Konjunktur: Österreichs Wirtschaft wuchs 2016 um 1,5%

28. September 2017 Drucken
Konjunktur: Österreichs Wirtschaft wuchs 2016 um 1,5%
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Im Jahr 2016 wuchs die österreichische Wirtschaft nach Berechnungen von Statistik Austria real um 1,5%. Die nach der Stagnation im Jahr 2013 wieder einsetzende wirtschaftliche Dynamik (2014: +0,8%; 2015: +1,1%) setzte sich damit auch 2016 fort, blieb jedoch hinter dem im internationalen Umfeld beobachteten Wachstum zurück. Die Europäische Union insgesamt verzeichnete nach bisher vorliegenden Ergebnissen ein reales Wachstum von 1,9%. Im Euroraum (+1,8%) war die reale Wirtschaftsentwicklung etwas gedämpfter. Die deutsche Wirtschaft (+1,9%) entwickelte sich 2016 wesentlich stärker als die österreichische.

Produzierender Bereich und Dienstleistungen entwickeln sich ähnlich

Das österreichische Bruttoinlandsprodukt zu laufenden Preisen lag 2016 bei rund 353,3 Mrd. Euro (nominell +2,6%), was einem Wert von 40.420 Euro pro Einwohner entspricht.

Im Dienstleistungsbereich insgesamt lag das reale Wachstum mit 1,4% etwas über dem des Produzierenden Bereiches mit 1,2% – dies bedeutet einen realen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung von 1,3%. Eine detaillierte Betrachtung des Produktionsansatzes nach Wirtschaftsbereichen zeigt, dass sich alle bedeutenden Branchen durchwegs positiv entwickelten. Mit einem Plus von 2,5% erzielten die Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen 2016 das kräftigste reale Wachstum, was sich auch in einem Zuwachs bei den Nächtigungen und einem deutlichen Reiseverkehrsüberschuss zeigt. Entsprechend dem gesamtwirtschaftlichen Trend entwickelten sich die Herstellung von Waren (+1,3%) und der Handel (+1,4%) positiv. Die Bauwirtschaft konnte nach Rückgängen in den letzten Jahren wieder einen realen Zuwachs der Bruttowertschöpfung (+0,6%) verzeichnen. Bei den sonstigen Dienstleistungen war ein realer Rückgang von -0,7% zu beobachten, was vor allem an den Bereichen Kunst, Unterhaltung und Erholung lag.

Binnennachfrage mit neuen Impulsen, Exporte steigen weniger kräftig

Verwendungsseitig entwickelte sich die Nachfrage nach Investitionsgütern mit einem realen Wachstum von 3,7% am kräftigsten: Ein starker Zuwachs war sowohl bei Maschinen (+6,7%) als auch bei Fahrzeugen (+14,7%) zu beobachten. Nach der gedämpften Entwicklung der letzten Jahre gingen von der Konsumnachfrage 2016 wieder Impulse aus (real +1,7%). Mit einem Plus von real 1,5% wuchsen die Konsumausgaben der privaten Haushalte so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Etwas stärker stiegen die Konsumausgaben des Staates (real +2,1%) und der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (real +1,9%). Die Steigerung der Exportnachfrage mit real 1,9% fiel schwächer aus als in den Jahren davor (2014: +3,0% und 2015: +3,1%).

Leichter Anstieg der durchschnittlich geleisteten Arbeitszeit

Das nominelle Arbeitnehmerentgelt (die Summe aller Geld- und Sachleistungen von Arbeitgebern an Arbeitnehmer) nahm 2016 um 3,8% zu. Bei einem nominellen BIP-Zuwachs von 2,6% und einer Steigerung der Nettoproduktionsabgaben um 1,4% ergibt das für Bruttobetriebsüberschuss und Selbständigeneinkommen entsprechend der Logik der funktionalen Einkommensverteilung einen geringeren Anstieg von 1,4%. Das reale verfügbare Nettoeinkommen der gesamten Volkswirtschaft stieg um 2,4%.

Die Beschäftigung in Vollzeitäquivalenten nahm um 1,2% zu. Die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse erhöhte sich um 1,5% auf rund 4,6 Mio. Gleichzeitig stieg die durchschnittlich geleistete Arbeitszeit je Beschäftigungsverhältnis um 0,4%. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich somit ein um 1,9% gestiegenes Arbeitsvolumen (=Summe der geleisteten Arbeitsstunden). Diese Entwicklung bei den Erwerbstätigen bedeutete für das Jahr 2016 ein leichtes Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Arbeitsproduktivität von 0,2% je Erwerbstätigem bzw. eine leicht gesunkene Produktivität je geleisteter Arbeitsstunde (-0,4%).

Preisanstieg insgesamt über Verbraucherpreisentwicklung

Der „BIP-Deflator“ (impliziter Preisindex, errechnet aus nominellem und realem Bruttoinlandsprodukt auf Vorjahrespreisbasis) betrug 101,1. Die Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen inländischen Preisauftriebs fiel damit etwas stärker aus als die Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex (+0,9%)

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