Halbjahresbilanz: Erste Group zählt zu Top-Performern unter Europas Banken

04. August 2017 Drucken
Halbjahresbilanz: Erste Group zählt zu Top-Performern unter Europas Banken
Andreas Treichl, CEO Erste Group © Erste Bank/Bruckner

Die Erste Group erzielt einen Nettogewinn von EUR 624,7 Mio. Dabei sticht das Wachstum bei den Finanzierungen hervor.

Die Erste Group erzielt im ersten Halbjahr 2017 einen Nettogewinn von EUR 624,7 Mio. Dabei sticht das Wachstum bei den Finanzierungen und bei den Kundeneinlagen hervor, dessen Dynamik europaweit zu den stärksten der Branche gehört. Probleme gibt es weiterhin mit dem Zinsüberschuss, der trotz der Volumensgewinne zurückging. Das niedrige Zinsumfeld hinterlässt seine Spuren.

CEE hat das stärkste Wirtschaftswachstum in Europa

Andreas Treichl, CEO der Erste Group Bank AG, äußert sich in einer Presseaussendung zum Halbjahresergebnis: „Unser gesundes Kreditportfolio ist um 6,7 Prozent gewachsen und unsere Kundeneinlagen sind um 11,6 Prozent angestiegen. Solche Wachstumsraten hat kaum eine andere Bank in Europa.“ Treichl erklärt diese positive Entwicklung  mit dem Geschäftsmodell, das funktioniere und auch damit, dass CEE jene Region in Europa sei, die das stärkste Wirtschaftswachstum aufweist. Die Kapitalisierung der Erste Group wird mit einer harten Kernkapitalquote von 12,8 Prozent als „sehr solide“ bezeichnet. Darüber hinaus verbessere sich die Kreditqualität kontinuierlich. Der Anteil notleidender Kredite ist das 14. Quartal in Folge auf 4,7 Prozent gesunken. Dies bringt ein ‚A‘ von allen drei großen Ratingagenturen.

Branchenkrankheit Zinserträge

Der Zinsüberschuss ist trotz des wachsenden Kreditgeschäfts und des starken Zuflusses an Einlagen nach wie vor rückläufig. Das Niedrigzinsumfeld und die zurückgehenden Erträge aus den Staatsanleihenportfolio werden dabei als Hauptgründe genannt. Zuwächse gibt es bei den Provisionsüberschüssen. „In Kombination mit dem Kreditwachstum sollten wir dann auch wieder ein Wachstum auf der Einnahmenseite sehen“, ist sich Treichl sicher. Die Verbesserung der Datenqualität und der Vereinheitlichung der Datencenter komme nach wie vor die höchste Priorität zu. Die Investitionen in die Digitalisierung seinen aber auch der Hauptgrund für die Kostensteigerung. „Beim Ausblick bestätigen wir unsere Prognose und das Ziel, eine Eigenkapitalverzinsung (ROTE) von mehr als 10 Prozent zu erreichen“, so Treichl.

Positive Aussichten

Die Erste Group geht davon aus, dass die positiven wirtschaftliche Rahmenbedingungen das  Kreditwachstum unterstützen. Für die Kernmärkte der Erste Group in CEE, inklusive Österreich, wird ein reales BIP-Wachstum von 2,1% bis 5,1% für 2017 erwartet. In CEE sollten Reallohn-zuwächse und sinkende Arbeitslosigkeit die Wirtschaftstätigkeit fördern. Dabei gehen die Erste Group-Manager davon aus, dass die CEE-Staaten ihre Haushaltsdisziplin beibehalten werden.

Ambitioniertes Renditeziel

Die Erste Group hat für 2017 ein ROTE-Ziel von über 10% festgesetzt (basierend auf dem durchschnittlichen um immaterielle Vermögenswerte bereinigten Eigenkapital 2017). Folgende Annahmen werden zugrunde gelegt: bestenfalls stabile Einnahmen (unter Zugrundelegung eines Nettokreditwachstums von über 5%), ein Kostenanstieg von 1 bis 2% im Zusammenhang mit der Umsetzung regulatorischer Vorgaben und Digitalisierung, ein Anstieg der Risikokosten – wenn auch auf ein im langjährigen Vergleich immer noch niedriges Niveau – sowie ein positiver Effekt auf das sonstige betriebliche Ergebnis dank niedrigerer Bankensteuer in Österreich.

Risikofaktoren

Die Bank nennt dafür Risiken im Zusammenhang mit der expansiven Geldpolitik der Zentralbanken inklusive Negativzinsen, politische Risiken (beispielsweise diverse Wahlen in den wichtigsten Volkswirtschaften der EU), geopolitische und weltwirtschaftliche Entwicklungen oder Konsumentenschutzaktivitäten.

 

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