Ranking: Wo sich die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs verbessert hat

27. September 2017 Drucken
Ranking: Wo sich die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs verbessert hat
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Der Aufholprozess wird sichtbar: Österreich jhat seine Wettbewerbsfähigkeit laut Weltwirtschaftsforums leicht, aber doch verbessert.

Österreich hat sich im jüngsten Standort-Ranking des Weltwirtschaftsforums (WEF) um einen Rang vom 19. auf den 18. Platz verbessert. An der Spitze liegt weiter die Schweiz, vor den USA und Singapur. Die Niederlande nehmen den vierten Rang ein, Deutschland den fünften Platz. Das Ranking des World Economic Forum zur Wettbewerbsfähigkeit der Länder wird durch Managerbefragungen ermittelt.

Keine Kriminalität und Korruption

Einengende Arbeitsregulierung, ineffiziente staatliche Bürokratie und zu hohe Steuern werden von den Managern als höchste Hürden für die österreichische Wettbewerbsfähigkeit genannt. Hingegen wurde Kriminalität und Diebstahl gar nicht als Hindernis fürs Wirtschaften in Österreich ins Treffen geführt. Auch bei Korruption und öffentlicher Gesundheit bekommt Österreich von den Führungskräften Bestnoten.

Schwächen am Arbeits- und Finanzmarkt

In der Einstufung, heruntergebrochen auf einzelne Sektoren, wird Österreichs Wettbewerbsfähigkeit besser bewertet in den Bereichen Infrastruktur, Ausbildung und Kompetenzen sowie Technologie und Innovation. Schlechter als am 18. Platz liegt der Wirtschaftsstandort in den Bereichen Effizienz des Arbeitsmarkts, Finanzmarktentwicklung und Größe des Markts. Der Bericht des WEF zur Wettbewerbsfähigkeit erscheint jährlich. Im Vorjahr (2016/17) lag Österreich am 19. Platz, im Jahr davor (2015/16) am 23. Platz und 2014/15 am 21. Platz. Heuer wurden 137 Länder bewertet, im Jahr davor waren es 138.

Trotz Wirtschaftsaufschwung: Pessimismus bleibt

Nach Einschätzung der Autoren des „Global Competitiveness Report 2017-2018“ gibt es auch zehn Jahre nach Ausbruch der weltweiten Finanzkrise „wenig Aussicht auf eine dauerhafte wirtschaftliche Erholung“. Vermisst werden Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Drei besondere Problembereiche gebe es:

  • Die Finanzsysteme hätten sich noch immer nicht vom Schock von 2007 erholt, in manchen Teilen der Welt nehme ihre Stabilität sogar weiter ab.
  • Auf den Arbeitsmärkten werde die Wettbewerbsfähigkeit durch die Kombination von nötiger Flexibilität mit angemessenem Schutz der Arbeitnehmerrechte verbessert.
  • Beim zu erwartenden massiven Wegfall von Jobs durch Automatisierung und Robotisierung werde es darauf ankommen, widerstandsfähige Strukturen zu schaffen und Arbeitnehmer in Übergangsphasen zu unterstützen. Schließlich weisen die Daten auf ein Ungleichgewicht zwischen hohen Investitionen in neue Technologien und dem Fehlen von Initiativen, mit denen die Nutzung der Technologien breitenwirksam durchgesetzt werde, hin.

Definition von Wettbewerbshfähigkeit

Die Rangliste der Wettbewerbsfähigkeit des Global Competitiveness Report basiert auf dem GCI, den das Weltwirtschaftsforum 2004 eingeführt hat. Der Begriff „Wettbewerbsfähigkeit“ wird dabei als Gesamtheit der Institutionen, politischen Maßnahmen und Faktoren, die das Produktivitätsniveau eines Landes bestimmen, definiert. Die GCI-Punktzahl ergibt sich durch die Erhebung landesweiter Daten in 12 Kategorien, den Säulen der Wettbewerbsfähigkeit, die miteinander verknüpft ein umfassendes Bild der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes vermitteln sollen.

Parameter der Betrachtungen

Diese 12 Säulen sind: Institutionen, Infrastruktur, makroökonomisches Umfeld, Gesundheit und Grundschulbildung, Hochschulbildung und Ausbildung, Effizienz des Gütermarkts, Arbeitsmarkteffizienz, Entwicklung des Finanzmarkts, technologischer Standard, Marktgröße, Unternehmenskultur und Innovation. Kritiker werfen dem Forum vor, dass die Daten großteils auf Managerumfragen beruhen und die Gewichtungen schwer nachvollziehbar seien. (APA)

 

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