IT-Fachkräftemangel: „Wir wildern in Osteuropa“

31. August 2017 Drucken
IT-Fachkräftemangel: „Wir wildern in Osteuropa“
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Österreichische Wirtschaftslenker warnen davor, dass der grassierende IT-Fachkräftemangel negative Folgen für das Produktivitätswachstum in Österreich haben kann. „Wir brauchen viel mehr IT-Fachkräfte und finden sie in Österreich nicht mehr“, sagte T-Mobile-Austria-Chef Andreas Bierwirth am Mittwoch bei einer Podiumsdiskussion in Alpbach. „Wir wildern nun in Osteuropa.“

Digitalisierung kaum umzusetzen

In Ländern wie Rumänien oder Slowakei finde man noch IT-Fachkräfte für T-Mobile in Österreich. Auch AUA-Chef Kay Kratky erwartet, dass die Umkehrung des Mangels an IT- und Technikfachkräften in Österreich nicht von heute auf morgen passieren wird. „Wir müssen sehr attraktive Arbeitsplätze bieten.“ Sehr viele Fachkräfte müssten aus dem Ausland geholt werden, um damit den Fachkräftemangel abzufedern.

Hohe Produktivität in Österreich

Für IHS-Chef Martin Kocher kann das abgeschwächte Produktivitätswachstum in Österreich unter anderem folgende Gründe haben: Zurückhaltung bei Investitionen, zu wenig Wettbewerb in einigen Branchen, künstlich am Leben erhaltene Unternehmen („Zombiefirmen“) oder eine Verlangsamung des Trendwachstums der Totalen Faktorproduktivität (TFP). Kocher verwies aber auf das hohe Niveau an Arbeitsproduktivität in Österreich. Bei der Produktivität in der Warenerzeugung liege Österreich in Europa „im vorderen Bereich“. (APA)