Österreich: Das sind die heimischen Arbeitskosten im EU-Vergleich

12. April 2017 Drucken
Österreich: Das sind die heimischen Arbeitskosten im EU-Vergleich
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Die Arbeitskosten haben sich 2016 in Österreich langsamer erhöht als in der EU oder den Ländern der Eurozone. AUT liegt deutliche über EU-Schnitt Im Produzierenden Gewerbe und bei den Dienstleistern stiegen die Kosten für eine Arbeitsstunde im Schnitt um 0,8 Prozent auf 32,90 Euro. In der Eurozone betrug der Anstieg 1,3 Prozent auf 30 Euro […]

Die Arbeitskosten haben sich 2016 in Österreich langsamer erhöht als in der EU oder den Ländern der Eurozone.

AUT liegt deutliche über EU-Schnitt

Im Produzierenden Gewerbe und bei den Dienstleistern stiegen die Kosten für eine Arbeitsstunde im Schnitt um 0,8 Prozent auf 32,90 Euro. In der Eurozone betrug der Anstieg 1,3 Prozent auf 30 Euro und in der EU 1,6 Prozent auf 25,70 Euro, hat das deutsche Statistische Bundesamt errechnet. In Österreich liegen die Kosten für eine Arbeitsstunde somit um knapp zehn Prozent über dem Durchschnitt der Eurozone bzw. 28 Prozent über dem EU-Schnitt. Österreich rangiert damit auf Platz neun aller 28 EU-Länder. Im Verarbeitenden Gewerbe kostete eine Arbeitsstunde 35,50 Euro, im Dienstleistungssektor 31,50 Euro.

DK, BE und SWE mit höchsten Kosten

Am höchsten sind die Arbeitskosten in Dänemark. Dort kommt eine Arbeitsstunde auf 43,40 Euro. In Belgien sind es 41,20 Euro und in Schweden 40,90 Euro. Die stärksten Anstiege gab es EU-weit in den osteuropäischen Ländern, wo das Lohnniveau deutlich niedriger liegt. In Rumänien stiegen die Arbeitskosten zwar kräftig um 10,6 Prozent, sie lagen aber nur bei 5,40 Euro pro Stunde. In Bulgarien betrugen sie nur 4,40 Euro und damit nur rund ein Zehntel im Vergleich zu Dänemark. Am stärksten gesunken – um 9,6 Prozent auf 8,70 Euro pro Stunde – sind dagegen die Arbeitskosten in Kroatien. In Griechenland, Italien, Portugal und Malta waren die Arbeitskosten ebenfalls rückläufig.

Brutto plus Nebenkosten

Die Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Bei den Lohnnebenkosten liegt Österreich mit 36 Euro je 100 Euro Bruttoverdienst innerhalb der EU ebenfalls an neunter Stelle und damit über dem EU- und Eurozonen-Schnitt. Die höchsten Lohnnebenkosten müssen Arbeitnehmer in Schweden in Kauf nehmen, nämlich 49 Euro je 100 Euro Verdienst. Auch Frankreich und Belgien weisen mit 47 bzw. 44 Euro relativ hohe Lohnnebenkosten auf. Der EU-Schnitt liegt bei 31 Euro, der Durchschnitt in der Eurozone bei 34 Euro. Die geringsten Lohnnebenkosten werden auf Malta (9 Euro), in Luxemburg und Dänemark (jeweils 16 Euro) verrechnet.

DE mit niedrigeren Lohnnebenkosten

Obwohl die Arbeitsstunde in Deutschland mit 33,40 Euro etwas mehr als in Österreich kostet, entfallen in unserem Nachbarland nur 28 Euro Lohnnebenkosten je 100 Euro Bruttoverdienst an. Hauptbestandteile der Lohnnebenkosten sind die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber, Aufwendungen für die betriebliche Altersvorsorge und für die Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall.