Spenden und Steuern: Die neuen Anforderungen für die Absetzbarkeit

20. Februar 2017 Drucken
Spenden und Steuern: Die neuen Anforderungen für die Absetzbarkeit
Die Unterlagen sind sieben Jahre aufzubewahren. |© Tim Reckmann/pixelio.de © Tim Reckmann/pixelio.de

Seit heuer dürfen Private bestimmte Sonderausgaben wie Kirchenbeiträge oder Weiterversicherungen nur mehr dann steuerlich absetzen, wenn die betreffende Organisation den Empfang elektronisch bestätigt. Für Unternehmen bleibt alles beim alten. Steuerberaterin Eva Pernt informiert.

Es braucht elektronische Bestätigung

Seit 1.1.2017 dürfen Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung und einen Nachkauf von Versicherungszeiten, Kirchenbeiträge sowie Spenden an begünstigte Organisationen nur mehr dann im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung abgesetzt werden, wenn die jeweiligen Organisationen den Empfang des Geldbetrags mittels elektronischer Datenübermittlung den zuständigen Abgabenbehörden bestätigt haben.

Bekanntgabe von Daten an Spendenorganisation

Laut Kanzlei Pernt wurden die Anforderungen an diese Datenübermittlung jüngst in der Son­derausgaben-Datenübermittlungsverordnung des BMF konkretisiert (siehe Link unten). Damit die jeweilige Organisation in der Lage ist, die Daten richtig zu übermitteln, muss ihr vom Spender oder Bei­tragszahler rechtzeitig Vor- und Zuname sowie Geburtsdatum bekannt gegeben werden.

Unternehmen können weiterhin schriftlich einreichen

Betriebliche und private Spenden strikt zu trennen sind. Denn Spenden aus dem Betriebsvermögen können weiterhin ohne elektronische Datenübermittlung abgesetzt werden. Damit es zu keiner verbotenen Doppelabsetzung von Spenden kommt, müs­sen die Spendenorganisationen ab dem Jahr 2017 genau unterscheiden, ob eine Spende aus einem Betriebsvermögen oder aus dem Pri­vatvermögen eines Spenders stammt. Daher müssen auch die Spendenorganisationen an der korrekten Erfassung ihrer Spender arbei­ten. Übrigens dürfen Spendenorganisationen ab 2017 nur mehr dann in die Liste der begüns­tigten Spendenempfänger beim Finanzamt Wien 1/23 aufgenommen werden, wenn glaub­haft gemacht wurde, dass die Maßnahmen zur Erfüllung der Datenübermittlungsverpflichtung getroffen wurden.

Zuwendungen an ausländische Organisationen bleiben absetzbar

Da ab 2017 bei der Veranlagung nur mehr die elektronisch übermittelten Daten berücksichtigt werden können, dürfen im Rahmen der Gehalts-aufrollung im laufenden Kalenderjahr auch keine Kirchenbeiträge mehr berücksichtigt werden. Zuwendungen an ausländische Organisatio­nen können wie bisher in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Die Bezahlung von Topf-Sonderausgaben, Renten oder Steuerberatungs­kosten unterliegt auch nicht dem neuen Datenübermittlungsregime. Mehr zum Thema