Das sind die Wachstumsmärkte der Sicherheitsbranche

27. April 2017 Drucken
Das sind die Wachstumsmärkte der Sicherheitsbranche
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Warum die Sicherheitsbranche in Österreich boomt

Der Sicherheitsbranche in Österreich hat im Vorjahr rund 1,13 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet. Der Großteil entfiel mit 533 Mio. Euro auf Sicherheitsdienstleister, gefolgt von elektronischen sowie mechanischen Sicherheitsanlagen mit 410 Mio. beziehungsweise 190 Mio. Euro Umsatz. „Die Branche boomt“, hieß es in Wien bei einer Pressekonferenz vom Verband der Sicherheitsunternehmen (VSÖ).

45 Prozent in sechs Jahren

Als Überblick über die Branche wurde vom VSÖ erstmals ein rund 50 Seiten starkes „Jahrbuch Sicherheit“ aufgelegt. Bei den privaten Sicherheitsdienstleistern gab es demnach von 2010 bis 2016 ein Umsatzplus von 45 Prozent. „14 Betriebe machen dabei 70 Prozent des Branchenumsatzes aus“, sagte Martin Wiesinger von der entsprechenden Fachgruppe im VSÖ.

Wachstumspotential für Alarmanlagen

Alarmanlagen sind in Österreich noch ein „Entwicklungsmarkt“, sagte Günther Saltuari von der VSÖ-Fachgruppe Elektronische Sicherungsanlagen. Besonders im privaten Bereich hinkt die Branche hinter anderen Ländern her. Die Hälfte des Umsatzes im Elektronikbereich wurde mit 204 Mio. Euro im Vorjahr durch Brandmeldeanlagen erwirtschaftet. Bei den mechanischen Einrichtungen entfielen laut Fachgruppen-Vorstand Wolfgang Bruna je rund ein Viertel auf Sicherheitstüren sowie Schließzylinder und Beschläge.

Erkundung per Drohne

Es brauche gesetzliche Vorgaben, um ein einheitliches Grundausbildungsniveau für alle Mitarbeiter in der Sicherheitsbranche zu erreichen, forderte Wiesinger. Zukunftstrends liegen u.a. in der Digitalisierung, wie beispielsweise elektronischen Kontrollpunkten bei Rundgängen von Securitys. Drohnen-Rundflüge zur Branderkennung oder Video-Analytik mit Systemen, die unterscheiden können, ob sich etwa ein Reh oder ein Mensch einem Zaun nähert, seien weitere Möglichkeiten.

Viele Klein- und Kleinstunternehmer

Von den über 400 Dienstleistern sind 50 KMU und 372 Kleinstunternehmen, erläuterte der Geschäftsführer von Securitas in Österreich. „Es herrscht extrem scharfer Wettbewerb zwischen den Betrieben.“ Laut Wiesinger gibt es viele Konkurse und häufig nur einstellige Umsatzrenditen. Er kritisierte auch teils „semilegale Beschäftigungsverhältnisse“ unter den knapp 16.000 Mitarbeitern im Bewachungsgewerbe. Andererseits biete die Branche gute Jobchancen für ältere Arbeitnehmer und einen „radikal“ steigenden Frauenanteil. (APA)