Modehandel im Internet: Klotzen, nicht Kleckern

16. Januar 2017 Drucken
Modehandel im Internet: Klotzen, nicht Kleckern
Insgesamt ist der Modehandel in Wien schon jetzt auf einem guten Weg. © Peter Smola / pixelio.de © Peter Smola / pixelio.de

Modemarken werden heute ohne Online-Handel nicht mehr erfolgreich sein, heißt es in einer Studie von A.T. Kearney.  Dabei verlangen Kunden eine hochprofessionelle und individuelle Präsentation der Ware. Lesen Sie, warum durchschnittliche Portal-Lösungen keine Chance mehr haben.   Kunden nutzen Preistransparenz Nach wie vor zieht ein Großteil der Konsumenten das stationäre Modegeschäft dem Internet vor. Doch die Bedeutung […]

Modemarken werden heute ohne Online-Handel nicht mehr erfolgreich sein, heißt es in einer Studie von A.T. Kearney.  Dabei verlangen Kunden eine hochprofessionelle und individuelle Präsentation der Ware. Lesen Sie, warum durchschnittliche Portal-Lösungen keine Chance mehr haben.  

Kunden nutzen Preistransparenz

Nach wie vor zieht ein Großteil der Konsumenten das stationäre Modegeschäft dem Internet vor. Doch die Bedeutung des digitalen Vertriebs nimmt stetig zu. Wie die Befragungen zeigen, steigt im Internet der Wettbewerbsdruck, besonders auf niedrige Preise, vergleichen doch 80 Prozent der befragten Kunden die Preise online. Nur 20 Prozent tun das nie oder nur selten. Und mehr als die Hälfte der Befragten vergleichen auch zwischen Online- und Filialpreisen. Dabei scheinen die Konsumenten genau zu wissen, was sie suchen, denn es ist weniger online geschaltete Werbung (nur 18 Prozent) als vielmehr der direkte Besuch der Markenseite (26 Prozent) oder ein Suchmaschinenergebnis (24 Prozent), das sie auf die Händlerseiten bringt.

Größere Auswahl lässt Onine-Kauf punkten

Bequemes Einkaufen und größere Auswahl sind die Hauptgründe für den Online-Kauf. Ebenso punkten Preisvorteile im Internet, bessere Verfügbarkeit, die Anprobe zu Hause und das Rückgaberecht. Der wichtigste Hebel, Online-Shopping attraktiver zu machen, ist laut Befragung ein niedriger Preis. Doch die Kunden nennen auch gravierende Nachteile des Online-Shoppings: mehr als ein Drittel sieht Schwierigkeiten, die richtige Größe und Passform zu finden. Auch schwer einzuschätzende Qualität der Ware und fehlende Beratung sind Minuspunkte.

Besser Infos über Produkte

Marktführer konzentrieren sich daher zurzeit auf verbesserte Produktinformationen, weitere Erhöhung der Bequemlichkeit und einen stärkeren Grad der Personalisierung. Mit detaillierten Produktbeschreibungen in Form von Catwalk Videos, 360-Grad-Ansichten oder Zoom-In-Funktionen reduzieren Unternehmen wie der britische Versandhandel Asos die Retouren. Das französische Unternehmen bonprix erleichtert das Finden der passenden Größe durch Virtual Dressing mit einem virtuellen Berater, der individuelle Maße und besondere Wünsche abfragt. Andere setzen zur Inspiration ihrer Kunden auf innovative Tools wie Gaming Apps.

Trend zu mobilen Apps

Wie der Online Einkauf noch bequemer gestaltet werden kann, zeigt zum Beispiel Zalando: der führende Online-Händler bietet Apps und Shopping-Funktionen für mobile Endgeräte. Auch ein breites Angebot an Zahlungsmöglichkeiten wie bei Mango oder die Wiederverwertbarkeit von Verpackungen für mögliche Retouren bei Net-à-Porter senken die Hemmschwelle.

Personalisierung nimmt zu

Mit individualisierten Produktempfehlungen (H&M z.B.) oder Fitting-Support (OTTO), der bei Bedarf darauf aufmerksam macht, dass die Ware im Wunschkorb nicht zum üblichen Profil passt, personalisieren die Modehändler die Interaktion mit ihren Kunden.

Nur hochprofessionelle Portale sind erfolgreich

Die Studie rät vielen mittelständische Modefirmen, über Kooperationen mit einer etablierten Marktplattform oder Outsourcing an einen spezialisierten Dienstleister nachzudenken, anstatt viel Geld in ein mittelmäßiges Angebot zu investieren. Internetkunden seien extrem wählerisch und entscheiden sich zum Kauf nur dort, wo das Internet mehr bietet als der stationäre Handel.

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