Lebensmittel: Das sind die Einkaufsgewohnheiten der Österreicher

23. März 2017 Drucken
Lebensmittel: Das sind die Einkaufsgewohnheiten der Österreicher
© BMLFUW/Dall

Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt gibt pro Monat für Frischeprodukte (exkl. Brot und Gebäck) und Fertiggerichte 140 Euro aus. Einen Boom erleben laut der neuesten RollAMA-Marktanalyse für 2016 Lebensmittel für den schnellen Einsatz in der Küche. Direktvermarktung bleibt hipp Handgerechte Lebensmittel für den schnellen Einsatz in der Küche boomen. Bio wächst konstant weiter, ebenso steigen die […]

Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt gibt pro Monat für Frischeprodukte (exkl. Brot und Gebäck) und Fertiggerichte 140 Euro aus. Einen Boom erleben laut der neuesten RollAMA-Marktanalyse für 2016 Lebensmittel für den schnellen Einsatz in der Küche.

Direktvermarktung bleibt hipp

Handgerechte Lebensmittel für den schnellen Einsatz in der Küche boomen. Bio wächst konstant weiter, ebenso steigen die Einkäufe direkt beim Bauern. Den wertmäßig größten Anteil nehmen Fleisch und Fleischwaren sowie Milchprodukte, Obst und Gemüse ein.

Leichter Anstieg der Ausgaben
Die Umsätze von Frischeprodukten exklusive Brot und Gebäck sind 2016 leicht gestiegen (plus 0,6 Prozent), die eingekaufte Menge ist marginal gesunken. Ein kräftiges Umsatzplus gab es für Obst und Gemüse. Die mengenmäßig stärksten, heimischen RollAMA-Produkte sind Milch, Erdäpfel und Äpfel, die umsatzstärksten Schnittkäse, Schweine- und Rindfleisch sowie Schinken.

© AMA – Monatliche Ausgabe

140 Euro pro Monat für Frischeprodukte

Die durchschnittlichen Haushaltsausgaben für Frischeprodukte ohne Brot und Gebäck und Fertiggerichte lagen 2016 bei 140 Euro pro Monat. Der wertmäßig größte Anteil entfällt auf Wurst und Schinken, gefolgt von Milch, Joghurt und Butter. Platz 3 nimmt die Warengruppe Fleisch inklusive Geflügel ein, knapp elf Prozent werden für Käse ausgegeben. Obst und Gemüse machen gemeinsam rund ein Viertel der Ausgaben aus. Die Einkaufsfrequenz sinkt weiter, 2016 gingen die Konsumenten im Schnitt zehn Mal weniger pro Jahr einkaufen als 2011 (Chart 5).

Aktionsanteil leicht sinkend

Die heimischen Konsumenten nutzen die Angebote der Supermärkte, wenngleich der Aktionsanteil insgesamt leicht abnimmt. 23 Prozent der Frischeprodukte werden gekauft, wenn es entsprechende Aktionen im Lebensmittelhandel gibt. Besonders hoch ist der Aktionsanteil bei Fleisch (33 Prozent.

Diskonter erobern den Markt

Die Diskonter legen zu, ihr Marktanteil gegenüber den Supermärkten beträgt im Schnitt rund dreißig Prozent. Die Diskonter profitierten dabei vor allem vom Konkurs von Zielpunkt. Dadurch wächst auch die Handelskonzentration weiter. Die drei größten Unternehmen verzeichneten im vergangenen Jahr 88 Prozent der Einkäufe im LEH.

Megatrend Convenience

Alles, was beim Einkaufen und Zubereiten schnell und einfach geht, liegt im Trend. Aufgeschnittener Käse in der Selbstbedienung sowie kochfertiger Reibkäse gewinnen seit Jahren kontinuierlich weitere Marktanteile. Ganz ähnlich die Situation bei Wurst und Schinken: Aufgeschnittene Ware boomt, die Dienstleistung wird von den Konsumenten mit der Bereitschaft, mehr zu bezahlen, belohnt.

© AMA – Fleisch convinience

Fleisch für flotte Küche

Bei der Zubereitung zu Hause soll es ebenfalls schnell gehen. Fleischteile für die flotte Küche, wie Steak, Beiried oder Hühnerfleisch, haben seit dem Jahr 2011 überdurchschnittlich stark zugelegt. Die Konsumenten greifen auch immer öfter zu vorbereitetem Gemüse. Diese Warengruppe konnte gegenüber 2015 mengenmäßig um mehr als sieben Prozent zulegen.

