EU fixiert Wirtschaftsabkommen mit Japan

07. Juli 2017 Drucken
EU fixiert Wirtschaftsabkommen mit Japan
© Thorben Wengert/pixelio.de

Das künftige Wirtschaftsabkommen öffnet großen genauso wie mittleren und kleinen europäischen Unternehmen den immer noch schwierig zugänglichen japanischen Markt mit über 125 Millionen kaufkräftigen Konsumenten.

Die EU und Japan haben sich diese Woche im Grundsatz auf ein gemeinsames Wirtschaftsabkommen geeinigt. EU-Exportnationen wie Österreich dürften davon profitieren, dass Europäer und Japaner damit gemeinsam ein Zeichen gegen die jüngste Welle von Protektionismus und Geringschätzung für internationale Abkommen setzen.

KMU sollen profitieren

Das künftige Wirtschaftsabkommen öffnet großen genauso wie mittleren und kleinen europäischen Unternehmen den immer noch schwierig zugänglichen japanischen Markt mit über 125 Millionen kaufkräftigen Konsumenten. Die EU-Exporte könnten dadurch um bis zu 20 Milliarden Euro zunehmen, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft und Lebensmittel, Medikamente und Medizinprodukte sowie Lederwaren und Bekleidung. Auch werden japanische Behörden einen viel größeren Anteil öffentlicher Bauaufträge für europäische Unternehmen öffnen als bisher. Damit sind gerade Sektoren, in denen Österreich weltweit besonders wettbewerbsfähig ist, künftig besser zugänglich. Zugleich bleibt die Regulierung ihrer öffentlicher Dienstleistungen fest in der Hand der EU-Staaten.

Tiroler Speck, Steirisches Kernöl und andere österreichische Anliegen

Österreichische Betriebe können in Zukunft besonders von der Durchsetzung geschützter geographischer Bezeichnungen profitieren: Die Vermarktung von Steirischem Kren, Steirischem Kürbiskernöl, Tiroler Speck, Inländerrum und anderen nutzt vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen und heimischen Landwirten.

Mit der heutigen Grundsatzeinigung ist das EU-Japan Abkommen noch nicht endgültig abgeschlossen. In einigen Bereichen steht eine Einigung noch aus, insbesondere beim Investitionsschutz. Die EU wird gerade in diesem Bereich nur ein Übereinkommen schließen, wenn unsere strengen und von allen EU-Mitgliedstaaten mitgetragenen Anforderungen an eine unabhängige Investitionsgerichtsbarkeit akzeptiert werden.