Spanien und Portugal: Wirtschaft kommt wieder auf den Geschmack

07. Juli 2017 Drucken
Spanien und Portugal: Wirtschaft kommt wieder auf den Geschmack
Spanisches Nationalgericht: Paella © pixabay

Sie waren von der Finanz- und Wirtschaftskrise und deren Folgen in Europa mit am stärksten betroffen. Aber Schritt für Schritt arbeiten sich Spanien und Portugal aus der Krise heraus. Nun hat der internationale Kreditversicherer Coface im Rahmen seiner regelmäßigen Aktualisierung von Länderbewertungen die beiden iberischen Nachbarn heraufgestuft: Spanien in A2, Portugal in A3. Leichten Aufwind […]

Sie waren von der Finanz- und Wirtschaftskrise und deren Folgen in Europa mit am stärksten betroffen. Aber Schritt für Schritt arbeiten sich Spanien und Portugal aus der Krise heraus. Nun hat der internationale Kreditversicherer Coface im Rahmen seiner regelmäßigen Aktualisierung von Länderbewertungen die beiden iberischen Nachbarn heraufgestuft: Spanien in A2, Portugal in A3. Leichten Aufwind sieht Coface auch für Russland. Im arabischen Raum und in Afrika hingegen steigen die Risiken.

Spanien richtet sich wieder auf

In Spanien entwickeln sich nach Einschätzung der Coface-Analysten Wachstum und Außenhandel dynamisch. Das Wachstum legt 2017 mit voraussichtlich 2,7 Prozent schneller zu als erwartet. Getragen wird der Aufschwung von starken Exporten. Die verbesserte Arbeitsmarktlage dürfte aber auch den privaten Konsum ankurbeln. Portugal ist aus dem Defizitverfahren der Europäischen Kommission genommen worden. Auch wenn die Verschuldung noch eine große Bürde ist, markiert dies einen Wendepunkt für das Land. Bei einem weiterhin starken Exportbeitrag dürfte die portugiesische Wirtschaft nach 1,4 Prozent 2016, in diesem Jahr um 2 Prozent, und 2018 um 1,7 Prozent zulegen.

Russland in leichtem Aufwind

Eine leichte Erholung sieht Coface in Russland und hat die Länderbewertung von C in B heraufgesetzt. Die Investitionen stiegen im ersten Quartal 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,3 Prozent. Die Industrieproduktion legte im April gegenüber dem Vorjahr ebenfalls um 2,3 Prozent zu. Und die Einzelhandelsumsätze gingen nicht weiter zurück. Ursächlich ist unter anderem die kontrollierte Inflation, die bei rund 4 Prozent liegt. Auch der Absatz von Autos zieht an (2017 bis jetzt um 11 Prozent). Die Unternehmen machten im ersten Quartal 2017 gut 5 Prozent mehr Gewinn als im ersten Vierteljahr 2016. Besser lief es in dieser Hinsicht vor allem im Bergbau, bei der Energiegasproduktion und in der Immobilienwirtschaft. Im verarbeitenden Gewerbe hingegen gingen die Netto-Erträge zurück.

Risiken steigen im Nahen Osten und in Afrika

Der Nahe und Mittlere Osten und Afrika sind die Regionen, in denen sich die Bewertungen seit 2014/2015 am meisten verschlechtert haben. Hauptgründe sind die zunehmenden politischen Probleme und die gesunkenen Öl- und Gaspreise. In diesem Quartal hat Coface daher einige Länder herabgestuft: Das Wachstum und die finanzielle Situation für Katar (jetzt A4) könnte sich aufgrund der jüngsten politischen Maßnahmen einiger Golfländer verschlechtern. Bahrain (jetzt C) steht vor einem großen Haushaltsdefizit und hohen Schulden. Der Ausblick für Namibia (B) ist trotz einer Erholung im wichtigen Bergbausektor schwach. Mauritius (A4) bekommt international gesehen schlechtere Noten für das Geschäftsumfeld.

So wird bewertet

Die Länderbewertungen von Coface für 160 Länder umfassen acht Stufen: A1 (sehr niedriges Risiko), A2 (niedriges Risiko), A3 (noch akzeptables Risiko), A4 (akzeptables Risiko), B (signifikantes Risiko), C (hohes Risiko), D (sehr hohes Risiko) und E (extremes Risiko).

 

Mehr zum Thema