Deutsche Weinlese 2017: Geringe Menge, gute Qualität

05. Oktober 2017 Drucken
Deutsche Weinlese 2017: Geringe Menge, gute Qualität
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Der Weinlese 2017 in Deutschland zeichnet sich durch eine geringe Erntemenge und gute bis sehr gute Qualitäten aus. So lautet eine erste vorläufige Bilanz des Deutschen Weininstituts in Bodenheim bei Mainz. Die Hauptlese sei in vielen Anbaugebieten bereits beendet, sagte Institutssprecher Ernst Büscher. „Das ist sehr außergewöhnlich.“ Noch gelesen wird vor allem an der Mosel und im Rheingau, wo der Riesling dominiert.

Um 18 Prozent weniger

Die Menge aller Weinanbaugebiete in Deutschland wird vorläufig auf 7,5 Millionen Hektoliter geschätzt. Das wären um 18 Prozent weniger als im vergangenen Jahr und auch um 18 Prozent weniger als im langjährigen Mittel, erklärte Büscher. Er erwartet, dass sich die Preise wegen des Ernterückgangs „wahrscheinlich etwas nach oben entwickeln“. Da es noch Reserven aus früheren Jahrgängen gebe und der Markt nur eine begrenzte Anpassung zulasse, werde der Anstieg gemäßigt ausfallen.

Hoch- und Tiefs

„Es war ein sehr turbulentes Jahr für die Winzer“, sagte Büscher. Nach starken Frösten in der zweiten Aprilhälfte gab es im Sommer teilweise schwere Hagelunwetter. Der September begann dann vielfach kühl und regnerisch, was die Lese noch einmal beschleunigte: „Die Winzer wollten so gesundes Lesegut wie möglich ernten.“ Für einen Qualitätsschub sorgten vielfach die letzten Septemberwochen mit viel Sonne. „Durch die frühe Reife sind die Mostgewichte und Qualitäten durchaus gut bis sehr gut“, sagte Bücher. Auch die Rotweine seien gut gelungen.

Europaweit schwache Ernten

Für Österreich gibt es noch keine endgültige Bilanz der Weinlese 2017 . Anfang September erwartete der Österreichische Weinbauverband in Niederösterreich eine Ernte von 1,5 Millionen Hektolitern. In ganz Österreich werden 2,3 Mio. bis 2,5 Mio. Hektoliter erwartet. Europaweit scheint sich in diesem Jahr die kleinste Ernte seit 2000 abzuzeichnen. Mit 146 Millionen Hektolitern werde die europaweite Menge nach deutschen Prognosen um 14 Prozent schlechter ausfallen als 2016. Der Rückgang in Italien von 11 und in Frankreich von 8,4 Millionen Hektolitern sei jeweils größer als der Gesamtertrag deutscher Winzer. (APA/red)