Check: Wo liegen die Höchstgrenzen für Arbeitszeit und Überstunden

11. Juli 2017 Drucken
Check: Wo liegen die Höchstgrenzen für Arbeitszeit und Überstunden
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Wann liegt eine Überstunde vor? Wo genau werden die Höchstgrenzen der Beschäftigung von Arbeitnehmern gezogen und unter welchen Voraussetzungen können die Höchstgrenzen der Arbeitszeit überschritten werden? Die Wirtschaftskammer Tirol beschreibt den  Status quo des Arbeitszeitgesetzes. Arbeitszeitgesetz maßgeblich Überstundenarbeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes liegt vor, wenn das gesetzlich festgelegte Ausmaß der täglichen Normalarbeitszeit bzw. der wöchentlichen […]

Wann liegt eine Überstunde vor? Wo genau werden die Höchstgrenzen der Beschäftigung von Arbeitnehmern gezogen und unter welchen Voraussetzungen können die Höchstgrenzen der Arbeitszeit überschritten werden? Die Wirtschaftskammer Tirol beschreibt den  Status quo des Arbeitszeitgesetzes.

Arbeitszeitgesetz maßgeblich

Überstundenarbeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes liegt vor, wenn das gesetzlich festgelegte Ausmaß der täglichen Normalarbeitszeit bzw. der wöchentlichen Normalarbeitszeit überschritten wird. In der täglichen Normalarbeitszeit von acht Stunden und der wöchentlichen Normalarbeitszeit von 40 Stunden leistet der Arbeitnehmer somit keine Überstunden. Wird die tägliche oder die wöchentliche Normalarbeitszeit überschritten, fallen Überstunden an. Pausen sind in der Regel nicht als Arbeitszeit zu werten, es bedarf hier aber genauer Aufzeichnungen.

Überstunden nur bei Bedarf

Überstundenarbeit ist grundsätzlich nur bei Vorliegen eines erhöhten Arbeitsbedarfes erlaubt. Dabei sind die gesetzlich festgelegten Höchstgrenzen zu beachten. Die Tagesarbeitszeit darf grundsätzlich zehn Stunden und die Wochenarbeitszeit 50 Stunden nicht überschreiten. Das Arbeitszeitgesetz sieht verschiedene Ausnahmen vor, beispielsweise für die Schichtarbeit. Ein Kollektivvertrag kann in bestimmten Branchen zusätzliche Überstunden zulassen. Davon haben beispielsweise die Kollektivverträge für das Hotel- und Gastgewerbe oder das Kleintransportgewerbe Gebrauch gemacht.

Ein erhöhtes Überstundenausmaß ist rechtlich möglich

In höchstens 24 Wochen des Kalenderjahres können Überstunden bis zu einer Wochenarbeitszeit von 60 Stunden zugelassen werden, wenn bestimmte inhaltliche sowie formale Voraussetzungen gegeben
sind. Die Tagesarbeitszeit darf dabei zwölf Stunden nicht überschreiten. Die Ausdehnung der Wochenarbeitszeit durch Überstunden auf bis zu 60 Stunden ist nur bei einem vorübergehend auftretenden besonderen Arbeitsbedarf zur Verhinderung eines unverhältnismäßigen wirtschaftlichen Nachteils zulässig. Im Streitfall mit dem Arbeitsinspektorat ist seitens des Arbeitgebers neben dem erwarteten gravierenden wirtschaftlichen Nachteil vor allem nachzuweisen, dass der besondere Arbeitsbedarf nur vorübergehend und nicht dauerhaft gegeben war.

 

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