Fuhrparkmanagement: Warum „Green Cars“ als Firmenautos so unbeliebt sind

05. Dezember 2016 Drucken
Fuhrparkmanagement: Warum „Green Cars“ als Firmenautos so unbeliebt sind
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In Österreich sind die Unternehmen noch weit von einem „grünen“ Fuhrpark entfernt. Nur 14 Prozent haben Firmenautos mit alternativem Antrieb im Fuhrpark.  14 Prozent haben Autos mit alternativem Antrieb 47 Prozent können sich vorstellen, Fahrzeuge mit alternativem Antrieb anzuschaffen, 14 Prozent haben sie bereits in ihrer Firmenwagenflotte und 20 Prozent haben dies konkret geplant. Das […]

In Österreich sind die Unternehmen noch weit von einem „grünen“ Fuhrpark entfernt. Nur 14 Prozent haben Firmenautos mit alternativem Antrieb im Fuhrpark. 

14 Prozent haben Autos mit alternativem Antrieb

47 Prozent können sich vorstellen, Fahrzeuge mit alternativem Antrieb anzuschaffen, 14 Prozent haben sie bereits in ihrer Firmenwagenflotte und 20 Prozent haben dies konkret geplant. Das sind die Ergebnisse einer Kienbaum-Umfrage unter 246 österreichischen Firmen, deren Angaben in den „Firmenwagenreport 2016 – Österreich“ eingeflossen sind.

In Deutschland noch weniger Green-Cars

In Deutschland können sich ebenfalls 59 Prozent der Firmen vorstellen, Fahrzeuge mit alternativem Antrieb anzuschaffen, jedoch haben lediglich zehn Prozent der Firmen bereits in solche „grünen“ Firmenfahrzeuge investiert. Weitere sechs Prozent der Unternehmen planen konkret den Erwerb solcher Fahrzeuge.

Mehrheit der österreichischen Firmen duldet unbegrenzte Privatnutzung

Firmenwagen dürfen in Österreich von 60% der Fahrer privat genutzt werden, jedoch sind die österreichischen Unternehmen restriktiv zu ihren Mitarbeitern: denn bei jedem zweiten Firmenwagennutzer in Österreich ist die Nutzung des Firmenwagens auf bestimmte Personengruppe begrenzt. In Deutschland hingegen ist es der überwiegenden Mehrheit erlaubt, den Wagen unbegrenzt privat zu nutzen.

In Bezug auf Umweltmaßnahmen setzen österreichische Firmen auf Pool Cars

Auf die Frage, welche Umweltmaßnahmen die Unternehmen im Hinblick auf einen grünen Fuhrpark bereits durchführen und welche geplant sind, ergibt sich folgendes Bild: In Österreich realisieren schon 62 Prozent der Firmen Pool Cars und gut ein Drittel achtet bei der Auswahl darauf, wie viel CO2 das jeweilige Fahrzeug ausstößt. Dennoch haben über 51% der Dienstwagen einen CO2 Ausstoß von über 130 Gramm.

Steuerregelung befördert klimnafreundliche Flottenpolitik

Seit 1. Jänner 2016 Jahres ist durch die Steuerreform eine neue Sachbezugsregelung in Kraft. Dies hat konkrete Auswirkungen auf die erlaubten CO2-Werte von Firmenwagen: Die Unternehmen nehmen bei Neuanschaffungen deutlich mehr Rücksicht auf den CO2-Ausstoß.

Fast alle Geschäftsführer fahren einen Firmenwagen

In vielen Positionen sind Firmenwagen Standard: 94 Prozent der Geschäftsführer und 79 Prozent der oberen Führungskräfte in Österreich steht ein Firmenwagen zur Verfügung. In Deutschland sind es 92 beziehungsweise 78 Prozent. Auch in Fachfunktionen sind Firmenwagen weit verbreitet: Zum Beispiel haben 82 Prozent der Außendienstmitarbeiter in österreichischen Firmen Anspruch auf einen Firmenwagen, in Deutschland sind es 73 Prozent.

Budget zwischen 30.000 und 50.000 Euro

Die Anschaffungsbudgets für Firmenwagen liegen in Österreich bei folgenden Bruttoanschaffungskosten: Bei Spezialisten und Außendienstmitarbeitern liegt das durchschnittliche Anschaffungsbudget für einen Firmenwagen zwischen 25.000 und 36.000 Euro. Auf der oberen Führungsebene beträgt das Anschaffungsbudget in Österreich zwischen 30.000 und 50.000 Euro. Und Geschäftsführer fahren Firmenwagen, die in Österreich im Median 60.000 Euro kosten (in Deutschland sind es 70.000 Euro).

Full-Service-Leasing ist am weitesten verbreitet

Die meisten Unternehmen nutzen für ihren Firmenwagen Full-Service-Leasing: In Österreich wählt gut die Hälfte der Firmen diese Form der Anschaffung und Betreuung; in Deutschland sind es knapp zwei Drittel. Gekauft werden die Firmenwagen in Österreich durchschnittlich in rund 30 Prozent der Unternehmen, in Deutschland liegt hingegen dieser Wert lediglich bei 15 Prozent.

Geschäftsführer fahren am liebsten europäische Automarken

Sowohl in Österreich als auch in Deutschland sind die europäischen Automarken unter Geschäftsführern sehr beliebt. Andere haben es hingegen in beiden Ländern schwer, Fuß zu fassen. Im Vergleich zu 2013 werden weniger Beschränkungen der Markenauswahl der österreichischen Firmenwagen auf fast allen Hierarchie-Ebenen beobachtet, mit Ausnahme der Geschäftsführungsebene. Ausschlaggebend für die Einschränkungen der Markenauswahl sind die Händlerkonditionen/Preisvorteile sowie die Einkaufspolitik. In Bezug auf die Ausstattungen der Fahrzeuge werden in beiden Ländern sowohl Freisprecheinrichtung als auch Navigationsgerät am häufigsten vorgeschrieben. Mehr zum Thema