Umfrage: Keine großen Sorgen wegen Berufsunfähigkeit

28. August 2017 Drucken
Umfrage: Keine großen Sorgen wegen Berufsunfähigkeit
© APA

Berufsunfähigkeit bereitet den Österreichern laut einer Umfrage der Allianz Versicherung keine allzu großen Sorgen. 79 Prozent der Befragten fühlen sich von der Gefahr einer möglichen Berufsunfähigkeit kaum bedroht. Zwei Drittel hätten dafür auch keinerlei Vorsorgemaßnahmen getroffen – trotz geringen Vertrauens in die staatliche Absicherung, so die Allianz Österreich in einer Pressemitteilung.

Unterschätztes Risiko

Das Risiko werde unterschätzt. Derzeit würden rund 143.000 Menschen, die noch nicht das reguläre Pensionsalter erreicht haben, eine Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätspension beziehen – die durchschnittliche Höhe liege bei monatlich 1.000 Euro. Allein im vergangenen Jahr seien in Österreich rund 10.000 Männer und 5.700 Frauen berufsunfähig geworden.

Der Umfrage zufolge ist die Angst vor Berufsunfähigkeit bei Pflichtschulabsolventen deutlich stärker ausgeprägt als bei Menschen mit höherer Bildung, in Vorarlberg und Tirol stärker als im Rest des Landes. Erhebliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Berufsgruppen: Während sich 31 Prozent der Handwerker und Gewerbetreibenden und 27 Prozent der Beschäftigten im Tourismus vor Berufsunfähigkeit fürchten, tun dies nur 13 Prozent der Lehrer und 11 Prozent der öffentlich Bediensteten.

Auch der Wiedereinstieg nach temporärer Berufsunfähigkeit könnte nach Meinung der Befragten zum Problem werden: 68 Prozent glauben nicht, dass sie nach ein bis eineinhalb Jahren Ausfall problemlos an ihren Arbeitsplatz zurückkehren könnten, selbst bei langjähriger Firmenzugehörigkeit.

Ausreichend abgesichert

15 Prozent der Berufstätigen insgesamt fühlen sich durch Pflichtversicherungen ausreichend gegen finanzielle Engpässe bei Berufsunfähigkeit abgesichert, bei den Selbstständigen und Freiberuflern sind es 9 Prozent. Im Rahmen ihrer privaten Vorsorge hat ein knappes Drittel der insgesamt 1.000 online Befragten Berufsunfähigkeit berücksichtigt, sogar etwas weniger als bei einer Allianz-Umfrage aus dem Jahr 2012.