TV-Markt: So soll das Internet-TV Österreich erobern

11. September 2017 Drucken
TV-Markt: So soll das Internet-TV Österreich erobern
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Die Bereitschaft der Österreicher,  Internet-TV gegen Bezahlung und andere digitalen Film-Content anzuschaffen,ist gegeben, aber nicht drängend. Genauer: Österreich liegt im Index für die Disruption des globalen TV-Marktes (also dem Grad der Veränderung) auf Rang 20 und damit im guten Mittelfeld – so lautet das Fazit der Studie „NextGen Video: Winning in the New Video Environment“ der Unternehmensberatung A.T. Kearney. „Breitbandverfügbarkeit in der Fläche und die Bereitschaft für Inhalte zu zahlen, sind in Österreich noch nicht so ausgeprägt, wie beispielsweise in den skandinavischen Ländern, die in Europa führend sind in diesem Index“, so die Studie. Die Studie beurteilt die Veränderungen und neuen Geschäftsmodelle des globalen TV-Marktes.

Verschiebung der Senderechte Richtung Streaming-Anbieter

Die Veränderung in Richtung Netflix, YouTube und Amazon bringt ein breites Angebot und hohe zeitliche Verfügbarkeit für Konsumenten. Jedoch werden die neuen Anbieter in Zukunft einen großen Anteil an den Rechten für Premium-Inhalte innehaben. Dies bedeutet möglicherweise eine spätere oder gar keine Verfügbarkeit in Österreich.  Auf der Grundlage von Interviews mit mehr als 80 Führungskräften von Pay-TV-Anbietern, Telekommunikations- und Kabelunternehmen, Online-Video- und Rundfunkanbietern wurde ein Index erstellt, der beurteilt, wie viel Veränderung jedes Land in den nächsten fünf Jahren erwarten kann.

Bedeutung von Internet-Plattformen wächst

Das Angebot an sogenannten OTT-Plattformen (Over-the-Top), also reinen Internet-Plattformen, wird zunehmen: 64% der Befragten erwarten, dass Sender ihre eigene Plattform einführen werden und zukünftig 75% des Umsatzes durch Abonnements und 25% durch Einzelabrufe generiert werden. Dadurch, dass es den meisten Anbietern und neuen Service-Betreibern an Fähigkeiten, Ressourcen und Erfahrungen fehlt, können die Unternehmen punkten, die die große Masse an Inhalten strukturieren und ihren Kunden übersichtlich und attraktiv aufbereitet anbieten. Dies umfasst vor allem individuelle Vorschläge aufgrund persönlicher Präferenzen.

On Demand-Angebote legen zu

Rund 53% der interviewten Manager erwarten für den globalen TV- und Video-Markt in den nächsten fünf Jahren eine Verschiebung der Umsätze weg vom linearen TV hin zu On-Demand-Angeboten. Aufgrund der Angebotsvielfalt reicht der richtige Inhalt allein nicht mehr aus – die individuelle User Experience und Hilfestellungen bei der Auswahl der präferierten Inhalte seien zentrale Elemente des neuen Nutzenversprechens.

Inhalte und Aufbereitung entscheiden

Die Befragten nennen Netflix (32%), Google (26%) und Amazon (17%) als die größten Konkurrenten für ihr Geschäft. Premium-Inhalte werden laut A.T. Kearney in der Zukunft stärker bei diesen Disruptoren liegen. Der Wettbewerb für die österreichischen Kabel- und Telekommunikationsunternehmen wird zunehmen. Die richtigen Inhalte und die Aufbereitung der immer breiteren Inhalte werden den Wettbewerb auch in Östereich entscheiden.

 

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