Cyberkriminalität in Österreich: So schützen Sie sich vor Netzbetrügern

31. August 2017 Drucken
Cyberkriminalität in Österreich: So schützen Sie sich vor Netzbetrügern
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Hacking, Phishing und Cyber-Mobbing – jährlich werden in Österreich hunderttausende Verbraucher und zahlreiche Unternehmen Opfer von Cyberkriminalität. Die Täter profitieren von der hohen Anonymität im Internet. Der österreichische Versicherungsverband VVO, das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und Experten von KPMG haben Zahlen und Entwicklungen rund um das Thema Cyberkriminalität untersucht. Im Bereich der Cyberkriminalität ist die Zahl der Anzeigen im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr laut Bundeskriminalamt (BKA) Österreich um 30,9 Prozent auf knapp über 13.000 Fälle gestiegen.

Finanzielle und psychische Schäden

Wie eine aktuelle Erhebung des KFV zeigt, ist die Dunkelziffer der Cybercrimedelikte und der daraus resultierenden Schäden in Österreich hoch. So geben 24 Prozent der Befragten an, in den letzten Jahren Opfer eines Cybercrimedeliktes und dabei geschädigt worden zu sein: Auf die webaktive Bevölkerung hochgerechnet (rund 4,2 Millionen Menschen in Österreich) bedeutet das, dass mindestens 1 Million Menschen in Österreich durch zumindest ein einmaliges Vorkommnis finanziell oder psychisch in den letzten Jahren geschädigt wurden. „Nach Angaben der Betroffenen wurden die meisten finanziellen Schäden in den letzten Jahren durch Viren und Lieferbetrug bei den Betroffenen verursacht“, heißt es in einer Presseaussendung des VersichereungsverbandesBesonders hoch ist der finanzielle Schaden gemäß der KFV-Erhebung unter mehr als 2.400 Personen bei Diebstählen von sensiblen Daten (Identitätsdiebstahl). So wird der durchschnittliche Schaden von den betroffenen Personen mit rund 1.200 Euro beziffert.

Fast 500 Euro Schaden pro Internet-Betrug

Auch wer Opfer eines Internet-Betrugs wurde, trägt mitunter hohe finanzielle Schäden davon. Durchschnittlich 480 Euro wird als entstandene Schadensumme von den Betroffenen angegeben. Doch Internetkriminalität hat nicht immer nur finanzielle Auswirkungen, auch auf psychischer Ebene können die Schäden enorm sein: 72 Prozent der von Schadensfällen Betroffenen geben in der KFV Untersuchung eine starke bis mittlere seelisch-emotionale Beeinträchtigung durch einen Vorfall an. Den stärksten psychischen Beeinträchtigungsgrad zeigen Opfer von psychischer Integrität (Mobbing) und Identitätsdiebstahl.

Kleine Unternehmen besonders gefährdet 

Dass Cyberkriminalität nicht nur Privatpersonen betrifft, zeigt eine KPMG Studie. So geben 30 Prozent der befragten Unternehmen an, schon einmal durch ein Cybercrimedelikt geschädigt worden zu sein. Gefragt ist, ein integrierter und ausgewogener Ansatz, der Menschen und Prozesse ebenso berücksichtigt wie Technologien. Das Wichtigste: Cyber Security muss endlich „Chefsache“ werden. Nur so können sich Unternehmen langfristig gegen Cyberkriminalität wehren.

Tipps für die eigene Sicherheit im Internet

  • Verwenden Sie bei der Wahl von Passwörtern Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben und wechseln sie Ihre Passwörter immer wieder.
  • Benutzen Sie für Zahlungen im Internet ausschließlich sichere Verbindungen (https://). Das öffentliche WLAN sollte für Zahlungen keinesfalls verwendet werden.
  • Gehen Sie sorgsam mit persönlichen Daten – ganz besonders Kontodaten – um.
  • Überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge regelmäßig.
  • Ignorieren und löschen Sie E-Mails von Unbekannten und öffnen Sie in den Mails enthaltene Zip-Dateien und Links auf keinen Fall.
  • Nutzen Sie kostenfreie Internetseiten, wie beispielsweise www.watchlist-internet.at, auf welchen die bekanntesten Fake-Shops im Internet angeführt werden.
  • Vertrauen Sie auf Ihren Hausverstand. Seien Sie besonders bei Angeboten, die deutlich günstiger sind als im regulären Handel, vorsichtig.

 

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