonesien setzte indes seine OPEC-Mitgliedschaft aus.

Russland zeigt sich erfreut

Der russische Energie-Minister Alexander Nowak begrüßte die Einigung. Er gehe davon aus, dass andere Länder, die wie sein Land nicht in der OPEC seien, dem Beispiel folgen würden. In den vergangenen Monaten hatte Russland seine Fördermenge noch auf ein Rekordhoch getrieben. Für den 9. Dezember ist ein Treffen der Nicht-OPEC-Länder mit dem Kartell angesetzt. Die OPEC hat an die Ölländer außerhalb ihrer Organisation appelliert, sich an der Kappung zu beteiligen.

Über OPEC hinaus

Nach Angaben der OPEC-Präsidentschaft Katar haben Nicht-OPEC-Länder bisher eine Kappung um 600.000 Barrel zugesagt, darunter Russland mit 300.000. Mit den 1,2 Millionen Barrel der OPEC-Länder würde das auf eine Reduzierung der Förderung um rund 1,8 Millionen Barrel pro Tag hinauslaufen, was knapp zwei Prozent der weltweiten Fördermenge entspricht.

Bis zu 60 Dollar zu erwarten

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Jänner kostete am Donnerstag in der Früh 52,60 US-Dollar (49,46 Euro). Das waren um 76 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 71 Cent auf 50,15 US-Dollar. Nach der Einigung waren die Ölpreise am Mittwoch stark angestiegen. Analysten des Bankhauses Goldman Sachs rechnen nun mit einem weiteren Anstieg der Ölpreise, den WTI-Preis sehen sie zwischen 55 und 56 US-Dollar. Die Experten von Morgan Stanley erwarten ein Preisband von 50 bis 60 US-Dollar, wenn die OPEC die Produktionskürzung beibehalte. (APA)