Studie: Unternehmensgründungen deutlich im Aufwind

01. September 2017 Drucken
Studie: Unternehmensgründungen deutlich im Aufwind
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Die Wirtschaftsauskunftei CRIF Österreich hat in einer aktuellen Erhebung einen genauen Blick auf unterschiedliche Aspekte der österreichischen Unternehmenslandschaft geworfen. Dabei zeigt sich, dass der aktuelle wirtschaftliche Aufschwung bereits Früchte trägt und es im ersten Halbjahr 2017 zu einem Plus an Unternehmensgründungen gekommen ist und im Gegensatz dazu die Anzahl jener Unternehmen, die Insolvenz anmelden mussten, deutlich zurückgegangen ist.

32.000 Unternehmen gegründet

Rund 32.000 Unternehmen wurden im Untersuchungszeitraum zwischen 1. Jänner und 30. Juni 2017 in Österreich gegründet – das sind ca. 7 % mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. 99 % dieser Neugründungen waren Kleinunternehmen, d. h. ihr Gesamtumsatz liegt bei nicht mehr als 30.000 Euro netto pro Jahr. Die meisten Firmen (24 %) wurden in Wien gegründet. Dahinter folgen Niederösterreich (19 %), die Steiermark (16 %) und Oberösterreich (14 %), während das Burgenland (4 %) und Vorarlberg (3 %) die Schlusslichter im Bundesländerranking bilden. Wie bereits 2016 gab es auch heuer wieder die meisten Gründungen im Gesundheits- und Sozialwesen (ca. 6.200), im Handel (ca. 5.100), im Bereich der freiberuflichen (ca. 2.900) sowie sonstigen (ca. 2.200) Dienstleistungen und in der Beherbergung und Gastronomie (ca. 1.900).

Den Gründungen standen im Untersuchungszeitraum rund 2.000 eröffnete Insolvenzverfahren gegenüber. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 ist das ein Rückgang um rund 20 %. Auch in risikobehafteten Branchen wie Handel (-12 %), Bau (-15 %) und Beherbergung und Gastronomie (-24 %) kam es zu deutlich weniger Insolvenzen. Den stärksten Rückgang gab es mit -37 % in der Informations- und Kommunikationsbranche.

Ebenfalls eine positive Bilanz zieht CRIF Österreich, wenn es um die Ausstattung der heimischen Unternehmen mit Eigenkapital geht: Demnach verfügten die Unternehmen in allen Bundesländern über eine positive Eigenkapitalquote, die im Durschnitt zwischen  30,3 % (Burgenland) und 42,2 % (Vorarlberg) lag.

Wien, Ober- und Niederösterreich als gefragteste Unternehmensstandorte

CRIF hat darüber hinaus erhoben, in welchen Bundesländern die meisten Großunternehmen ihren Firmensitz haben: Rund 40 % sind in Wien angesiedelt, gefolgt von Oberösterreich (16,7 %) und Niederösterreich (11,8 %). Das Burgenland (1,6 %) bildet hier nach Kärnten (3,4 %) das Schlusslicht. „Wien ist vor allem für international agierende Großkonzerne ein attraktiver Standort und Drehscheibe nach Ost- und Südosteuropa. Aber auch Oberösterreich ist als Unternehmensstandort aufgrund der geografischen Lage, der guten Infrastruktur, der hohen Dynamik und der wirtschaftlichen Stabilität sehr gefragt. Niederösterreich ist ebenfalls Sitz vieler Headquarters und profitiert dabei stark durch die Vernetzung mit dem Wiener Wirtschaftsraum sowie anderen geografischen Vorteilen.

Im Branchenvergleich zeigt sich, dass – unabhängig von ihrer Größe – die meisten Unternehmen in Österreich dem Bereich sonstige Dienstleistungen zuzuordnen sind. Den größten Anteil in dieser Branchenkategorie nehmen die sonstigen Interessenvertretungen und Vereinigungen ein. Des Weiteren liegt die Anzahl der Bauunternehmen in allen Bundesländern jeweils zwischen 4 und 6 %, jene der Handelsfirmen zwischen 12 und 17 % und jene der Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe zwischen 4 und 9 %. Einzig im Tourismusland Tirol können 13 % aller Unternehmen der Gastronomie und Beherbergung zugeordnet werden. Das Burgenland wiederum sticht mit einer besonders großen Anzahl  (16 %) an Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen hervor.

Östliche Bundesländer besetzen mehr Führungspositionen mit Frauen

Was die Besetzung von Führungspositionen durch Frauen betrifft, haben die östlichen Bundesländer die Nase vorne: So sitzen im Bundesländervergleich hier mehr Frauen in Führungspositionen – nämlich bei 38 % der Unternehmen in Wien, bei 36 % der Unternehmen in Niederösterreich sowie bei 36 % der Unternehmen im Burgenland. In Tirol wiederum finden sich die wenigsten Frauen in den Chefetagen (28 %). Die CRIF-Erhebung zeigt außerdem, dass Frauen eher in traditionell stark weiblich besetzten Branchen an der Spitze stehen: In 7 von 9 Bundesländern führen Frauen am häufigsten ein Unternehmen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.

Wirft man abschließend noch einen Blick auf das Alter der heimischen Führungskräfte, so werden Großunternehmen von den ältesten Chefinnen und Chefs geleitet. Das Durchschnittsalter liegt hier bei 47 Jahren. Die Führungskräfte von Kleinunternehmen sind hingegen im Schnitt nur 44 Jahre alt.