Auch Milch muss mehr können

Auch die längere Haltbarkeit von Milch empfinden die Konsumenten als praktisch. Das erklärt den Siegeszug der ESL-Milch. Jedes zweite im LEH eingekaufte Milchpackerl bleibt länger frisch. H-Milch konnte im vergangenen Jahr besonders zulegen. Das liege an der starken Aktionierung dieser Warengruppe. H-Milch war 2016 so billig wie lange nicht, heißt es bei der AMA. Die Preisdifferenz zwischen Frischmilch und  ESL-Milch hat sich 2016 defacto egalisiert. Ein Liter Milch kostete im Durchschnitt 1,05 Euro.

Konsumenten lieben Natürlichkeit

Im Joghurt-Segment setzt sich der Trend zum Naturjoghurt fort. Während vor sechs Jahren bei weitem mehr Fruchtjoghurt gekauft wurde, hat Naturjoghurt zwischenzeitlich aufgeholt. Jeder zweite Becher Joghurt wandert ohne Fruchtzubereitung über den Ladentisch. Eine Verdrängung herrscht auch bei den gelben Fetten. Butter erobert gegenüber Margarine jedes Jahr weitere Marktanteile und besetzte 2016 zwei Drittel des Streichfettmarktes.

Bio und Heumilch: Mehr denn je

2016 stiegen die Ausgaben für Bio-Lebensmittel weiter, in den letzten sechs Jahren um insgesamt 37 Prozent. 128 Euro gibt ein durchschnittlicher Haushalt pro Jahr für Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft aus. Nicht nur bei den Umsätze, auch mengenmäßig legen biologische Lebensmitteln im LEH kontinuierlich zu – um plus 15 Prozent seit 2012.
8,2 Prozent aller Frischeprodukte (ohne Brot und Gebäck) werden im Lebensmittelhandel in Bio-Qualität gekauft. Der höchste Bio-Anteil entfällt auf Eier mit zwanzig Prozent, gefolgt von Milch (18 Prozent) sowie Gemüse, Obst und Joghurt. Butter und Käse liegen leicht über dem Durchschnitt aller Warengruppen. Potenzial besteht in den beiden kleinsten Bio-Warengruppen Fleisch und Wurst.

Heumilch geht ihren Weg

Heumilchprodukte – ein weiteres  Spezialsortiment mit Mehrwert – erfreut sich ebenfalls der zunehmenden Gunst der Konsumenten. Etwas mehr als sieben Prozent aller im LEH eingekauften Milchprodukte wurden aus Heumilch hergestellt. „

Immer öfter direkt vom Bauern

Nirgends ist die Verbindung zwischen Lebensmittel und Herstellung enger als beim Einkauf direkt beim Bauern. dies bedingt eine steigende Einkaufsfrequenz ab Hof. 2016 gaben die Haushalte um fünfzig Prozent mehr beim Bauern aus als vor sechs Jahren.

Eier kommen am häufigsten direkt vom Bauernhof

26 Prozent der RollAMA-Haushalte kaufen mindestens einmal pro Jahr am Bauernmarkt oder im Hofladen ein. Eier werden am häufigsten direkt beim Landwirt bezogen. Diese Warengruppe macht auch wertmäßig den größten Umsatz aus. Einen ebenfalls hohen Anteil in der Direktvermarktung verzeichnet Milch mit zwölf Prozent.

Was ist die RollAMA?

Die RollAMA ist die rollierende Agrarmarktanalyse der AMA-Marketing in Zusammenarbeit mit der GfK und KeyQUEST Marktforschung. Basis ist das GFK-Haushaltspanel. Dabei führen 2.800 österreichische Haushalte Aufzeichnungen über ihre Einkäufe im Lebensmitteleinzelhandel (inkl. Hofer und Lidl). Die RollAMA-Daten umfassen die Warengruppen Fleisch und Geflügel, Wurst, Milch und Milchprodukte, Käse, Obst, Gemüse, Erdäpfel, Eier, Tiefkühlprodukte, Fertiggerichte, aber nicht Brot und Gebäck.

 

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