Kinderbetreuung: Wenn ein Ferienlager zum Absetzposten wird

14. September 2017 Drucken
Kinderbetreuung: Wenn ein Ferienlager zum Absetzposten wird
© Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

Sind Kosten für ein Feriensportcamp steuerlich absetzbar? Das ist nicht undenkbar. Das Bundesfinanzgericht meint, dass es auf die Umstände ankomme. Das Schlüsselwort lautet Kinderbetreuung. Die Kanzlei LBG Österreich hat sich den Entscheid näher angesehen.

Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten

Nach dem Einkommensteuergesetz können Kinderbetreuungskosten bis maximal € 2.300 für unter 10-jährige Kinder als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden, wenn die Betreuung in einer öffentlichen oder privaten (entsprechend landesgesetzlichen Vorschriften) institutionellen Kinderbetreuungseinrichtung oder durch eine pädagogisch qualifizierte Person erfolgt, die keine haushaltszugehörige Angehörige ist. Das Bundesfinanzgericht (BFG) hatte zu entscheiden, ob Kosten für in den Ferien stattfindende Sportcamps (hier: Schwimm- und Fußballcamp) als außergewöhnliche Belastungen steuerlich abgesetzt werden können.

Finanzamt: Wissensvermittlung vor Betreuung

Das Finanzamt hatte zuvor solche Kosten als nicht abzugsfähig eingeordnet, weil bei den Kursen die Vermittlung von Wissen und Kenntnissen oder die sportliche Betätigung und nicht die Kinderbetreuung im Vordergrund stehen würde und Unterrichtskosten (etwa Kosten für Musikunterricht bzw. Fußballtraining) eben nicht unter Kinderbetreuungskosten fielen.

BFG sah hohe Betreuungskomonente

Das BFG erkannte, dass es sich bei diesen Ferienkursen, die regelmäßig eine Woche dauern und bei denen die Kinder den ganzen Tag über betreut werden, um eine „ausschließliche“ Kinderbetreuung in der Ferienzeit handle, bei denen die Betreuungskomponente eben ein wesentlicher Bestandteil des betreffenden „Kurses“ sei.

Spass ist kein Hinderungsgrund für Belastung

Dass im Programm der Camps ein pädagogisch sinnvolles Bewegungsangebot für die Kinder (täglich drei Stunden Schwimmen und Fußballspielen) beinhaltet war, stehe einer Anerkennung als außergewöhnlicher Belastung nicht entgegen.

 

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